Fast jede vierte geprüfte Bilanz weist wesentliche Mängel auf – und die Wahrscheinlichkeit, von der Bafin geprüft zu werden, war nie höher als heute. Seit der Reform durch das Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz (FISG) verantwortet die Bafin die Bilanzkontrolle kapitalmarktorientierter Unternehmen allein – ein Systemwechsel mit spürbaren Konsequenzen für CFOs und Finanzvorstände.
In der neuen Folge von „Im Fokus“ spricht Falk Sinß, Redakteur des FINANCE Magazins, mit Thorsten Pötzsch, Exekutivdirektor Wertpapieraufsicht und Asset Management bei der Bafin, der die heutige Bilanzkontrolle federführend mit aufgebaut hat. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die neue einstufige Aufsicht konkret funktioniert – und was Finanzverantwortliche daraus lernen sollten.
Pötzsch gewährt dabei seltene Einblicke in die Praxis der Behörde: Mehr als 400 Unternehmen fallen in den Prüfbereich der Bafin, 178 davon wurden allein in den vergangenen vier Jahren unter die Lupe genommen – mit einer Trefferquote von rund 60 Prozent bei Anlassprüfungen.
Das erwartet Sie in der Podcast-Folge:
- Wie die Bafin-Bilanzkontrolle seit 2022 funktioniert und warum die Fehlerquote doppelt so hoch ist wie unter dem alten DPR-System.
- Welche klassischen Bilanzfehler – von überbewerteten Immobilien bis zu fehlenden Angaben bei nahestehenden Personen – immer wieder auftauchen.
- Wie die Bafin Unternehmen für Prüfungen auswählt: Risikobasierte Indikatoren, Rotation und Zufallsauswahl im Zusammenspiel.
- Ab wann kritische Medienberichte oder Whistleblower-Hinweise eine ernsthafte Anlassprüfung auslösen können.
- Ob ein Fall Wirecard unter den heutigen Bedingungen noch möglich wäre – und was sich strukturell verändert hat.
- Was CFOs konkret tun müssen, um nie Gesprächsthema bei der Aufsichtsbehörde zu werden
Die Gesprächsteilnehmer
Host: Falk Sinß (FINANCE Magazin)
Gast: Dr. Thorsten Pötzsch (Bafin)



