Goldman Sachs baut große Position bei LEG auf
Eine Woche nach dem Einstieg von Grand City Properties bei LEG rückt Goldman Sachs in den Blick. Laut einer Stimmrechtsmitteilung hält die Investmentbank Aktien und Finanzinstrumente, die zusammen 28,28 Prozent der Stimmrechte des Wohnungskonzerns entsprechen. Zuvor lag die gemeldete Position bei 4,54 Prozent. Nach Informationen von FINANCE baute Goldman Sachs die Position im Auftrag eines Kunden auf, der anonym bleiben möchte.
Grand City Properties hatte sich zuvor mit 20,04 Prozent an LEG beteiligt. Das Paket ist mehr als 700 Millionen Euro wert. Das Unternehmen bezeichnete den Einstieg als Finanzbeteiligung und schloss weder eine Aufstockung auf bis zu 29,9 Prozent noch einen späteren Ausstieg aus. Ab einer Beteiligung von 30 Prozent müsste es den übrigen LEG-Aktionären ein Pflichtangebot machen. Ob die Goldman-Sachs-Position mit dem Einstieg von Grand City Properties zusammenhängt, ist nicht bestätigt.
Goldman Sachs hält laut Mitteilung nur 0,55 Prozent der LEG-Stimmrechte direkt. Weitere 27,73 Prozent entfallen auf Finanzinstrumente, darunter Kaufoptionen und Rückforderungsrechte. LEG und Goldman Sachs wollten sich auf Anfrage von FINANCE zu der Position nicht äußern.
Datagroup verkauft KMU-Tochter an Techone
Datagroup trennt sich von dem Geschäft mit kleineren und mittleren Unternehmen. Der IT-Dienstleister hat eine Vereinbarung über den Verkauf seiner Tochter Datagroup Go an den niederländischen Mitbewerber Techone unterzeichnet. Der Vollzug steht noch unter dem Vorbehalt üblicher Bedingungen.
Mit dem Verkauf richtet Datagroup das Geschäft stärker auf mittelständische und große Unternehmen mit komplexen IT-Landschaften aus. Im Mittelpunkt steht das Managed-IT-Service-Portfolio Corbox. Nach Angaben des Unternehmens unterscheiden sich die Anforderungen dieser Kunden und kleinerer Unternehmen zunehmend bei Technologie, Servicegestaltung und Investitionen.
Datagroup Go entstand aus der Zusammenführung mehrerer IT-Unternehmen. Seit 2022 hatte Datagroup drei Unternehmen im KMU-Segment erworben und die Einheiten schrittweise in der Tochter gebündelt. Mit Techone bekommt dieses Geschäft nun einen neuen Eigentümer. Angaben zum Zeitpunkt des Vollzugs machte Datagroup nicht. RSM Ebner Stolz beriet Datagroup bei dem Deal.
Mögliche Evonik-Übernahme geht in die nächste Runde
BASF hat seine Offerte für Evonik erhöht. Wie Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet, soll der Chemiekonzern rund 24 Euro je Aktie als Angebot vorgeschlagen haben. Das entspräche einem Gesamtwert von mehr als 11 Milliarden Euro. Ende September hatte die „Financial Times“ noch über einen möglichen Preis von 22,15 Euro je Aktie berichtet. Die Evonik-Aktie stieg nach der Veröffentlichung des Bloomberg-Berichts zeitweise auf 21,50 Euro. Der Vorstand von Evonik lehnt das Angebot von BASF jedoch ab. Auf Basis der vorliegenden Informationen habe man entschieden, nicht in Verhandlungen mit BASF einzutreten. Der Vorstand bleibt auf die strategische Ausrichtung und Weiterentwicklung von Evonik als eigenständiges Unternehmen fokussiert, heißt es weiter in einem Mitteilung.
Zeitgleich plant Evonik offenbar selbst einen größeren Zukauf in den USA. Nach Informationen des „Handelsblatts“ prüft der Spezialchemiekonzern eine mögliche Übernahme von Ashland. Der US-Konzern sucht einen Käufer, doch Evonik soll nicht der einzige Interessent sein. Eine Entscheidung über ein Angebot sei laut „Handelsblatt“ noch nicht gefallen.
Mit der Übernahme könnte Evonik das Geschäft in Nordamerika ausbauen. Die Prüfung eines Deals habe bereits vor dem Übernahmevorstoß von BASF begonnen und sei nach Angaben aus Konzernkreisen keine Abwehrmaßnahme, so der Bericht weiter. Nach Informationen des „Handelsblatts“ sondieren Perella Weinberg Partners und JP Morgan für Evonik mögliche Übernahmeziele, während Citi und Lazard Ashland bei der Prüfung eines Verkaufs beraten.
Weitere M&A-Deals
Tillotts Pharma hat die Übernahme von Haupt Pharma Wülfing in Gronau in Niedersachsen vereinbart. Der Standort produziert bereits das Tillotts-Medikament Asacol. Ziel des Zukaufs ist es, die Produktion selbst steuern zu können. Darüber hinaus will Tillotts rund 23 Millionen Euro in den Standort investieren. Der Vollzug steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und weiterer Bedingungen. Rund 280 Beschäftigte sollen zu Tillotts wechseln.
Das auf Automatisierungslösungen spezialisierte Unternehmen Valmet will das Geschäft für Produktionssteuerungssoftware von Tieto übernehmen. Dazu gehören die Softwareplattform TIPS MES und eine Lösung für die Auftragsabwicklung in der Zellstoff-, Papier- und Faserindustrie. Das Geschäft erzielt rund 32 Millionen Euro Jahresumsatz und soll Valmets Automatisierungssparte ergänzen. Baker McKenzie beriet auf Käuferseite.
Sodexo Services übernimmt den Betriebsgastronomen Menü 2000 und baut damit sein deutsches Food-Services-Geschäft aus. Das 1969 gegründete Familienunternehmen betreibt rund 250 Betriebsrestaurants für etwa 200 Kunden. Die Kanzlei Hogan Lovells Cadwalader beriet Sodexo Services bei der Übernahme.
Hörmann Warnsysteme übernimmt sämtliche Anteile am Sirenenanbieter SAFUS aus Pfarrkirchen. Das 2017 gegründete Unternehmen beschäftigt mehr als 50 Menschen und entwickelt neben elektronischen und mobilen Sirenen auch Leitstellensoftware. Hörmann ergänzt damit sein Netz für Installation und Wartung von Warnsystemen. Langfristig wollen beide Unternehmen unter einer gemeinsamen Marke auftreten.
M&A-Berater-News
Corinna Freudenmacher wird Partnerin bei Latham & Watkins. Sie war dort zuvor als Associate tätig und gehört der Praxisgruppe M&A und Private Equity an. Freudenmacher berät Finanzinvestoren bei deutschen und grenzüberschreitenden Transaktionen, vom Erwerb bis zum Exit. Dazu zählen auch Co-Investments und Managementbeteiligungen. Mit der Ernennung stärkt die Kanzlei ihre Beratung von Finanzinvestoren.
Deals in Verhandlung
Neue Entwicklungen um die Berentzen-Übernahme: Wie Sazerac mitteilt, hat die Finanzaufsicht Bafin das Übernahmeangebot gestattet. Der US-Spirituosenhersteller bietet über eine Holdinggesellschaft 5,55 Euro je Aktie für alle noch nicht von ihm gehaltenen Berentzen-Aktien. Laut Sazerac liegt der Preis rund 68 Prozent über dem unbeeinflussten volumengewichteten Dreimonatsdurchschnittskurs vor dem 16. September 2026.
Die Aktionäre können das Angebot bis zum 20. November 2026 annehmen. Sazerac muss mindestens 50 Prozent der Aktien zuzüglich einer Aktie einsammeln, damit die Offerte durchgeht, und rechnet bei Erfüllung der Angebotsbedingungen mit einem Abschluss des Deals bis Jahresende. Danach will das Unternehmen Berentzen von der Börse nehmen. Vorstand und Aufsichtsrat unterstützen das Angebot, wollen ihre Empfehlung aber erst nach Prüfung der Angebotsunterlage abgeben.
Info
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Frederic Haupt ist Redakteur bei FINANCE und betreut schwerpunktmäßig die Themen Private-Equity und M&A. Er hat Journalismus und Unternehmenskommunikation an der Media University (ehemals HMKW) studiert. Nach dem Studium hat er sein Volontariat bei F.A.Z. Business Media absolviert und dabei neben FINANCE für weitere Publikationen des Verlags gearbeitet, unter anderem für die Personalwirtschaft und das Wir-Magazin.
