Der US-Finanzinvestor Bain Capital hat sich von seinem Anteil an der insolventen Warenhauskette Galeria getrennt. Das hat FINANCE von mit dem Vorgang vertrauten Personen erfahren. Damit geht die Beteiligung von 6 Prozent laut einem Bericht der „Börsen-Zeitung“ an die beiden Haupteigner NRDC Equity Partners und Bernd Beetz über.
Bain Capital hatte den Anteil über ein Firmenkonstrukt in Luxemburg gehalten. Die amtliche Eintragung im luxemburgischen Handelsregister soll der „Börsen-Zeitung” zufolge erst jetzt erfolgt sein, soll aber rückwirkend auf den 11. August datieren. Bain Capital wollte sich gegenüber FINANCE nicht äußern, Galeria ließ eine Anfrage bislang unbeantwortet.
Bain Capital war wichtiger Gesellschafter für Galeria
Trotz der geringen Beteiligung galt der Investor aus Boston als wichtiger Akteur bei Galeria, agierte jedoch im Hintergrund. Nach der Insolvenz im Jahr 2024 übernahm Bain 6 Prozent der Anteile und stellte den beiden Neu-Eigentümern NRDC Equity Partners sowie dem deutschen Unternehmer Bernd Beetz einen Kredit in Höhe von 60 Millionen Euro zur Verfügung. Dieser soll mit 15 Prozent verzinst gewesen sein.
Der Kredit sollte ursprünglich bis April 2028 laufen. Im Rahmen einer Refinanzierung im Sommer dieses Jahres zahlte Galeria einen Teil davon bereits zurück. Wie Insider gegenüber FINANCE bestätigten, ist das Darlehen allerdings nicht vollständig getilgt.
Nach dem Ausstieg von Bain hält NRDC Equity Partners dem Bericht der „Börsen-Zeitung“ zufolge nun rund 70 Prozent an Galeria. Die übrigen knapp 30 Prozent liegen bei der Beteiligungsgesellschaft von Beetz. Diese Gesellschafterstruktur dürfte jedoch nicht lange Bestand haben. Im Insolvenzverfahren läuft bereits die Suche nach einem Käufer, erste Ergebnisse werden bis Januar erwartet. Ob NRDC und Beetz selbst ein Angebot abgeben werden, ist offen. Die beiden Haupteigner haben sich bislang nicht dazu geäußert.
Weihnachtsgeschäft zuletzt durch Massekredit gesichert
Galeria hat Anfang Oktober dieses Jahres bereits zum vierten Mal Insolvenz beantragt. In der vergangenen Woche hat sich die Warenhauskette ein Massedarlehen von Gordon Brothers gesichert, um den Geschäftsbetrieb für das Weihnachtsgeschäft fortzuführen. Wie hoch das Darlehen ist, bleibt unklar. Einem Insider zufolge reichen die Mittel jedoch für ein normales Vorweihnachtsgeschäft aus.
Darüber hinaus hat die Bundesagentur für Arbeit trotz der noch bis Juli 2027 laufenden Planüberwachung die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes genehmigt. Damit sind die Gehälter der rund 12.000 Beschäftigten bis Dezember gesichert. Insolvenzverwalter Frank Kebekus hat außerdem Vereinbarungen mit Lieferanten und Finanzierern getroffen, um den Betrieb in den kommenden Monaten abzusichern.