Liquiditätsmanagement nach M&A-Deals: Wie CFOs den Überblick behalten

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Wo liegen die Daten? Nach M&A-Deals müssen CFOs und Treasurer oftmals erst eine neue Grundlage für eine belastbare Liquiditätsplanung schaffen.
maxkabakov/iStock/Thinkstock/Getty Images

Wenn zwei Unternehmen zu einer gemeinsamen Einheit zusammenwachsen sollen, muss auch eine Übersicht über die Liquiditätssituation her. Für viele CFOs ist das nach einer Übernahme nicht so einfach: Häufig nutzt die akquirierte neue Tochter ein anderes ERP-System als die Mutter. Nach einem M&A-Deal können beide Unternehmen auf ein einheitliches ERP-System umstellen und die neue Tochter in das System der Mutter einbinden. Doch das ist teuer und langwierig. „Die vollständige Integration von ERP-Systemen kann bis zu einem Jahr dauern“, sagt Christian Scherf, Geschäftsführer des Anbieters für Finanzprozessautomatisierung OpusCapita.

Er rät Unternehmen, schon in der Due-Diligence-Phase einen Blick auf die IT-Landschaften zu werfen und eine gemeinsame Strategie zur IT-Integration zu entwickeln. Auch standardisierte Lösungen über Cloud Services seien eine Möglichkeit: „Rechnungseingang, Rechnungsausgang und der Zahlungsverkehr zu den Banken laufen dann durch eine zentrale Plattform. Dies ermöglicht den CFOs eine Liquiditätsplanung und der neue Mutterkonzern kann schnell den Daumen aufs Cash legen“, sagt Scherf. Aus der Cloud heraus könnten Treasurer beide ERP-Systeme im Mutter- und Tochterkonzern bespielen.

Unternehmen sind gegenüber Cloud-Diensten oft skeptisch

Allerdings räumt Scherf ein, dass viele Unternehmen gegenüber Cloud-Diensten nach wie vor skeptisch sind. „Den Unternehmen ist beispielsweise wichtig, dass die Server in Europa stehen. Auch Datensicherheit ist ein großes Thema. Manche Unternehmen lassen das Rechenzentrum sogar selbst auditieren“, berichtet Scherf.

Während manche Konzerne die Cloud-Lösung als Übergang während der Integrationsphase ihrer ERP-Systeme nutzen, setzen andere Unternehmen dauerhaft darauf. Bei kleineren Übernahmen sei der Aufwand für eine vollständige ERP-Integration beispielsweise oft zu hoch. „Mutter und Tochter könnten dann ihre unterschiedlichen Systeme behalten. Der Treasurer arbeitet mit der Cloud-Lösung und kann darüber Prozesse in beiden ERP-Systemen anstoßen.“

Von Excel-basierten Übergangslösungen rät Scherf ab, auch wenn diese seiner Wahrnehmung nach noch weit verbreitet sind. „Die Fehleranfälligkeit ist hoch, interne Kontrollen sind nur schwer möglich. Auch unter Compliance-Gesichtspunkten sind Excel-basierte Tabellen zur Liquiditätsplanung daher wenig geeignet.“