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BayernLB-Vorstand Wiegelmann ist auf dem Absprung

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Markus Wiegelmann wird die BayernLB Ende Juni 2025 verlassen. Erst seit Anfang Dezember hatte er nurmehr die Verantwortung für das IT-Projekt „Kopernikus“ inne. Foto: Bayern LB
Markus Wiegelmann wird die BayernLB Ende Juni 2025 verlassen. Erst seit Anfang Dezember hatte er nurmehr die Verantwortung für das IT-Projekt „Kopernikus“ inne. Foto: Bayern LB

Kaum vermeldet, schon überholt: Gerade etwas mehr als zwei Wochen sind vergangen, seit die BayernLB ihren CFO Markus Wiegelmann zum COO gemacht hat. Nun steht fest: Wiegelmann wird die BayernLB zum 30. Juni kommenden Jahres „im besten Einvernehmen” verlassen, wie die Landesbank am Mittwochnachmittag überraschend mitteilte.

Seinen Vorstandsvertrag lösten der Aufsichtsrat und er vorzeitig auf. Unklar ist nun, wer das IT-Projekt weiterführen wird. Angaben machte die Bank dazu ebenso wenig wie zur Nachfolge für Wiegelmann.  

Der Manager ist seit 2004 bei der BayernLB und seit 2014 CFO und Mitglied des Vorstands. In dieser Funktion verantwortete er neben den Finanzen bereits in der Vergangenheit das Ressort IT. Der Vorstandsvorsitzende der Bank, Stephan Winkelmeier, hatte im Zuge des Umbaus im Vorstand im Dezember die Finanz-Agenden von Wiegelmann übernommen. Dies dürfte vorerst auch so bleiben.

Kopernikus ist teuer und langwierig

Die BayernLB selbst beschreibt Kopernikus als „das größte Projekt“ des Hauses. An diesem arbeiten ressortübergreifend mehr als 200 Beschäftigte, unter anderem aus den Bereichen Finanzen, Group Risk Control und IT. Der ursprüngliche Zeitplan sah einen Abschluss Ende 2026 vor, doch dieser war nicht zu halten. Gestartet ist das Projekt 2021.

Mit den IT-Projekten bei der BayernLB und der Tochter Deutsche Kreditbank (DKB) sind erhebliche Kosten verbunden. Im Zuge des Geschäftsberichts 2023 bezifferte die Bank die Kosten für die IT-Modernisierung im Rahmen ihres Transformationsprogramms „Fokus 2024“ auf 730 Millionen Euro. Diese Ausgaben beziehen sich auf beide Institute.

Das Plus beim Verwaltungsaufwand im Jahr 2023 belief sich auf rund 3 Prozent oder 48 Millionen Euro. Den Anstieg führte die Bank „hauptsächlich auf den Aufbau zusätzlicher IT-Kompetenz bei der DKB“ zurück.

Raphael Arnold ist Redakteur bei FINANCE. Er studierte in Gießen und Alexandria (Ägypten) Geschichte, Geografie und Arabisch. Schon vor und während des Studiums schrieb er für verschiedene Tageszeitungen. Bei den Nürnberger Nachrichten absolvierte er ein Volontariat und arbeitete im Anschluss in deren Wirtschaftsredaktion. Danach war er über 13 Jahre für den US-Investment News Service OTR Global als Researcher und Projektmanager tätig. Beim Juve Verlag verantwortete er bis Oktober 2024 knapp acht Jahre lang die Österreich-Publikationen.