Neuigkeiten aus dem beschaulichen Oldenburg: Die Oldenburgische Landesbank geht an den US-Finanzinvestor Apollo.

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26.06.17
Banking & Berater

Apollo übernimmt Oldenburgische Landesbank

Die Allianz trennt sich von der Oldenburgischen Landesbank. Sie geht an die Bremer Kreditbank, zu deren Eigentümern auch US-Finanzinvestor Apollo gehört, der den norddeutschen Bankenmarkt aufrollen will.

Die Oldenburgische Landesbank (OLB) wechselt den Besitzer. Der Versicherer Allianz verkauft seinen Anteil von 90,2 Prozent an die Bremer Kreditbank (BKB), hinter der eine Gruppe von drei Investoren steht: US-Finanzinvestor Apollo, Teacher Retirement Systems of Texas (TRS) und Grovepoint Capital. Der Kaufpreis beträgt 300 Millionen Euro. Die restlichen Anteile liegen bei Kleinaktionären, die ein Übernahmeangebot erhalten werden. Die BKB wurde von der Deutschen Bank, Clifford Chance und PwC begleitet, die Allianz von Shearman Sterling beraten. Marktkreisen zufolge wurde TRS von Eversheds Sutherland, Apollo von Latham & Watkins und Grovepoint Capital von Sernetz Schäfer beraten.

Die Regionalbank aus Oldenburg gehörte seit 2001 zur Allianz. Die Erwartungen des Versicherers an das Investment im Bankenmarkt wurden allerdings auch von der OLB enttäuscht: Die Allianz muss einen Verlust von 200 Millionen Euro hinnehmen, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters einen Sprecher des Hauses. Auf die Gewinnprognose des laufenden Jahres habe das aber keinen Einfluss.

Zudem sei für den Dax-Konzern die Entlastung der Solvenzquote das Entscheidende, heißt es bei Reuters. Wegen verschärfter Kapitalvorschriften, die seit 2016 gelten, hatte die Beteiligung an der Landesbank den Versicherer zuletzt bei dieser wichtigen Kennzahl belastet.

Oldenburgische Landesbank von kleinerem Institut übernommen

Im vergangenem September hatte die Allianz den Verkaufsprozess angestoßen. Der Investorenkreis zu dem US-Investor Apollo gehört, galt seit längerem als Favorit. Im März war bekannt geworden, dass die Commerzbank aus dem Interessentenkreis ausschied. Als weitere potentielle Käufer galten zu der Zeit noch die österreichische Bawag sowie die Beteiligungsgesellschaften Towerbrook und Acathia.

Die Landesbank soll an die Bremer Kreditbank angeschlossen werden, die auch als Käufer auftritt. Mit einer Bilanzsumme von 2,2 Milliarden Euro ist das Institut allerdings deutlich kleiner als die nun übernommene Landesbank mit knapp 14 Milliarden Euro, was in Oldenburg Hoffnungen weckt, dass viele Zentralfunktionen in der norddeutschen Stadt erhalten bleiben könnten. Wie der Zusammenschluss genau erfolgen soll, ist allerdings noch nicht bekannt.

Apollo konsolidiert norddeutschen Bankenmarkt

Die Bremer Kreditbank betreut deutschlandweit mittelständische Firmenkunden und ist auch in der Akquisitionsfinanzierung und der gewerblichen Immobilienfinanzierung aktiv. Im vergangenen Jahr hatten die Bremer bereits das Bankhaus Neelmeyer gekauft und sich damit auch im Segment vermögender Privatkunden positioniert. Die Oldenburgische Landesbank ist mit ihrem regionalen Fokus ebenfalls sowohl im Privat- als auch im Firmenkundengeschäft aktiv. Die Häuser sollen nun auf einer einheitlichen Plattform gemeinsam wachsen.

Ob es für Apollo der letzte Schachzug in Sachen Konsolidierung des norddeutschen Bankenmarkts gewesen ist, bleibt noch abzuwarten. Der Investor hatte auch Interesse an der HSH Nordbank signalisiert, die bis 2018 privatisiert werden muss. Erklärtes Ziel der Amerikaner ist, im regionalen Bankmarkt in Norddeutschland stark zu expandieren.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Korrektur: In einer früheren Version des Artikels wurde der Eindruck erweckt, Apollo sei alleiniger Eigentümer der Bremer Kreditbank. Dies ist nicht korrekt: Zu den Hauptgesellschaftern gehören Teacher Retirement System of Texas, Apollo Global Management und Grovepoint Capital. Sie halten jeweils eine Beteiligung von unter 40 Prozent und sind voneinander unabhängig. Der Artikel wurde entsprechend aktualisiert.

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