M&A-Deals: Deutsche Bank, DBAG, Otto-Gruppe

Mario Andreya/Deutsche Bank

07.04.17
Deals

M&A-Deals: Deutsche Bank, DBAG, Otto-Gruppe

Die Deutsche Bank ist bei einem Fintech eingestiegen, die DBAG hat zwei Unternehmen im Convenience-Food-Sektor übernommen und die Otto-Gruppe verkauft ihren Onlinebezahldienst Ratepay an Advent und Bain. Diese und andere M&A-Deals finden Sie in unserem FINANCE-Wochenrückblick.

Deutsche Bank steigt mit 12,5 Prozent beim FinTech Trust Bills ein

Mit einem Anteil von 12,5 Prozent beteiligt sich die Deutsche Bank an dem Fintech Trust Bills. Für die Deutsche Bank ist es die erste Beteiligung an einem Fintech, nachdem sie zuvor vornehmlich auf partnerschaftlicher Basis mit Fintechs zusammengearbeitet hat.

Die Auktionsplattform Trust Bills wurde 2015 gegründet und betreibt einen elektronischen Marktplatz zum Verkauf von Unternehmensforderungen an internationale institutionelle Investoren. Durch die Transaktion erhofft sich das Unternehmen einen weiteren Wachstumsschub. Neben der Deutschen Bank ist bereits die DZ Bank mit 25 Prozent an Trust Bills beteiligt.

Deutsche Investorenkonferenz 2017

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Ankündigung zur 14. Deutschen Investorenkonferenz

DBAG mit zwei Transaktionen im Convenience-Food-Sektor

Der Private-Equity-Investor Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) übernimmt über den DBAG Fund VII die Familienunternehmen Abbelen aus Deutschland und Oscar Mayer aus Großbritannien. Abbelen produziert gekühlte Frikadellen und Fertig-Hamburger, während Oscar Mayer Fertiggerichte und Snacks für große Lebensmittelketten und Discounter herstellt. Das deutsche Familienunternehmen verzeichnet laut DBAG einen Umsatz von 140 Millionen Euro. Oscar Mayer erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015/2016 einen Umsatz von 253 Millionen Pfund. Beide Unternehmen wollen durch die Transaktion ihre Nachfolge regeln, wie die DBAG in einer Pressemitteilung erklärt.

Geplant ist, die beiden Familienunternehmen nach einem Mangement-Buy-Out eigenständig weiterzuführen, aber unter einer gemeinsamen Management-Holding zu bündeln. Außerdem sollen die Produktpalletten ausgebaut und der Vertrieb internationalisiert werden. Die Kartellbehörden müssen dem Deal noch zustimmen. 

Onlinebezahldienst der Otto-Gruppe Ratepay geht an Advent und Bain

Ratepay, ein Onlinebezahldienstes der Otto-Gruppe, wurde von den Private-Equity-Investoren Advent und Bain Capital übernommen, wie der Handelskonzern in einer Pressemitteilung verkündete. Ratepay ist auf die Abwicklung von Bezahlmethoden für Onlineshops spezialisiert.

Advent und Bain planen, das Unternehmen in die Payment-Service-Provider-Plattform Concardis zu integrieren. Im Januar hatten die beiden Investoren verkündet, Concardis übernehmen zu wollen, allerdings steht das Closing des Deals noch aus. Ratepay soll als Marke bestehen bleiben und eigenständig in der Concardis-Gruppe weitergeführt werden. Die Käuferseite wurde von PwC, Hengeler Mueller, Weil, Gotshal & Manges und First Annapolis beraten. Otto wurde von der Milbank (Federführung: Rolf Füger, Norbert Rieger und Sebastian Heim) beraten.

Creat legt Übernahmeangebot für Biotest vor

Die Übernahmeverhandlungen des chinesischen Industriekonzerns Creat mit den Gesellschaftern und dem Management des hessischen Pharmaunternehmens Biotest waren erfolgreich. Wie Biotest am heutigen Freitag mitteilte, wird Creat ein offizielles Übernahmeangebot für Biotest vorlegen. Der Preis entspricht dem, was Creat vor einer Woche angekündigt hatte: 28,50 Euro je Stamm- und 19 Euro je Vorzugsaktie. Damit bewerten die Chinesen Biotest insgesamt mit rund 1,3 Milliarden Euro. Die Mindestannahmeschwelle beträgt 75 Prozent aller Stammaktien, die sich zum Großteil im Besitz weniger Großaktionäre befinden. Vorstand und Aufsichtsrat von Biotest unterstützen das Angebot. Die Mehrheitsaktionärin OGEL wurde bei der Transaktion von der Kanzlei Jones Day (Federführung: Johannes Perlitt) beraten, während Biotest die Wirtschaftskanzlei Ashurst (Federführung: Reinhard Eyring) und Credit Suisse beratend zur Seite stand. Die Kanzlei Kirkland & Ellis (Federführung: Achim Herfs) hat Creat bei der Transaktion beraten.

Fünfter M&A-Deal in neun Monaten für Sartorius

Für 72,5 Millionen US-Dollar (umgerechnet 68 Millionen Euro) erwirbt der Pharma- und Laborzulieferer Sartorius das schwedische Unternehmen Umetrics, das biopharmazeutische Entwicklungs- und Produktionsprozesse modelliert und optimiert. Bisher gehört das Unternehmen noch zum Biotech-Konzern MKS Instruments. Eine Kooperation zwischen Sartorius und Umetrics besteht seit fünf Jahren. Im laufenden Jahr plant Umetrics laut Sartorius mit einem Umsatz von 15 Millionen Dollar.

Für Sartorius ist es der fünfte M&A-Deal in den vergangenen neun Monaten. Das Unternehmen erhofft sich durch die Zukäufe mehr Wachstum, so soll der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr um 12 bis 16 Prozent ansteigen. Zuletzt verbuchten die Göttinger einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro. 

Schneider Electric verkauft Tochter DNT an TBG

Der französische Elektrokonzern Schneider Electric hat in der Schweizer Holding TBG einen Käufer für seine US-Tochter Telvent DTN gefunden. Dies teilte Schneider Electric in einer Pressemitteilung mit. DNT ist eine auf Wetterdaten für Landwirte spezialisierte Daten- und Softwarefirma. Das Unternehmen erwirtschaftet einen Umsatz von 213 Millionen Dollar.

Schneider Electric hat Telvent für 1,4 Milliarden Euro im Jahr 2011 erworben. Nun erachtet das Unternehmen die Sparte DNT aber nicht mehr als relevant für sein Kerngeschäft. Den Großteil des Geschäfts von Telvent will Schneider Electric allerdings behalten. Soweit die Kartellbehörden zustimmen, soll die Transaktion im zweiten Quartal abgeschlossen werden.

Piëch zieht sich bei Porsche zurück

Der frühere VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hat einen Großteil seiner Anteile an der Porsche SE, die von seinen Privatstiftungen gehalten werden, abgegeben. Sein 75-jähriger Bruder Hans Michel Piëch wir die Aktien zu wesentlichen Teilen übernehmen.

Einzig der Anteil, der von der Ferdinand Karl Beta Privatstiftung gehalten wird, soll von den vorherigen 14,7 Prozent erhalten bleiben. Außerdem werde Ferdinand Piëch bis zum Vollzug der Transaktion Mitglied des Aufsichtsrates bleiben. Die Behörden müssen der Transaktion noch zustimmen.

Heraeus übernimmt restliche Anteile an Argor-Heraeus

Der Technologiekonzern Heraeus übernimmt den Schweizer Edelmetallverarbeiter Argor-Heraeus. Über die Global Business Unit Heraeus Precious Metals erwirbt das Unternehmen die restlichen zwei Drittel der Anteile an Argor von den Miteigentümern Commerzbank, Münze Österreich sowie vom Argor-Management. Seit 1986 ist Heraeus an Argor beteiligt und hält derzeit 33 Prozent.

Argor besitzt Standorte in Deutschland, Italien und Lateinamerika und beschäftigt über 300 Mitarbeiter. Der Unternehmenswert wird auf eine halbe Milliarde Schweizer Franken geschätzt. Die Wettbewerbsbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen.

Spirax-Sarco kauft Gestra-Gruppe für 186 Millionen Euro

Flowserve Corporation verkauft für rund 186 Millionen Euro den Ventilhersteller Gestra an das englische Unternehmen Spirax-Sarco. Flowserve ist ein Anbieter von Pumpen, Ventilen, Dichtungen und Dienstleistungen für Stromerzeuger. Das Unternehmen wurde bei dem Verkauf von Baker McKenzie (Federführung: Nikolaus Reinhuber, Björn Simon, Peter Wand) beraten. Die Kanzlei Glade Michel Wirtz (Federführung: Achim Glade) stand Spirax-Sarco beratend zur Seite.

Bereits Anfang des Jahres war bekannt geworden, dass Flowserve das Bremer Unternehmen verkaufen will. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Gestra-Gruppe einen Umsatz von rund 92,5 Millionen Euro. Bei der Transaktion handelt es sich um einen gemischten Share-/Asset-Deal mit einem komplexen internationalen Carve-out. Die Kartellbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen.

Kaufangebote für HSH Nordbank eingegangen

Nachdem die Frist für unverbindliche Kaufangebote für die HSH Nordbank abgelaufen ist, zeigen sich die Eigentümer mit der Resonanz zufrieden, heißt es in einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters. Als nächstes werde darüber entschieden, wer einen näheren Einblick in das Zahlenwerk der Bank bekäme. Nach Angaben der Bank hätten sich mehr als zehn Interessenten gemeldet. Wer genau diese potenziellen Käufer sind, ist nicht bekannt.

Reuters will aus Insiderkreisen erfahren haben, dass sowohl das Tourismus- und Finanzkonglomerat HNA als auch der Finanzinvestor Apollo ein Angebot abgegeben hätten. Die Norddeutsche Landesbank habe hingegen keine Offerte gemacht.

M&A-Personalien

Die M&A-Beratung Raymond James konkretisiert die Pläne für das neue Büro in Frankfurt. Dirk-Oliver Löffler wird Managing Director und übernimmt somit die Leitung des neuen Standorts. Er kommt von der M&A-Boutique Richmond Park Partners. Neben ihm stellt Raymond James zwei Vice Presidents ein: Julian Knirim und Jens Gerlach. Knirim wechselt ebenfalls von Richmond Park Partners, während Gerlach zuletzt bei der Citigroup als Investmentbanking Associate arbeitete.

Holger Knittel wird neuer Leiter des M&A-Geschäfts in Deutschland, Österreich und der Schweiz der Citigroup. Zuletzt war Knittel Managing Director im Large-Cap-M&A-Team der Deutschen Bank. Er wird den Posten bei der Citigroup voraussichtlich erst im Laufe des dritten Quartals übernehmen.

Adalbert Rödding wird neuer Partner für den Bereich Steuern am Kölner Standort der Wirtschaftskanzlei Görg. Seine Schwerpunkte liegen unter anderem in den Bereichen Strukturierung und Finanzierung von nationalen und internationalen M&A-Deals. Als Counsel folgt ihm der Principal Associate Holger Dann. Rödding wechselt von der Wirtschaftskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer. Dort gehörte er elf Jahre als Partner der internationalen Steuerrechtsgruppe an.

Weitere M&A-Deals

Der Schweizer Elektrokonzern ABB will mit der Übernahme des Steuerungsherstellers Bernecker und Rainer (B&R) seine Rolle in der Industrieautomation ausbauen. Die Transaktion folge einer branchenüblichen Bewertung und über den Verkaufspreis wollen die Parteien keine Auskunft geben, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. B&R beschäftigt mehr als 3.000 Mitarbeiter und ist in 70 Ländern aktiv. 2015/16 erzielte das Unternehmen mehr als 600 Millionen US-Dollar. Der Abschluss der Transaktion wird zum Sommer dieses Jahres erwartet.

JAB, eine Investmentholding der Familie Reimann, erwirbt die Bäckereikette Panera Bread, wie JAB in einer Pressemitteilung verkündet. Die Transaktion soll knapp 7,5 Milliarden Dollar umfassen, wobei die Investmentholding 315 Dollar je Aktie zahlt. Sowohl die Wettbewerbsbehörden, als auch die Panera-Anteilseigner müssen der Transaktion noch zustimmen. Das Closing wird für das dritte Quartal erwartet. Die über 2.000 Panera-Bäckereien erwirtschaften einen Umsatz von rund 5 Milliarden Dollar.

Der Übernahmestreit um den Schweizer Baustoffkonzern Sika geht in die nächste Runde. Der französische Konkurrent Saint Gobain hat eine Vereinbarung zum Kauf bis Ende 2017 verlängert. Sika wehrt sich seit mehr als zwei Jahren gegen die Übernahme. Im Oktober vergangenen Jahres errang das Unternehmen einen Etappensieg, als das Kantonsgericht Zug einen Versuch der Gründerfamilie Burkard unterband, die Kontrolle über das Unternehmen an Saint-Gobain zu übertragen.

Der PE-Investor Paragon Partners hat seine Anteile an der in Memmingen ansässigen Anti-Germ und der irischen Medentech an Hypred, einem Portfoliounternehmen des PE-Investors Ardian, verkauft. Zusammen werden Hypred und Anti-Germ nach Angaben von Paragon Partners das drittgrößte Unternehmen weltweit im Bereich Biosicherheit für die Nahrungsmittelindustrie und Landwirtschaft bilden. Der kombinierte Jahresumsatz liegt bei 180 Millionen Euro. Über den Kaufpreis ist nicht bekannt. Paragon Partners wurde von Gütt Olk Feldhaus (Kilian Helmreich), Lincoln International (Kai Ingo Seidel) und Ebner Stolz (Claus Buhmann) beraten. Die Wirtschaftskanzlei Latham & Watkins (Federführung: Gregor Klenk) und die Beratungsgesellschaft Accuracy standen Ardian und Hypred beratend zur Seite.

Der Medienkonzern Bertelsmann baut sein Bildungsgeschäft durch eine Akquisition in den USA aus. Über die Tochter Relias Learning übernimmt Bertelsmann den US-E-Learning-Anbieter Advanced Practice Strategies. Das Unternehmen wurde 1992 gegründet und beschäftigt rund 60 Mitarbeiter.

Immobilienscout24
hat sich mit 25 Prozent an dem Start-up wg-gesucht.de beteiligt, dabei liegt Investitionssumme im niedrigen siebenstelligen Bereich. Mit der Transaktion will Immobilienscout24 seine Reichweite bei einer jungen und mobilen Zielgruppe ausbauen, heißt es.

Das Management des VfB Stuttgart treibt die geplante Auslagerung der Profiabteilung voran. Am 1. Juni sollen die Mitglieder auf einer Vereinsversammlung dem Plan von VfB-Präsident Wolfgang Dietrich zustimmen. Dafür müsste eine Mehrheit von 75 Prozent zusammenkommen, allerdings sind prinzipiell über 50.000 Vereinsmitglieder stimmberechtigt. In einem nächsten Schritt sollen 24,9 Prozent der Anteile an einen Investor verkauft werden und an die 100 Millionen Euro einbringen.

Der Spezialchemiekonzern Lanxess kann nun endgültig das US-Unternehmen Chemtura übernehmen. Die EU-Kommission hat der Übernahme zugestimmt und ihre Entscheidung damit begründet, dass die Unternehmen sich mehrheitlich ergänzen würden. Außerdem gäbe es einige starke Wettbewerber im Markt. Lanxess hatte im vergangenem Jahr angekündigt, den amerikanischen Konkurrenten für 2,4 Milliarden Euro übernehmen zu wollen. Die US-Behörden und die Aktionäre von Chemtura haben der Transaktion bereits zugestimmt.

Im Übernahmeringen um den Spezialpumpenhersteller Pfeiffer Vacuum durch die Industriegruppe Busch scheint es ein Entgegenkommen auf der Seite der potenziellen Käufer zu geben. Wie die Nachrichtenagentur Reuters aus einem Vertragsentwurf erfahren haben soll, sichert Busch dem Pumpenhersteller Eigenständigkeit zu. Ebenfalls sollen in den ersten zwei Jahren keine Änderungen von Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen gemacht werden, sowie von Kündigungen abgesehen werden. Änderungen im Vorstand solle es auch nicht geben. Allerdings regt der Wettbewerber an, den Vorstand um einen CFO zu erweitern. Zuvor hatte das „Handelsblatt“ berichtet, dass der Vorstand von Pfeiffer Vacuum vorbehaltlich einer detaillierten Prüfung seinen Aktionären das zweite Angebot nicht empfehle. Grund hierfür sei der Angebotspreis, der weiter unter dem Aktienkurs liegt.
 
Der Automobilhersteller Audi plant bei dem US-Unternehmen Silvercar eine Erhöhung der Minderheitsbeteiligung auf 100 Prozent. Silvercar hat sich auf digitalbasierte Angebote zur flexiblen Fahrzeugnutzung spezialisiert. Unter anderem bietet Silvercar ein Mietwagen-Angebot an amerikanischen Flughäfen an. Das Unternehmen beschäftigt 150 Mitarbeiter und ist an 15 Standorten vertreten. Soweit die Behörden keine Einwände erheben, soll die Transaktion in der ersten Jahreshälfte abgeschlossen werden.

Nachdem zuletzt die Europäische Kommission dem Erwerb des Dachpfannenherstellers Braas Monier durch das US-Familienunternehmen Standard Industries zugestimmt hatte, kündigte Standard Industries nun an, sein Europa-Geschäft unter dem Namen BMI Group zusammenzufügen. Dies berichtet die Presseagentur Reuters. Die Unternehmensgruppe würde dann 15.000 Mitarbeiter in 186 Werke beschäftigen und ihren Sitz in London haben. Die Unternehmen hatten sich einen erbitterten Übernahmewettkampf geliefert und waren letztendlich doch zu einer Einigung gekommen.

Florian Rehm und Dirk Lütvogt steigen beim Getränkehersteller Fritz-Kola als Mitgesellschafter ein. Mitgründer Lorenz Hampl war vor drei Monaten aus dem Unternehmen ausgeschieden. Mehrheitsgesellschafter und alleiniger Geschäftsführer bleibt weiterhin Mirco Wolf Wiegert. Das Bundekartellamt muss noch seine Zustimmung aussprechen. Die Kanzlei Göhmann (Federführung: Johannes Waitz) sowie Rödl & Partner (Federführung: Stefan Herrmann) haben Florian Rehm bei der Transaktion beratend zur Seite gestanden.

Wie der griechische Staatsminister für Regierungskoordination Alekos Flambouraris mitteilte, soll die Übernahme der 14 griechischen Regionalflughäfen durch den deutschen Betreiber Fraport noch vor Ostern abgeschlossen werden. Dies berichtete die Presseagentur Dpa. Zuletzt war die Übergabe immer wieder verschoben worden, obwohl Fraport-Greece bereits alle Vorbereitungen abgeschlossen hatte.

Einen neuen Besitzer hat nun das Reisegeschäft des insolventen Internetunternehmens Unister, wie aus einer Pressemitteilung der Kanzlei des Insolvenzverwalters Lucas Flöther hervorgeht. Der neue Besitzer ist der tschechische Investor Rockaway Capital. Die Online-Portale wie ab-in-den-urlaub.de oder reisen.de werden von der Invia-Gruppe weitergeführt. Die rund 540 Arbeitsplätze und die Standorte bleiben erhalten. Thomas Wagner und Oliver Schilling, die beiden Gesellschafter von Unister, waren im vergangenem Jahr bei einem Flugzeugabsturz gestorben. Wenig später rutsche das Unternehmen in die Insolvenz.

Insiderberichten zufolge soll die Infrastruktur-Tochter Allianz Capital Partners Teil eines Konsortiums sein, das eine Beteiligung an der italienische Betreibergesellschaft Autostrade per l'Italia plant. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Zusammen mit einem weiteren europäischen Investor sollen 5 Prozent erworben werden. Bisheriger Eigentümer der Betreibergesellschaft ist Atlantia, eine Unternehmensgruppe, die im Bereich Autobahnen und Flughafeninfrastruktur tätig ist.

Die Schweizer Beteiligungsgesellschaft Mountain Partners, die vom Finanzinvestor Cornelius Boersch gegründet wurde, übernimmt durch ihre lateinamerikanische Zentrale, Mountain Nazca, die E-Commerce-Plattform Groupon Brazil. Dies geht aus einer Presseerklärung des Unternehmens hervor. Im März hatte Mountain Partners bereits die Geschäfte von Groupon in fünf weiteren Lateinamerikanischen Ländern erworben.

Das IT-Service-Unternehmen Datagroup erwirbt den Outsourcing-Spezialisten Hanse Com Gesellschaft für Informationstechnologie. Das Hamburger Unternehmen erzielt einen Jahresumsatz von knapp 16 Millionen Euro und beschäftigt 70 Mitarbeiter.

Vistra, ein Service-Dienstleister für Aktien- und Investmentgesellschaften, übernimmt Optegra, eine mittelständische Unternehmensgruppe für Wirtschaftsprüfung sowie Steuer- und Unternehmensberatung. Optegra ist an drei Standorten in Deutschland vertreten und zählt 120 Berater zu seinem Team. Vistra wurde von der Wirtschaftskanzlei Noerr (Federführung: Falk Osterloh und Gregor Barbers) beraten.

Die Internet-Reiseagentur Travel24.com hat das Travel 24 Hotel im ehemaligen Leipziger Ringmessehaus an die Vicus Group verkauft. Vicus ist auf die Revitalisierung von Gewerbeimmobilien spezialisiert. Die Transaktion erfolgt in Form eines Share Deals.

Trotz des starkes Kursanstiegs der Jenoptik-Aktien will das Land Thüringen seine Beteiligung am Technologieunternehmen durch die landeseigene Beteiligungsgesellschaft Bm-t nicht beenden. Dies teilte eine Sprecherin dem Sender „MDR“ mit. Thüringen fehle es an Start-ups und innovativen Unternehmen, in die das Geld investiert werden könnte. Seit Jahresanfang stieg sich der Aktienkurs von Jenoptik um 40 Prozent auf gut 23 Euro. Bm-t hatte die Papiere vor knapp sechs Jahren gekauft.

Der Online-Essenslieferdienst Delivery Hero geht eine regionale Partnerschaft mit der Amrest Holding ein, wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung verkündete. Amrest ist ein polnischer Gastronomiekonzern, der unter anderem die Franchiserechte an den Marken KFC, Pizza Hut, Burger King und Starbucks in Polen hält. Im Zuge dieser Partnerschaft erwirbt Amrest 51 Prozent an Delivery Hero Poland durch den Erwerb neuer Aktien. Für Delivery Hero ergibt sich durch die Transkation die Möglichkeit die Restaurants und Marken von Amrest auf seiner Plattform zu integrieren. Die Transaktion soll in den nächsten Wochen abgeschlossen werden.

Der Larian Living Trust hat den Aktionären des Puppenherstellers Zapf Creation ein freiwilliges Kaufangebot unterbreitet. Er bietet den Aktionären 10 Euro je Aktie. Bisher ist Larian Living Trust mit einem Anteil von ungefähr 39 Prozent an Zapf Creation beteiligt, wobei Mitglieder der Familie Larian weitere Aktien direkt und indirekt halten. Die Annahmefrist läuft bis zum 10. Mai.

Der Glücksspielkonzern Novomatic erwirbt die Casino-Royal-Gruppe. Der Betreiber von Automaten-Casinos erwirtschaftete im vergangenem Geschäftsjahr einen Brutto-Umsatz von 102 Millionen Euro und beschäftigt 1.000 Mitarbeiter. Die Kanzlei Bücheler & Kollegen (Federführung: Stefan Sebastiani) hat Novomatic bei der Transaktion beraten.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

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