Die BayernLB will stärker im Firmenkundengeschäft wachsen und eröffnet dafür vier neue Niederlassungen in Deutschland. „Stuttgart, Hamburg und Berlin werden neue Vertriebsstandorte für unser Firmenkundengeschäft sein, hinzu kommt Frankfurt mit dem Schwerpunkt auf Immobilien“, sagte Firmenkundenvorstand Michael Bücker in der heutigen Ausgabe der F.A.Z.
Bereits im September hatte Bücker, der seit Januar 2013 Firmenkundenvorstand ist, in einem Interview mit FINANCE erklärt, dass die BayernLB neue Standorte in Deutschland eröffnen will, nachdem sich Düsseldorf als „absolutes Erfolgsmodell“ erwiesen habe: „Wir wollen noch weiter wachsen und allein in diesem Jahr in ganz Deutschland 150 Mittelständler und rund 20 Großkunden gewinnen“, erklärte Bücker. Mit den neuen Standorten sollen nun vor allem jene Firmenkunden angesprochen werden, die im Jahr zwischen 100 und 500 Millionen Euro Umsatz machen.
BayernLB: Altlasten drücken
Mit diesem Vorhaben ist die Münchener Bank nicht alleine – auch andere deutsche und ausländische Banken haben das deutsche Firmenkundengeschäft immer stärker im Fokus. So will beispielsweise auch die HSBC stärker im Geschäft mit Mittelständlern wachsen und investiert rund 500 Millionen Euro in den Ausbau des Firmenkundengeschäfts in Deutschland. Im September und Oktober stärkte sie ihre Firmenkundenbetreuung bereits mit den drei Neuzugängen Martin Hörstel, Steffen Wurm und Jürgen Helm.
Vor wenigen Tagen präsentierte die HSBC nun Zahlen aus den ersten drei Quartalen 2014, die bereits erste Erfolge der neuen Strategie andeuten. Auch Exoten schielen auf das Geschäft mit den CFOs in Deutschland. So will sich etwa die Agricultural Bank of China im deutschen Firmenkundengeschäft etablieren und im Bereich Zahlungsverkehr punkten, wie Firmenkundenvorstand Deutschland Michael Lamla kürzlich im Interview mit FINANCE erklärte.
Trotz der hohen Konkurrenz aus dem Ausland gibt Bücker sich zuversichtlich: „Wir werden sehen, dass sich die ausländischen Banken nach ersten größeren Enttäuschungen zum Teil wieder zurückziehen werden“, sagte er im September. Noch kämpft aber auch die BayernLB mit den Folgen der Finanzkrise: Erst vor wenigen Wochen hatte sie ein 6,5 Milliarden Euro schweres ABS-Portfolio verkauft und in diesem Rahmen 2 Milliarden Euro an den Freistaat Bayern überwiesen. Dieser hatte ihr in der Finanzkrise mit 10 Milliarden Euro unter die Arme gegriffen hatte, davon muss sie bis 2019 die Hälfte zurückzahlen. 3 Milliarden Euro sind damit noch offen.
Info
Das vollständige Interview mit BayernLB-Firmenkundenvorstand Michael Bücker können Sie in der September-Ausgabe der FINANCE nachlesen, mehr Infos finden Sie dazu hier.