Die BayernLB hat 2016 mehr Gewinn gemacht und ist profitabler geworden. Das liegt aber nicht am Firmenkundengeschäft, wo die Bank Federn gelassen hat.

BayernLB

16.03.17
Banking & Berater

BayernLB macht weniger Gewinn im Firmenkundengeschäft

Die Bayerische Landesbank gewinnt zwar neue Firmenkunden. Dennoch geht der Gewinn im Firmenkunden- und Kapitalmarktgeschäft deutlich zurück. Dies hat mehrere Gründe.

Die BayernLB kann ihre gewonnenen Neukunden noch nicht in steigende Gewinne im Firmenkundengeschäft ummünzen. Das zeigen die am heutigen Donnerstag veröffentlichten Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2016.

Der Vorsteuergewinn der Münchener im Geschäftsbereich Corporates & Mittelstand ging gegenüber dem Vorjahr um 28 Prozent auf 203 Millionen Euro zurück – auch deshalb, weil die Erträge aus der Risikovorsorge nur noch 8 Millionen Millionen Euro betrugen, und nicht wie im Vorjahr 65 Millionen Euro. Die BayernLB begründet den Rückgang mit gestiegenen Verwaltungsaufwendungen und dem Niedrigzinsumfeld, das auf die Zinsmargen drücke und den Zinsüberschuss schrumpfen lasse. Der Zinsüberschuss ging gegenüber dem Vorjahr von 317 Millionen auf 304 Millionen Euro zurück.

Den Provisionsüberschuss hielt die BayernLB mit 114 Millionen Euro konstant. Die Operativen Erträge lagen mit 418 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahresniveau (432 Millionen Euro). Der schrumpfende Gewinn in Verbindung mit den gestiegenen Verwaltungsaufwendungen drückt auf die Profitabilität. Die Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity) ist deshalb von 11,1 Prozent auf 8 Prozent gesunken.

BayernLB: Financial Markets weniger profitabel

Weniger profitabel war der Geschäftsbereich Financial Markets, in dem die Münchener ihr Kapitalmarktgeschäft bündeln und dessen Eigenkapitalrentabilität nach 13,5 Prozent im Vorjahr Ende 2016 nur noch 2,8 Prozent betrug. Der Rückgang um rund 80 Prozent resultiert aus einem deutlich geringeren Vorsteuerergebnis, das von 145 Millionen Euro auf 29 Millionen Euro gesunken ist.

Auch in diesem Bereich macht der BayernLB der magere Zinsüberschuss zu schaffen, der von 100 Millionen Euro auf 41 Millionen Euro geschrumpft ist. Der Provisionsüberschuss lag mit 71 Millionen Euro leicht über dem Vorjahresniveau. Bei dem Geschäftssegment Financial Markets muss man jedoch wissen, dass die Erträge aus diesem Bereich teilweise in den anderen Segmenten verbucht werden und folglich nicht unter den Financial Markets auftauchen.

Deutlich profitabler als das Firmenkundengeschäft ist derzeit das Privatkundengeschäft der BayernLB, gebündelt in der Tochter DKB, deren Eigenkapitalrentabilität derzeit bei 13,6 Prozent liegt. Auch das vierte Geschäftsfeld Immobilien & Sparkassen war im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 24,8 Prozent deutlich rentabler.

BayernLB vergibt die meisten Kredite an KMUs

Obwohl das Privatkundengeschäft derzeit mehr Vorsteuergewinn abwirft als das Firmenkundengeschäft, bleiben Kredite an Firmenkunden der wichtigste Baustein im Kreditbuch der BayernLB. Diese machen derzeit 28 Prozent des insgesamt rund 257 Milliarden Euro schweren Brutto-Kreditvolumens aus. Jeweils 21 Prozent des Volumens vergab die Bank an Finanzinstitutionen und die öffentliche Hand. Der Retailanteil liegt nur bei 12 Prozent.

2016 hat die BayernLB nach eigenen Angaben eine dreistellige Anzahl neuer Kunden im Bereich Corporates & Mittelstand gewonnen. Insgesamt 85 Prozent des Netto-Kreditvolumens entfallen dabei auf Kredite mit einem Volumen von maximal 500 Millionen Euro. Davon hatten 79,5 Millionen Euro ein Kreditvolumen von unter 50 Millionen Euro. Davon entfiel das größte Volumen auf Kredite zwischen 5 und 50 Millionen Euro. Dieser Trend ist erstaunlich, da viele Banken zuletzt eher in das großvolumige Kreditgeschäft drängten, um sich darüber provisionsträchtiges Folgegeschäft bei größeren Kunden zu sichern.

BayernLB legt beim Konzerngewinn zu

Obwohl das Firmenkundengeschäft zuletzt geschwächelt hat, legte die BayernLB 2016 beim Konzerngewinn im Vergleich zum Vorjahr insgesamt deutlich zu. Der Vorsteuergewinn stieg um 9,6 Prozent auf 708 Millionen Euro, was vor allem an der niedrigeren Risikovorsorge und dem guten Abschneiden der Privatkundenbank DKB liegt. Unter dem Strich ist die BayernLB profitabler geworden und hat im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Eigenkapitalrendite von 8,1 Prozent erwirtschaftet. Das sind 1,4 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Außerdem hat die Bank Altlasten aus der Finanzkrise größtenteils beseitigt. Bis 2019 muss die Bank Finanzstützen des Landes Bayern über insgesamt 5 Milliarden Euro zurückzahlen. Offen ist von diesem Betrag nach Angaben der Bank nur noch 1 Milliarde Euro.

Die harte Eigenkapitalquote (CET1) ist, nach vollständiger Umsetzung von Basel III, von 12 auf 13,2 gestiegen. Die BayernLB erfüllt damit die aufsichtsrechtlichen Anforderungen, liegt aber im Vergleich zur LBBW etwas zurück. Diese weist Ende 2016 eine Quote von 15,2 Prozent aus.

BayernLB hofft im Firmenkundengeschäft auf neues Team

Für dieses Jahr rechnen die Münchener mit einer „soliden geschäftlichen Entwicklung“. Angepeilt ist erneut ein Vorsteuerergebnis im mittleren dreistelligen Millionenbereich. Auch möchte die Bank stärker mit anderen Banken kooperieren. Im November 2016 taten sich die Münchner mit Standard Chartered zusammen, um ihren Firmenkunden Handelsfinanzierungen in Asien anbieten zu können. Bei Börsengängen und dem Eigenkapitalgeschäft arbeitet die BayernLB mit Berenberg zusammen.

Neuen Schwung könnte dem Firmenkundengeschäft auch das im vergangenen Jahr an Bord geholte Team für den Bereich strukturierte Unternehmensfinanzierung verleihen. Dazu haben die Münchener ein vierköpfiges Team von der Commerzbank übernommen und zudem Oliver Gilbert abgeworben.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de

Die BayernLB hat im Corporate Banking Federn gelassen. Wie sich die anderen Geldhäuser 2016 geschlagen haben und wie sie um die Gunst der Finanzchefs konkurrieren, erfahren Sie auf der FINANCE-Themenseite zum Firmenkundengeschäft