Die BayernLB werkelt weiter an ihrer Aufstellung im Segment Corporates & Markets, in dem die Bank unter anderem alle für CFOs relevanten Bereiche des Firmenkundengeschäfts vereint. Zum April haben die Münchener die neue Abteilung „Financial Advisory &Working Capital Management“ aus der Taufe gehoben. Mit dieser vereint die BayernLB künftig ihr Financial Advisory sowie die Produktbereiche strukturierte Unternehmensfinanzierungen, Trade Finance und Working-Capital-Lösungen in einer gemeinsamen Einheit, wie FINANCE vorab erfahren hat.
Mit der neuen Einheit trägt die Landesbank nach eigenem Bekunden einem Trend Rechnung, den die Münchener zunehmend im Kontakt mit CFOs und Treasurern wahrnehmen. „Es gibt kaum ein Kundengespräch, bei dem nicht das Thema Working Capital zur Sprache kommt. Dabei ist es gleich, ob es sich um kleine oder große Unternehmen handelt und auch branchenunabhängig“, erläutert Benedikt Hoeschel, Bereichsleiter Corporates bei der BayernLB.
Als treibende Kraft hinter dem gestiegenen Kundenbedarf nennt Hoeschel die Kombination aus gestörten Lieferketten nach der Corona-Pandemie und dem Beginn des Krieges in der Ukraine sowie der Zinswende 2022: „Plötzlich war gebundenes Kapital richtig teuer. Und damit stieg natürlich die Notwendigkeit, Working Capital zu optimieren“, erläutert er. Zuletzt hat die geopolitische Lage rund um den Iran die Lieferketten erneut unter Druck gesetzt. Dabei sind auch Banklösungen zunehmend gefragt – ein Umstand, dem die neue Aufstellung Rechnung tragen soll.
Das Sektormodell der BayernLB als Ausgangspunkt
Der Gedanke dahinter: „Die Kunden erhalten damit einen zentralen Ansprechpartner für komplexe Finanzierungsfragestellungen“, heißt es von den Münchenern. Denn die neue Abteilung ist in das bestehende Sektormodell der BayernLB eingebettet, nach dem Firmenkundenvorstand Johannes Anschott seit seinem Antritt das Firmenkundengeschäft der Münchener ausgerichtet hat. Die Teams in den aktuell sechs Sektoren Mobilität, Energie, Technologie, Life Science, Maschinen- und Anlagenbau, Bau und Grundstoffe sollen Unternehmenskunden entlang ihrer gesamten Wertschöpfungskette begleiten.
„Unsere Kunden schätzen es, wenn sie komplexe Finanzierungsthemen mit einem Team besprechen können, das alle relevanten Perspektiven einbringt. Die neue Abteilung macht genau das möglich“, betont Hoeschel. In den Sektorteams sitzen Kundenbetreuer, Produktspezialisten, Risikoanalysten und in manchen Sektoren auch Research-Kollegen nebeneinander. Fokussiert ist die Bank dabei auf den gehobenen Mittelstand und große Corporates.
Die neue Struktur: vier Teams, ein Dach
In dieses Modell fügt sich nun eine neue Abteilung mit ihren bislang eigenständigen Produktteams ein. Dazu zählen sowohl Spezialisten der Forderungsseite (etwa Verbriefung und Forderungsmanagement), der Verbindlichkeitenseite inklusive Supply Chain Finance und Trade Finance sowie das Konsortialkreditgeschäft – ergänzt um das bestehende Financial Advisory Team, das sich auf Geschäftsmodell- und Bilanzanalyse spezialisiert hat.
In Summe zählt die neue Abteilung rund 50 Mitarbeitende, aufgeteilt in vier Teams. Diese unterstützen die bestehenden Sektorteams, künftig allerdings deutlich enger verzahnt, wie Hoeschel erläutert. Wie viele Spezialisten aus der neuen Abteilung in einem konkreten Sektorteam vertreten sind, soll sich am jeweiligen Marktpotenzial orientieren.
André Heinecke leitet neue Abteilung
Geleitet wird die neue Abteilung „Financial Advisory & Working Capital Management“ von André Heinecke, der als Head of Financial & ESG Advisory das bisherige Financial-Advisory- und Strukturierungsteam der Münchener aufgebaut hat und bislang geleitet hat.
Heinecke, der in seiner neuen Funktion an Bereichsleiter Hoeschel berichtet, ist wie dieser ein Eigengewächs der Landesbank. Dort war er im Laufe seiner Karriere unter anderem als Teamleiter im Bereich Corporate Structured Finance sowie im Bereich Global Loan Syndication aktiv. Seine Karriere bei der BayernLB startete Heinecke im Jahr 2008 als Trainee.
Thomas Holzamer ist Redakteur bei FINANCE sowie Chef vom Dienst bei FINANCE-Online und verfolgt schwerpunktmäßig die aktuellen Entwicklungen im Banken-Sektor, speziell das Firmenkundengeschäft. Er hat Politikwissenschaften an der Technischen Universität Darmstadt studiert. Vor FINANCE arbeitete Thomas Holzamer mehr als 12 Jahre in den Redaktionen der Mediengruppe Offenbach-Post, zunächst als verantwortlicher Redakteur für Sonderpublikationen, später im Lokalen.
