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01.03.16
Banking & Berater

Das sind die Top-Banken im Firmenkundengeschäft

Das Firmenkundengeschäft ist hart umkämpft. Welche Banken bei den CFOs am höchsten im Kurs stehen, zeigt jetzt eine neue Studie.

Die BNP Paribas ist klarer Marktführer im europäischen Firmenkundengeschäft. Das ist das Ergebnis einer jetzt veröffentlichten Umfrage von Greenwich Associates. Die US-Beratungsgesellschaft hat 635 CFOs, Treasurer und Finanzverantwortliche aus Unternehmen mit mehr als 2 Milliarden Euro Umsatz nach ihren Bankpartnern gefragt. 60 Prozent der Befragten sind demnach Firmenkunden der französischen Großbank.

Die BNP Paribas konnte ihre führende Stellung gegenüber dem Vorjahr sogar um 2 Prozentpunkte steigern und so den Vorsprung zu Platz zwei ausbauen. Dort liegt die HSBC, deren Corporate-Banking-Services gut die Hälfte der Befragten nutzt. Auf Rang drei folgt die Deutsche Bank, die mit 46 Prozent allerdings 2 Prozentpunkte gegenüber der vorherigen Umfrage einbüßte.

Das deckt sich mit den Zahlen, die das größte deutsche Bankhaus für das Geschäftsjahr 2015 vorgelegt hat: Im Kapitalmarktgeschäft waren die Erträge im vierten Quartal eingebrochen, was die Deutsche Bank unter anderem mit dem Verlust von Marktanteilen erklärte. Firmenkunden haben sich also andere Banken gesucht, um etwa Anleihen zu platzieren. Im Cash Management konnte die Deutsche Bank dagegen Greenwich zufolge neue Firmenkunden gewinnen.

RBS stürzt im Firmenkundengeschäft ab

Den größten Absturz in der Greenwich-Umfrage legte allerdings die Royal Bank of Scotland (RBS) hin. Die Schotten, die im vergangenen Jahr noch 43 Prozent der Befragten zu ihren Firmenkunden zählen konnten, spielen inzwischen nur noch in jedem dritten Unternehmen eine Rolle. Diese Einbußen waren allerdings geplant: Die RBS zieht sich derzeit im Transaktionsgeschäft, das Cash Management, Trade Finance und Zahlungsverkehr umfasst, auf ihre Heimatmärkte Großbritannien und Irland zurück.  Zahlreiche Unternehmen suchen derzeit nach einer neuen Cash-Management-Bank.

Profitiert hat davon vor allem die BNP Paribas. RBS hatte den französischen Wettbewerber im Sommer als Referenzbank empfohlen. Die Greenwich-Umfrage lässt vermuten, dass einige CFOs dieser Empfehlung gefolgt sind. Doch auch die Deutsche Bank konnte nach eigenen Angaben große Mandate gewinnen.

Deutsche CFOs setzen auf deutsche Banken

Greenwich hat die Umfrageergebnisse auch auf die einzelnen Länder heruntergebrochen. In Deutschland wurden schon Unternehmen mit einem Umsatz ab 500 Millionen Euro mit einbezogen. Trotz der zahlreichen Firmenkundenoffensiven der Auslandsbanken dominieren die deutschen Banken hier klar das Geschehen: 81 Prozent der insgesamt 233 befragten Unternehmen sind Firmenkunden der Commerzbank, dicht gefolgt von der Deutschen Bank mit 78 Prozent. Zur UniCredit, deren Corporate-Banking-Angebote immerhin zwei Drittel aller Befragten nutzen, klafft schon eine größere Lücke.

Die US-Beratungsgesellschaft hat nicht nur abgefragt, welche Banken die Unternehmen nutzen. CFOs und Treasurer waren auch angehalten, die Qualität der Services anzugeben. Europaweit weist Greenwich vier Qualitätsführer im Firmenkundengeschäft aus: BNP, Citi, Deutsche Bank und UniCredit. In Deutschland teilen sich Commerzbank und Deutsche Bank das Podium.

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