Noch kein ruhiges Fahrwasser für die BHF-Bank. Der Neueigentümer Oddo geht den Umbau der Frankfurter Bank an.

BHF-Bank

19.10.16
Banking & Berater

Philippe Oddo baut BHF-Bank um

Nach der Übernahme nimmt Philippe Oddo die Struktur der BHF-Bank unter die Lupe. Das Aktiengeschäft der Frankfurter Bank will er abbauen.

Der Umbau im deutschen Bankenmarkt geht weiter – jetzt stehen bei der Frankfurter BHF-Bank die Zeichen auf Veränderung. Der französische Banker und neue BHF-Chef Philippe Oddo beginnt, das Institut nach der Übernahme umzubauen, um Synergien innerhalb der deutsch-französischen Oddo-Gruppe besser zu heben.

Das wird in einzelnen Bereichen der Bank auch einen Stellenabbau mit sich bringen, bestätigte ein Sprecher der Bank gegenüber FINANCE. Nur gespart werden soll allerdings nicht. Es seien auch Investitionen in einzelne Bereiche geplant.

Konkret sollen die Bereiche Aktienvertrieb, Aktienplatzierungen und Aktien-Research geschlossen werden. Ein Teil der Angebote aus diesen Bereichen soll von der Investmentbank Oddo Seydler übernommen werden. Insgesamt sind davon rund 20 Mitarbeiter betroffen, rund der Hälfte werde ein Wechsel zu Oddo Seydler angeboten, heißt es. Über eine Zusammenlegung einzelner Geschäftsteile von BHF und Oddo Seydler war bereits spekuliert worden.

Auch in der Verwaltung wird es Kürzungen geben. Allerdings gebe es keinen fixen Plan und keine anvisierte Gesamtzahl von wegfallenden Jobs. Damit unterscheidet sich das Vorgehen bei der BHF-Bank von den Veränderungen, die gerade auf die großen Institute im deutschen Markt zukommen. Die Commerzbank soll insgesamt 9.600 Stellenstreichungen in Planung haben, allein 1.800 davon im Firmenkundengeschäft. Die Deutsche Bank hat einen Abbau von bis zu 10.000 Jobs im vergangenen Jahr angekündigt.

Oddo will Private Banking der BHF-Bank stärken

Auch in anderen Bereichen der Bank, die im ersten Halbjahr 2016 keine schwarzen Zahlen geschrieben hat, kann es noch zu Kürzungen kommen. Jede Abteilung wird auf ihre Geschäftstätigkeit hin überprüft, heißt es aus dem Institut. Investieren will Philippe Oddo vor allem in den Bereich Private Banking und Wealth Management. Dort werden auch neue Stellen geschaffen, sagte ein Sprecher gegenüber FINANCE.

Den Weg für die Neuordnung hat sich Philippe Oddo in den vergangenen Monaten freigemacht. Im Januar sicherte sich die Oddo-Gruppe nach einem langen Übernahmekampf die absolute Mehrheit. Der härteste konkurrierende Bieter um die BHF-Bank, der chinesische Investor Fosun, verkaufte seine 28,6 Prozent an die französische Bank. Seitdem muss Oddo mit keinem Anteilseigner mit Sperrminorität mehr hadern.

Auf der Führungsebene hat der Umbau längst begonnen. Einige Wochen nach der Berufung von Philipp Oddo zum CEO und seines Vertrauten Christophe Tadié zum CFO verließ der Generalbevollmächtigte Michael Bonacker im April die Bank. Er war zuvor als möglicher Vorstandskandidat gehandelt worden. Grund für seinen Weggang waren unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige Strategie der Bank.

Für Bonackers Nachfolge konnte die BHF-Bank einen bekannten Branchenvertreter verpflichten: Joachim Häger leitete zuletzt das Wealth Management der Deutschen Bank und war bis zu seinem Ausscheiden 27 Jahre lang für das Institut tätig. Auch bei der BHF-Bank ist er als neues Vorstandsmitglied für Private Banking und Wealth Management zuständig, also für den Bereich, der das zukünftige Wachstum bringen soll.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Die BHF-Bank ist nicht die einzige Bank, die umbaut. Wie sich die Geldhäuser im Konkurrenzkampf um die begehrten Unternehmenskunden positionieren, lesen Sie auf der FINANCE-Themenseite zum Firmenkundengeschäft.