Neubesetzung in der Führungsspitze der HVB: Robert Schindler (rechts) wird neuer Firmenkundenchef, Guglielmo Zadra (links) neuer CFO.

HVB

04.10.16
Banking & Berater

Robert Schindler übernimmt Firmenkundengeschäft der HVB

Robert Schindler wird neuer Firmenkundenchef der Hypovereinsbank, Guglielmo Zadra neuer CFO. Damit könnte das Personalkarussel endlich wieder zum Stehen kommen. Dieses hatte sich in den zurückliegenden Wochen bei der HVB rasant gedreht.

Die Gerüchte um die Neubesetzung der Führungsspitze bei der Hypovereinsbank (HVB) haben sich bewahrheitet: Wie im August bereits gemutmaßt, wird Robert Schindler neuer Firmenkundenchef. Er wird damit Nachfolger von HVB-Urgestein Lutz Diederichs, der im Sommer nach 27 Jahren bei der HVB seinen Abschied verkündet hatte.   

Neuer Finanzchef der Münchener Bank wird der 43-jährige gebürtige US-Amerikaner Guglielmo Zadra. Der Risikomanagementspezialist kommt vom Mutterhaus UniCredit, wo er unter anderem für die Betreuung der Stresstests 2014 und 2016 verantwortlich war, an denen auch die UniCredit teilnahm.

Robert Schindler ist seit 26 Jahren bei der HVB

Für die deutschen Firmenkunden wichtiger ist die Berufung Schindlers. Der 52-jährige ist fast so lange bei der Bank wie Vorgänger Diederichs. Im Mai 1990 begann Schindler als Trainee bei der Bayerischen Vereinsbank, einem Vorgängerinstitut der HVB. Schon früh – im Jahr 1994 – verlegte er sich auf das Firmenkundengeschäft. In den Jahren danach durchlief er bei der HVB zahlreiche Stationen in den Bereichen Firmenkunden, Multinationals und Kapitalmarktgeschäft.

Ab Juni 2007 bekleidete Schindler verschiedene Leitungspositionen, vor allem in der süddeutschen Region. Zuletzt war Schindler Regionalleiter Südwest der Unternehmer Bank der HVB.

Neue Chefs für Großkundengeschäft und Transaktionsbank

Eine von Schindlers wichtigsten Aufgaben dürfte es sein, wieder Ruhe in die Organisation zu bringen. Langjährige Bankkenner vermuten wohl nicht zu Unrecht, dass er auf Kontinuität zu Vorgänger Diederich setzen wird.  Denn die großen Firmenkunden der HVB dürften verunsichert sein, insbesondere mit Blick auf die kapitalschwache Mutter UniCredit. Diese sondiert gerade Verkäufe, um ihr Eigenkapital zu stärken. Ob und wie genau die deutsche Tochter HVB von der Misere der italienischen Mutter betroffen sein könnte, ist nach wie vor unklar. Immer wieder gibt es Gerüchte, wonach die Italiener Geschäft oder Kapital von der stark kapitalisierten und gut laufenden HypoVereinsbank abziehen könnten. Die HVB kommuniziert in dieser Angelegenheit sehr zurückhaltend. Im Sommer verlor die HVB auch ihren CFO Francesco Giordino an das Mutterhaus.

Zudem hat spätestens mit dem Rückzug von Diederichs das Personalkarussell bei der HVB rasant Fahrt aufgenommen: Firmenkundenbanker Jan Kupfer wurde zum neuen Co-Chef des Transaktionsbankings befördert. Dessen Stelle bei der Unternehmer Bank übernahm Philipp Reimnitz, und ihm wiederum folgt als Großkundenchef („Head of Multinational Corporates“) Achim von der Lahr.  

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de

Wie es der HVB und anderen Banken in ihrem Kerngeschäft gerade ergeht, erfahren Sie auf unserer Themenseite Firmenkundengeschäft.