Hat einen neuen Großaktionär an Bord: Die Deutsche Bank.

Deutsche Bank

07.02.20
Banking & Berater

Rückenwind für die Deutsche Bank

Kein Hedgefonds, kein Aktivist, sondern die US-Fondsgesellschaft Capital Group ist neuer Großaktionär der Deutschen Bank. Die Aktionäre feiern.

Die Deutsche Bank kann das positive Momentum der zurückliegenden Wochen beibehalten. Heute wurde bekannt, dass Bankchef Christian Sewing und CFO James von Moltke beim Werben um neue Aktionäre einen Coup gelandet haben: Die US-amerikanische Investmentfirma Capital Group aus Los Angeles ist mit 3,1 Prozent bei Deutschlands Branchenprimus eingestiegen. Dies entspricht 64 Millionen Aktien im Wert von einer halben Milliarde Euro, wie aus einer Stimmrechtsmitteilung vom heutigen Donnerstag hervorgeht.

Wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Finanzkreise berichtet, sollen sich zuvor Vertreter der Kalifornier auf der „Investor Deep Dive“-Konferenz der Deutschen Bank persönlich mit Sewing und CFO von Moltke getroffen haben. Diesen Zusammenhang wollte die Deutsche Bank weder gegenüber FINANCE noch gegenüber dem „Handelsblatt“ kommentieren.

Deutsche Bank-Aktie Tagesgewinner im Dax

Die Capital Group stößt auf Anhieb in den Kreis der fünf größten Aktionäre der Deutschen Bank vor. Dort gesellt sie sich zu zwei Investitionsvehikeln des Emirats Qatar, zu der Fondsgesellschaft Blackrock sowie zu den Hedgefonds Cerberus und Hudson Executive Capital besteht. Anders als die beiden letztgenannten gilt die Capital Group nicht als aktivistischer Aktionär. Den Kaliforniern eilt der Ruf voraus, langfristig orientiert anzulegen. Allerdings sind sie zwischen 2011 und 2012 auch schon durch Kurzzeit-Investments bei der Deutschen Bank aufgefallen. An der Commerzbank hielten sie von 2013 bis 2017 über 3 Prozent, bauten die Position danach aber wieder ab. 

Die Deutsche Bank begrüßte den Einstieg: „Wir freuen uns über alle Aktionäre, besonders über solche, die eine Erfahrung und Glaubwürdigkeit wie Capital mitbringen“, teilte das Finanzinstitut mit. Eigenen Angaben zufolge verwaltet die US-Fondgesellschaft ein Vermögen von fast 2 Billionen US-Dollar.

An der Börse kam der Einstieg sehr gut an: Die Aktie schob sich mit einem satten Plus von fast 10 Prozent unangefochten an die Dax-Spitze. Seit Anfang des Jahres konnten die Papiere bislang um 24 Prozent zulegen und nähern sich nun langsam wieder der 10-Euro-Marke.

martin.barwitzki[at]finance-magazin.de