Die UniCredit will anscheinend mehrere tausend Stellen streichen. Auch die HVB soll betroffen sein.

UniCredit

04.09.15
Banking & Berater

UniCredit soll radikalen Stellenabbau planen

Viele Mitarbeiter der HVB müssen um ihre Jobs zittern: Insiderberichten zufolge plant die italienische Mutter UniCredit, bis zu 10.000 Stellen zu streichen. Ein Teil davon soll anscheinend bei den Münchenern wegfallen.

Paukenschlag im Bankenmarkt: Die italienische UniCredit macht mit ihren Sparplänen ernst und will die Kostenbasis offenbar über umfangreiche weitere Personalstreichungen verkleinern. Wie die Agentur Bloomberg unter Berufung auf nicht näher genannte Insiderquellen berichtet, sollen in der Bankengruppe bis zu 10.000 weitere Arbeitsplätze abgebaut werden, das wären 6,8 Prozent der Gesamtstellen. Damit hätte die Bank in den vergangenen vier Jahren insgesamt 15.500 Stellen eingespart.

Dem Bericht zufolge sollen neben dem Heimatland Italien, wo die größten Kürzungen geplant sind, auch Deutschland und Österreich von den Streichungen betroffen sein. Dort gehören die HypoVereinsbank (HVB) sowie die Bank Austria zum Portfolio der Gruppe. Die HVB verzeichnete zuletzt allerdings eine sehr solide Geschäftsentwicklung.

Ein Teil der Stellen soll auch dadurch wegfallen, dass Tochtergesellschaften verkauft werden, insbesondere in Osteuropa. Allerdings sind die Pläne dem Vernehmen nach noch nicht final: Sowohl die Zahlen als auch die betroffenen Regionen könnten sich noch ändern, heißt es in dem Bericht.

UniCredit will Gewinn bis 2018 deutlich steigern

Erst vor wenigen Tagen hatte UniCredit-CEO Federico Ghizzoni angekündigt, dass bestimmte Verwaltungsfunktionen künftig in Italien zentralisiert werden sollen. Auch die HVB wird voraussichtlich Teilbereiche abgeben müssen. Die UniCredit kommentierte die Berichte bislang nicht. Ghizzoni hatte angekündigt, seine detaillierten Spar- und Umbaupläne bis zum Ende dieses Jahres vorlegen zu wollen.

Die Bank hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, den Jahresgewinn bis 2018 auf 6,6 Milliarden Euro zu steigern. Ende 2014 lag er bei rund 2 Milliarden Euro. Die Steigerungen sollen durch den Verkauf einzelner Teilbereiche, aber auch durch Sparprogramme zustande kommen.

UniCredit reiht sich in Sparprogramme anderer Banken ein

Bloomberg zufolge enthalten die 10.000 bei der UniCredit offenbar zur Disposition stehenden Stellen auch 2.700 Positionen, von denen die Bank bereits im vergangenen Jahr angekündigt hatte, dass sie bis 2018 entfallen sollen. Insgesamt wolle die Bank Dopplungen in der Struktur abbauen, das Filialgeschäft zurückfahren und die Effizienz steigern, heißt es weiter. In Italien wolle man einen Großteil der Stellenstreichungen über vorzeitige Verrentungen abfangen.

Die UniCredit ist nicht die einzige Bank, die ihre Kostenstruktur über Stellenstreichungen verbessern will. Zuletzt hatte unter anderem die Royal Bank of Scotland angekündigt, in großem Umfang weltweit Stellen streichen zu wollen. Auch Deutschland ist betroffen.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de