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Bafin rügt Mängel bei der Standard Chartered Bank  

Die Bafin hat Mängel in der Organisation der deutschen Tochter der Standard Chartered Bank entdeckt. Foto: William - stock.adobe.com
Die Bafin hat Mängel in der Organisation der deutschen Tochter der Standard Chartered Bank entdeckt. Foto: William - stock.adobe.com

Nach der Sonderprüfung bei der L-Bank gerät erneut eine Bank ins Visier der Bafin. Dieses Mal trifft es die deutsche Tochter der britischen Standard Chartered Bank. Wie die Bafin bekanntgab, hat die Bankaufsicht bei einer Sonderprüfung an dem Frankfurter Standort der Bank Mängel entdeckt.

Bafin sieht Mängel in der Geschäftsorganisation

Wie die Finanzaufsicht mitteilte, war „die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsorganisation nicht in allen geprüften Bereichen gegeben“. In diesem Zusammenhang habe die Finanzaufsicht die Bank am 19. September angewiesen, die bestehenden Mängel in der Organisation zu beseitigen. Die Anordnung ist seit dem 19. Oktober bestandskräftig, heißt es weiter. Als Grund für diese nennt die Bafin in ihrer Mitteilung einen Verstoß gegen die Maßnahmen einer ordnungsgemäßen Geschäftsorganisation, die in dem Paragraf 25a Absatz 1 Kreditwesengesetz (KWG) verankert sind. In welcher Sparte die deutsche Tochter der Standard Chartered Mängel in der Organisation aufweist, gab die Bafin nicht bekannt.

In einem offiziellen Statement bestätigte die Standard Chartered die Aufforderung der Bafin. „Wir kooperieren in vollem Umfang mit der Bafin und haben bereits damit begonnen, die entsprechenden Maßnahmen einzuleiten, um den Abarbeitungsbescheid fristgerecht bis zum Sommer 2023 umzusetzen. Wir nehmen die Beanstandungen der Bafin sehr ernst und werden sicherstellen, dass alle Geschäftsabläufe und Prozesse bei der Standard Chartered Bank AG den regulatorischen Anforderungen entsprechen“, heißt es von Seiten der Bank.

Brexit: Standard Chartered Bank setzt auf deutsche Tochter

Wegen des Brexits hatte die britische Bank im Mai 2017 Frankfurt als Euro-Zentrale für europäische Kunden festgelegt und eine neue Bank gegründet. Über den Frankfurter Standort werden Kunden innerhalb der Euro-Zone betreut. Dabei hatte die Standard Chartered eine Banklizenz in Deutschland beantragt und seitdem eine eigene rechtliche Organisation aufgebaut. Mit dem Erhalt der deutschen Vollbanklizenz muss die Bank die regulatorischen Anforderungen erfüllen. Dazu zählt unter anderem die Besetzung eines CFO-Postens, den im März 2019 Alexander Engel übernommen hatte.

Die Standard Chartered ist nicht das einzige Geldhaus, das in jüngster Zeit ins Visier der Bafin geraten ist. So wurde zuletzt die L-Bank von der Finanzaufsicht genauer unter die Lupe genommen und auch bei der KKR-Beteiligung Unzer hatten die Aufseher „schwerwiegende Mängel“ moniert.

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Jasmin Rehne ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt scherpunktmäßig die Themen Controlling und Personal. Sie hat in Marburg Sprache und Kommunikation studiert. Neben ihrem Studium arbeitete Jasmin Rehne bereits als studentische Hilfskraft bei FINANCE.