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Deutsche Bank: Kapitalmarktgeschäft stark, Risiken hoch

Optimismus bei Jürgen Fitschen und Anshu Jain: Die Deutsche Bank punktet im zweiten Quartal im Firmenkundengeschäft.
Deutsche Bank

Durchwachsen fallen die Zahlen der Deutschen Bank für das zweite Quartal 2014 aus. Zumindest vor Steuern sieht die Lage gut aus: Die Co-Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen können zwar eine Steigerung des Vorsteuergewinns im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um gute 16 Prozent auf 917 Millionen Euro vermelden – Rechtsrisiken belasten jedoch das Ergebnis.

Vor allem die Entwicklungen im umkämpften Firmenkundengeschäft geben Anlass zum Optimismus: Das vom Kapitalmarktgeschäft geprägte Segment Corporate Banking & Securities erwirtschaftete vor Steuern 885 Millionen Euro, dies entspricht einem Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das Segment habe seine Top-3-Position weltweit im Fixed Income gesichert und zudem „den höchsten von uns bislang erreichten Marktanteil in Corporate Finance erreicht“, freuten sich Fitschen und Jain in Anbetracht der Zahlen.

Zuwächse kann die Deutsche Bank auch im Bereich der Vermögensverwaltung verbuchen: Der Gewinn vor Steuern liegt im zweiten Quartal bei 204 Millionen Euro und damit deutlich über dem vergleichbaren Vorjahreswert von 80 Millionen Euro.

Deutsche Bank in 6.000 Verfahren involviert

Unter dem Strich lesen sich die Zahlen dagegen deutlich schlechter: Um satte 29 Prozent niedriger fällt der Gewinn nach Steuern aus, übrig bleiben der Deutschen Bank im zweiten Quartal 238 Millionen Euro. Vor allem die immensen Kosten für juristische Verfahren, die nicht steuerlich absetzbar sind, lassen das Ergebnis schrumpfen.

Die Deutsche Bank, die nach eigenen Angaben in rund 6.000 Rechtsstreitigkeiten verwickelt war (Stand: Ende Mai), hat in diesem Quartal weitere 470 Millionen Euro für Rechtsstreitigkeiten zurückgestellt, damit belaufen sich die Rückstellungen für Rechtsrisiken nun insgesamt auf 2,2 Milliarden Euro.

Ende Juni hatte die Deutsche Bank erst eine Kapitalerhöhung über 8,5 Milliarden Euro abgeschlossen – um sich auf die strengere Bankenregulierung vorzubereiten und zudem auch für weitere Rechtsstreitigkeiten gewappnet zu sein. Die Kernkapitalquote erhöhte sich dadurch auf 11,5 Prozent nach 9,5 Prozent zum Ende des ersten Quartals 2014.

Weitere Libor-Bußgelder möglich

Die größte Unbekannte aus juristischer Sicht dürften wohl mögliche weitere Bußgelder im Zusammenhang mit der Manipulation des Referenzzinssatzes Libor sein: Im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Bank bereits 725 Millionen Euro Bußgeld nach einer Entscheidung der EU-Kommission für ihre Beteiligung an den Absprachen bezahlt – allerdings könnten noch weitere Bußgelder aus den USA folgen.

Vor wenigen Tagen erst waren zudem Gerüchte aufgekommen, dass die Deutsche Bank ihr eigentlich bis 2015 auslaufendes Sparprogramm „Operational Excellence Programm“ bis 2018 ausdehnen und so zusätzlich 2,5 Milliarden Euro einsparen wolle – allerdings nicht durch Stellenstreichungen, sondern durch Effizienzsteigerungen. Diese Spekulationen wies CFO Stefan Krause heute allerdings als „unkorrekt“ zurück.

sarah.nitsche[at]finance-magazin.de