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Deutsche Bank weitet Sparprogramm aus

Die Deutsche Bank will bis 2018 bis zu 7 Milliarden Euro sparen.
Deutsche Bank

Die Deutsche Bank dehnt das ursprünglich bis 2015 laufende Sparprogramm „Operational Excellence Programm“ bis 2018 aus. Wie das Handelsblatt berichtet, will sich das größte deutsche Kreditinstitut sbis 2018 zusätzlich 2,5 Milliarden Euro zusammenknausern – und damit insgesamt bis zu 7 Milliarden Euro. 2013 betrug der Profit der Bank nur 1,5 Milliarden Euro vor Steuern (Ebt), 2014 erwarten Experten immerhin 3,4 Milliarden Euro. Doch den Co-CEOs Jürgen Fitschen und Anshu Jain ist dies nicht genug. Denn Warnzeichen gibt es genug.

Die Deutsche Bank ist traditionell stark auf das Investmentbanking ausgerichtet. 2015 könnte die Rendite in dem so wichtigen Geschäftsbereich jedoch unter 10 Prozent fallen. Allgemein könnten die Erträge laut einer Studie von Eurogroup Consulting in den kommenden sechs Jahren aufgrund der niedrigen Zinsen um bis zu 10 Prozent sinken. Der Ratingausblick wurde von Standard & Poor’s gesenkt.

Die Aktie notiert bei nur noch 27 Euro. Schon im Vorfeld  der massiven Kapitalerhöhung über rund 8 Milliarden Euro hatte das Papier infolge einer Vielzahl an schlechten Nachrichten im letzten Vierteljahr beinahe ein Viertel an Wert verloren. Am Dienstag legt die Bank nun die Zahlen für das zweite Quartal 2014 vor, mit der durchgesickerten Sparankündigung könnte die Bank einer abermaligen Talfahrt wohl entgegenwirken.

Hohe Kosten zwingen Deutsche Bank zum Sparen

Der Deutsche-Bank-CFO Stefan Krause, der auch mit dem IT-Projekt Stride zu kämpfen hat, steht nun vor der Aufgabe die Kosten zu senken. Die „Cost-Income-Ratio“ (CIR) betrug im ersten Quartal 2014 immer noch 77 Prozent. Für jeden erwirtschafteten Euro muss die Deutsche Bank demnach 77 Cent an Aufwendungen zahlen. Als Fitschen und Jain 2012 antraten, betrug die CIR noch 92,5 Prozent. Bis 2016 soll sich dieser Wert auf 65 Prozent reduzieren. Konkurrenten wie Barclays liegt da schon bei etwa 70 Prozent, HSBC sogar nur bei 60 Prozent.

Anders als die Konkurrenten Barclays und JP Morgan, die in den vergangenen Monaten massiv Personalabbau betrieben haben, will die Deutsche Bank an der Belegschaft offenbar weitgehend festhalten.

Zu Massenentlassungen soll es dem Bericht nach bei der Deutschen Bank nicht kommen. Im Zentrum stehen effizientere Abläufe durch Arbeitsprozesse und neue IT-Technologie, doch Verzögerungen in genau diesem Projekt machten Krause zuletzt offenbar Sorgen. Jetzt wird es darauf umso mehr ankommen.

jakob.eich[at]finance-magazin.de

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Jakob Eich ist Redakteur der Fachzeitungen FINANCE und DerTreasurer des Fachverlags F.A.Z Business Media, bei dem er auch sein Volontariat absolviert hat. Eich ist spezialisiert auf die Themen Digitalisierung im Finanzbereich und Treasury. Durch seine Zwischenstation bei der Schwesterpublikation „Der Neue Kämmerer“ ist 1988 geborene Journalist auch versiert beim Thema Kommunalfinanzen. Erste journalistische Erfahrungen hat der gebürtige Schleswig-Holsteiner in den Wirtschaftsmedien von Gruner+Jahr sowie in der Sportredaktion der Hamburger Morgenpost gesammelt.