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Die Milliardenverluste der Deutschen Bank und die Firmenkunden

Anshu Jain und Jürgen Fitschen bereinigen die Bilanz zum Amtsantritt.
Deutsche Bank

Der Aufreger des Tages lässt auch die CFOs aufhorchen: 2,6 Milliarden Euro hat die Deutsche Bank im letzten Quartal 2012 versenkt? Eine Menge Geld, nur wenige Unternehmen haben das auch nur als Jahresumsatz. Die neue Führung aus Fitschen und Jain  hat ihren Start ja offenbar so richtig vermasselt. Wenn das mal keine bösen Folgen für die Firmenkunden hat.

Darauf deutet allerdings überhaupt nichts hin. Im Kerngeschäft hat die Bank eine Milliarde Euro verdient, das ist so schlecht nun nicht. Dieselbe Summe ging zwar für Rechtsstreitigkeiten drauf – doch damit sind jetzt die (bekannten) wesentlichen rechtlichen Risiken entweder aus der Welt geschafft oder mit saftigen Rückstellungen unterlegt. Die weiteren Verluste stammen aus Abschreibungen auf Geschäfts- und Firmenwerte.

Im Kern sind die miserablen Zahlen das Ergebnis eines umfassenden Durchfegens. Die Herren Co-CEOs haben (hoffentlich) alles in die 2012-er Bilanz gepackt, um in diesem Jahr richtig durchstarten zu können. Ackermann hat die Bank nun mal nicht besenrein übergeben. Nun wird das Institut sich hoffentlich mal wieder auf ihre Kunden konzentrieren können.

Firmenkunden werden wichtiger

Sorgen muss man sich als Firmenkunde der Deutschen Bank nicht machen. Investitionskraft und -wille sind im Corporate Banking ungebrochen. Der von Werner Steinmüller geführte Bereich Global Transaction Banking liefert die dringend gebrauchten stabilen Erträge. In dieser Sparte spart heute kein vernünftiger Banker, wenn das Haus bereits zu den Top-Adressen gehört. Die Einlagen der übernommenen Postbank in Verbindung mit der immer schärferen Regulierung zwingen die Bank außerdem geradezu, das Kreditgeschäft in Deutschland anzukurbeln. Das Geschäft mit deutschen Firmenkunden dürfte zukünftig eher noch wichtiger werden.

Die größte Gefahr als Firmenkunde bei der Deutschen Bank liegt darin, dass es im Vorstand nach der Beförderung von Fitschen niemanden mehr gibt, der wirklich Zeit für sie hat. Und dass die Deutsche Bank Strategiewenden abrupter und radikaler umsetzt als andere deutsche Häuser. Das muss CFOs aber nicht über Gebühr beunruhigen: Gute strategische Gründe für einen solchen baldigen Schwenk sind nämlich nicht zu erkennen.

bastian.frien[at]finance-magazin.de

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