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Firmenkundenbanker Werner Steinmüller wird Deutsche-Bank-Vorstand

Rückt in den Vorstand der Deutschen Bank auf: der langjährige GTB-Chef Werner Steinmüller
Deutsche Bank

Karriereschub für Werner Steinmüller: Die Deutsche Bank will ihren langjährigen Chef des Global Transaction Bankings (GTB) in den Vorstand befördern. Dort soll der 62-Jährige für die Region Asien und Pazifik zuständig sein. Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank soll die Ernennung Steinmüllers am 28. Juli beschließen, wie das größte deutsche Geldhaus heute mitteilte.

Im Herbst soll der erfahrene Firmenkundenbanker dann nach Hongkong wechseln – damit wäre er das erste Vorstandsmitglied, das in dieser für die Deutsche Bank wichtigen Wachstumsregion sitzt. Die Deutsche Bank ist im asiatisch-pazifischen Raum in 16 Ländern vertreten und beschäftigt dort etwa 20.000 Mitarbeiter.

Späte Genugtuung für Werner Steinmüller

Steinmüller war bereits im vergangenen Jahr im Gespräch für einen Vorstandsposten, als der damals frisch gebackene CEO John Cryan das Spitzengremium neu besetzte. Neuer starker Mann im Firmenkundengeschäft wurde dann aber Jeff Urwin. Die jetzige Beförderung dürfte damit eine späte Genugtuung für Steinmüller sein. Er gehörte von 2009 bis zu dessen Auflösung im vergangenen Herbst auch dem Global Executive Komitee an, dem erweiterten Vorstand der Deutschen Bank.

Mit Steinmüller befördert die Bank einen der profiliertestes Transaktionsbanker Deutschlands: Der 62-Jährige kam 1991 zur Deutschen Bank. Seit 2004 leitet er das Global Transaction Banking, das die für Firmenkunden wichtigen Bereiche Cash Management, Handelsfinanzierung sowie die Wertpapierabwicklung und -verwahrung umfasst.

Global Transaction Banking wird wichtiger für Deutsche Bank

Die Einheit hat zuletzt innerhalb der Deutschen Bank an Bedeutung gewonnen: Das größte deutsche Geldhaus hat im Rahmen seiner Strategie 2020 das Ziel formuliert, das Global Transaction Banking auszubauen und 1 Milliarde Euro zu investieren. „Wir verbessern beispielsweise Systeme zur Bekämpfung von Geldwäsche, für Sanktionskontrollen und zur besseren Kundenaufnahme“, sagte Steinmüller Anfang des Jahres im Interview mit der FINANCE-Schwesterpublikation DerTreasurer.

Die Einheit liefert seit Jahren gute Erträge und ist deutlich weniger schwankungsanfällig als das Kapitalmarktgeschäft. Deutsche-Bank-Chef Cryan erhofft sich von GTB in den nächsten Jahren deutlich wachsende Gewinnbeiträge. Erst zu Jahresbeginn hatte Steinmüller in seinem Bereich die Verantwortlichkeiten neugeordnet, wie FINANCE damals exklusiv berichtete. 

John Gibbons wird neuer Chef des Global Transaction Bankings

Steinmüller Nachfolger als GTB-Chef steht bereits fest: Ab Oktober hat die Deutsche Bank für diese Position John Gibbons verpflichtet. Der 56-Jährige kommt von der US-Investmentbank J.P. Morgan, wo er zuletzt das Treasury-Geschäft mit Finanzinstituten leitete und die Region Europa, Naher Osten und Afrika verantwortete.

Gibbons arbeitete von 1992 bis 2001 bei Bankers Trust und blieb dort auch nach der Übernahme durch die Deutsche Bank im Jahr 1999. Insgesamt hat er 34 Jahre Erfahrung in der Branche, viele Jahre verbrachte er in Führungspositionen im Transaktionsbankgeschäft. Der neue GTB-Chef wird seinen Sitz in London haben und an Jeff Urwin berichten, der im Vorstand für das Corporate & Investment Banking zuständig ist. Das Firmenkundengeschäft der Deutschen Bank wird damit wieder ein Stück weit angelsächsischer.

desiree.backhaus[at]finance-magazin.de