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Regulierung bereitet Banken IT-Probleme

Eine aktuelle Studie nimmt das Datenmanagement von Banken unter die Lupe und offenbart Nachholbedarf.
iStock / Thinkstock / Getty Images

Banken hinken bei der Umsetzung von Basel III und EMIR hinsichtlich ihres Datenmanagements deutlich hinterher.  Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bankberatung Capco. Spätestens mit Einführung der neuen regulatorischen Vorgaben müssen Banken komplexe Daten in Echtzeit an die EZB oder BaFin berichten, schreiben die Autoren der Studie. Das allerdings  würde die Finanzinstitute vor erhebliche Probleme stellen.

Schwierigkeiten würden laut Studie mehr als 50 Prozent der europäischen Finanzinstitute allein bei den Reportinganforderungen bekommen. „Neben der Frage, ob die Banken die erforderlichen Eigenkapitalquoten zum avisierten Termin vorhalten, ist die Umsetzung der Basel-III-Richtlinien auch hinsichtlich der fehlenden Reportingfähigkeiten gefährdet“, sagt Capco-Partner Maurizio Bradlaw.  Bei jeder vierten Bank gebe es weder ein Datenmanagementmodell noch klar definierte Zuständigkeiten. Zudem sagt fast die Hälfte der insgesamt 100 befragten IT-Führungskräfte in europäischen Banken, dass sie noch keine umfassenden Analysen und Lösungen für ein Datenmanagement parat haben.

Kosten durch fehlendes Datenmanagement

Die Studie stellt heraus, dass für die Banken durch das bislang fehlende Datenmanagement hohe Kosten anfallen würden. Ihre Autoren gehen davon aus, dass sich durch ein Datenmanagement für die Banken operative Kosten von 15 bis 20 Prozent einsparen ließen. Doch laut Studie kennen mehr als 50 Prozent der Befragten die Kosten gar nicht, die für ein internes Datenmanagement anfallen. Ein weiteres Drittel habe zudem keine Vorstellung davon, welche Kosten die Bank mit einem effizienten Datenmanagement einsparen könnte. “Der Erfolg von Banken wird künftig davon abhängen, wie gut sie ihre Daten im Griff haben“, sagt  Bradlaw. Das könnte auch für CFOs ein Auswahlkriterium für ihre Banken werden. Schließlich müssen die Finanzchefs davon ausgehen, dass Banken, die ihr Datenmanagement effizient organisiert haben, ihnen letztendlich damit Kostenvorteile bei den Finanzprodukten bieten können.

Doch in diesem Punkt gehen die Meinungen der Banken und der Studienautoren auseinander. Mehr als die Hälfte der Befragten sagen, dass sie formale Standards und Governance-Strukturen haben, die sie fortlaufend verbessern. Die Studie wiederum wirft die Frage auf, ob dieser formalisierte Ansatz ausreicht, um daraus den bestmöglichen Gewinn für die Bank zu erzielen. Auch beschreibt ein Drittel der Banken ihren Datenmanagementansatz als „basic“ und weitere 16 Prozent sagen, dass sie lediglich auf einer Adhoc-Basis in diesem Bereich arbeiten würden.

Lücken zeigt die Studie aber nicht nur wenn es um regulatorische Anforderungen geht. Banken vernachlässigen Daten auch im Bereich Social Media. 80 Prozent der Befragten nutzen demnach Daten aus Online-Netzwerken noch überhaupt nicht. Doch sie könnten helfen, Produkte noch besser auf die Kundenwünsche auszurichten, was auch CFOs freuen dürfte. Was das Thema Social Media besonders schwierig macht: Die Datenmengen sind riesig und unübersichtlich. Eine Musterlösung gibt es daher nicht. Insgesamt bleibt für die Banken in Europa noch Einiges zu tun.

anne-kathrin.meves[at]finnace-magazin.de

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