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Verbriefung: Commerzbank entlastet die Bilanz

Die Commerzbank platziert eine synthetische Verbriefung eines Kreditportfolios und entlastet damit die Bilanz.
Julia Schwager/Commerzbank

Die Commerzbank verschafft sich Entlastung bei ihrem regulatorischen Eigenkapital. Dafür hat die Bank zusammen mit dem Europäischen Investitionsfonds (EIF) eine synthetische Verbriefungstransaktion abgeschlossen. Die Commerzbank verbrieft dafür ein Kreditportfolio mit einem Volumen von 2 Milliarden Euro. Darin sind über 2000 Forderungen gegenüber mittelständischen Unternehmen enthalten. „Es ist für die Commerzbank die sechste Transaktion dieser Art und die zweite zusammen mit dem EIF,” sagt Birgit Storz, die den Bereich Segmentmanagement & Development der Mittelstandsbank leitet, über die Transaktion.

Der EIF garantiert die Mezzanine-Risiken des Portfolios. „Der Risiken, die der EIF übernimmt, bündeln sich in einer Tranche des Portfolios, die ein Volumen von rund 132 Millionen Euro umfasst," ergänzt Birgit Storz. Die synthetische Absicherung der Risiken erfolgt, ohne dass dabei die zu Grunde liegenden Forderungen gegenüber den Kreditkunden der Commerzbank den Besitzer wechseln. Die tatsächlichen Mittelstandskredite verbleiben also bei der Commerzbank. Auch die Namen der einzelnen Kreditnehmer werden dem EIF gegenüber nicht genannt. Die Bewertung der Transkation erfolgt laut Commerzbank durch den regulatorischen Formelansatz und nicht durch eine externe Ratingagentur.

Commerzbank profitiert von EIF-Garantie

In Folge der Transaktion mit der EIF wird bei der Commerzbank regulatorisches Eigenkapital freigesetzt, da die Bank aufgrund der gesunkenen Risiken in den eigenen Büchern zur Unterlegung der Kredite weniger Eigenkapital vorhalten muss. Das ist auch eine Antwort auf die verschärfte Bankenregulierung, die dazu führt, dass die Anforderungen in Sachen Eigenkapital an die Banken in den vergangenen Jahren stark gestiegen sind.

Das freigewordene Eigenkapital soll laut Commerzbank letztlich den mittelständischen Firmenkunden zugute kommen. Die Bank will es für „die kontinuierliche Kreditversorgung“ des deutsche Mittelstands einsetzen. Die Commerzbank hofft, wie andere Geldhäuser auch, in Zeiten hohen Drucks auf die Zinsmarge auf lukrativeres Zusatzgeschäft mit deutschen Unternehmen. Das anhaltende Niedrigzinsumfeld hatte zuletzt aber auch das Ergebnis der Commerzbank im Firmenkundengeschäft belastet.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

antonia.koegler@finance-magazin.de | + posts

Antonia Kögler ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat einen Magisterabschluss in Amerikanistik, Publizistik und Politik und absolvierte während ihres Studiums Auslandssemester in Madrid und Washington DC. Sie befasst sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen und verfolgt alle Entwicklungen rund um Green Finance und Nachhaltigkeit in der Finanzabteilung.

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