Ein sechsstelliges Gehalt ist für angehende Wirtschaftsanwälte keine Ausnahme. Doch die Unterschiede zwischen den Kanzleien sind groß.

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26.02.18
Banking & Berater

Diese Kanzleien zahlen Einsteigern das höchste Gehalt

Angehende Wirtschaftsjuristen können bei der Kanzlei Sullivan & Cromwell das höchste Gehalt erzielen, zeigt ein aktuelles Ranking. Manche Wettbewerber zahlen Berufseinsteigern dagegen nur rund die Hälfte.

Das Gehaltsgefälle bei angehenden Wirtschaftsjuristen ist groß. Das zeigt die aktuelle Liste „Azur 100“ des Karrieremagazins „Azur“, in der 100 Arbeitgeber für Juristen vorgestellt werden, in erster Linie Wirtschaftskanzleien, Unternehmen, Behörden oder Beratungsgesellschaften. Das Gesamtranking beruht auf den Kriterien „Neueinstellungen“, „Zufriedenheit“, „Image“ sowie dem maximal möglichen Grundgehalt für Berufseinsteiger als viertem Bewertungsfaktor.

Nimmt man diese vier Kriterien zusammen, führt Freshfields Bruckhaus Deringer die Liste im Gesamtranking an. Die Kanzlei plant für 2018 auch die meisten Neueinstellungen auf Junior-Associate-Ebene. In Gehaltsfragen liegt dagegen ein Wettbewerber vorn: Die Kanzlei Sullivan & Cromwell zahlt Berufseinsteigern der Liste zufolge 2018 in Deutschland mit bis zu 145.000 Euro das höchste mögliche Grundgehalt und erhält damit beim Faktor Gehalt 100 Punkte. Im Gesamtranking landet die Kanzlei auf Platz 23.

Die Wettbewerber werden im Gehaltsbereich an der von Sullivan & Cromwell gesetzten Benchmark gemessen: Gesamtsieger Freshfields Bruckhaus Deringer erzielt beim Faktor Gehalt 83 von 100 Punkten, das entspricht einem Grundgehalt für junge Wirtschaftsjuristen von bis zu 120.000 Euro.

Viele Kanzleien zahlen Gehalt um 120.000 Euro

Ein Grundgehalt um 120.000 Euro scheint sich als Richtwert etabliert zu haben: Unter den Top-Ten des Gesamtrankings sind gleich sieben Kanzleien mit diesem Grundgehalt aufgeführt. Neben Freshfields sind dies Gleiss Lutz, Noerr, Hengeler Mueller, Linklaters, Allen & Overy sowie Baker & McKenzie. Pöllath + Partners zahlt seinen Einsteigern mit bis zu 125.000 Euro etwas mehr.

Allerdings bedeutet ein niedrigeres Grundgehalt nicht unbedingt einen hinteren Platz im Gesamtranking. Der Zweitplatzierte der Gesamtliste CMS Hasche Sigle erreicht beim Faktor Gehalt nur 69 von 100 möglichen Punkten, dies entspricht einer Vergütung von rund 100.000 Euro. Der Azur-Liste zufolge ist dies das niedrigste Grundgehalt der Top-Ten. Auch der Dritte des Gesamtrankings, die Kanzlei Hogan Lovells, liegt mit einem Grundgehalt von bis zu 110.000 Euro nicht in der absoluten Spitzengruppe.

Breite Gehaltsspanne in Kanzleien

Die Unterschiede im Grundgehalt für junge Wirtschaftsjuristen sind der Liste zufolge nach wie vor groß: Die Dimensionen von Sullivan & Cromwell erreichen Einsteiger noch bei Milbank Tweed Hadley & McCloy (Platz 22 im Gesamtranking). Milbank erhält für den Faktor Gehalt 97 von 100 möglichen Punkten, was einem Grundgehalt von bis zu 140.000 Euro entspricht. Auch Willkie Farr & Gallagher zählt mit 90 von 100 Gehaltspunkten (das entspricht bis zu 130.000 Euro) zu den großzügigsten Arbeitgebern.

Bei dem Wettbewerber Osborne Clarke (Platz 26 im Gesamtranking) liegt das maximal mögliche Grundgehalt dagegen deutlich niedriger als bei den Spitzenreitern. Die Kanzlei erzielt nur 55 von 100 möglichen Gehaltspunkten, umgerechnet ein Grundgehalt von rund 80.000 Euro. In einem ähnlichen Bereich bewegen sich junge Wirtschaftsanwälte bei Beiten Burkhardt und GSK Stockmann. Beide zahlen ein Grundgehalt von bis zu 85.000 Euro.

Kanzleien der Big Four zahlen niedrigeres Grundgehalt

Die Kanzlei-Ableger der Big Four liegen beim Gehalt für Einsteiger noch unter dem Niveau der großen Wirtschaftskanzleien: EY Law und Deloitte Legal erzielen 55 beziehungsweise 54 von möglichen 100 Gehaltspunkten, das entspricht einem maximalen Grundgehalt von etwa 78.000 bis 80.000 Euro.

Bei KPMG Law fällt der Gehaltsfaktor mit 41 Punkten noch deutlich niedriger aus. Das Grundgehalt von 60.000 Euro liegt bei weniger als der Hälfte dessen, was die Spitzenreiter zahlen.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de