Den kleinen M&A-Beratern geht es im Moment besser als ihren Kollegen in den großen Häusern.

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23.11.18
Banking & Berater

Auslastung von Midcap-M&A-Beratern geht zurück

M&A-Berater mit Fokus auf Mid- und Largecap-Deals melden einen Rückgang ihrer Auslastung. Bei den Smallcap-Häusern zeigt sich ein anderes Bild.

Einer aktuellen FINANCE-Umfrage zufolge sind die M&A-Strategen in den deutschen Großkonzernen in den vergangenen Monaten hinsichtlich neuer M&A-Projekte auf die Bremse getreten. Das schlägt sich auch in der aktuellen Beschäftigung der M&A-Beratungshäuser mit Fokus auf Mid- und Largecap-Deals nieder. Deren Auslastung geht zurück, zeigt die Beraterbefragung des aktuellen FINANCE M&A Panels, dessen Gesamtergebnisse Sie kostenlos herunterladen können.

Smallcap-M&A-Berater zählen zu den Gewinnern

Demnach gaben die Berater von mittleren und großen M&A-Deals für ihre aktuelle Projektauslastung einen Wert von 1,93 Punkten an. Das ist immer noch ein positiver Wert, die Bewertungsspanne reicht von -5 („stark unterdurchschnittlich“) bis +5 („stark überdurchschnittlich“). 0 entspricht einem durchschnittlichen Projektaufkommen. Bei der vorherigen Befragung im Juni taxierten die größeren M&A-Berater ihre Auslastung noch mit 2,53 Punkten.

Bemerkenswert: Bei den befragten Small-Cap-Beratern zeigt sich eine gänzlich entgegengesetzte Entwicklung. Sie konnten ihre Auslastung im Vergleich zum Juni von 1,68 auf 2,07 Punkte ausbauen. Dies markiert eine Trendwende in der deutschen M&A-Beraterbranche: In den vergangenen drei Befragungsrunden waren es immer die Mid- und Largecap-Häuser, die für die sehr hohen Auslastungswerte sorgten.

Beide Gruppen zusammengenommen, heben sich die Veränderungen praktisch gegenseitig auf: Insgesamt sinkt die aktuelle Auslastung auf 2,01 Punkte – von 2,02 Punkten im Juni und 2,06 Punkten vor einem Jahr. Damit sind die deutschen M&A-Berater im Schnitt immer noch überdurchschnittlich gut beschäftigt.

Midcap-Berater verfehlen eigene Prognose

Trotzdem gibt es Hinweise, dass das M&A-Beratungsgeschäft Gegenwind bekommen hat. Ihre im Juni vorausgesagte Auslastung für die kommenden drei bis acht Monate konnten vor allem die Mid- und Largecap-Berater bei weitem nicht erfüllen. Der tatsächlich erreichte Wert von 1,93 Punkten liegt klar unter den eigentlich erwarteten 2,35 Punkten.

Die Smallcap-M&A-Berater erfüllten ihre Prognosen aus dem Sommer hingegen nahezu perfekt: 2,04 Punkte sagten sie voraus, 2,07 Punkte sind es geworden.

Smallcap-Berater sagen neue Rekordauslastung voraus

Dieses Ergebnis scheint das Smallcap-Lager auch bei seinem Geschäftsausblick für die kommenden drei bis acht Monate zu beflügeln. Die befragten M&A-Berater rechnen mit einem Anstieg des Projektaufkommens auf 2,29 Punkte, was ein neuer Rekordwert wäre.

Aber auch die Mid- und Largecap-Berater haben sich von dem etwas schwächer als gedacht verlaufenden dritten Quartal nicht entmutigen lassen. Sie gehen davon aus, dass sich ihre künftige Auftragslage auf 2,19 Punkte belaufen wird.

Die Branchenvertreter aller befragten Häuser setzen sich somit für die Zukunft weiterhin hohe Auftragsziele. Sie gehen von einer kombinierten Auslastung von 2,25 Punkten in den kommenden Monaten aus. Dies ist allerdings ein Wert, der seit der erstmaligen Erhebung der Auslastungsprognosen im Juni 2014 noch nie erreicht werden konnte.

andreas.mehring[at]finance-magazin.de

Die vollständigen Ergebnisse des FINANCE M&A Panels können Sie hier kostenlos herunterladen. Noch mehr Daten, Studien und Panels finden Sie in der Rubrik FINANCE-Research.