Die NordLB ist auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Die Bank meldete für das erste Halbjahr 2026 Erträge von 923 Millionen Euro, ein Plus von 20 Prozent verglichen mit dem Vorjahr. Der Verwaltungsaufwand erhöhte sich nur um 4 Prozent auf 435 Millionen Euro, das Ergebnis vor Steuern stieg um 40 Prozent auf 370 Millionen Euro. Einziger Wehrmutstropfen: Das Immobiliengeschäft fiel deutlich schwächer aus, insbesondere das Ergebnis vor Steuern schrumpfte auf ein Viertel und belief sich nur noch auf 21 Millionen Euro.
Die Sanierungsphase hat die Bank damit hinter sich gelassen. Dafür sprechen auch das Verhältnis von Aufwand und Ertrag (CIR) von 47 Prozent – 6,6 Prozentpunkte weniger als Ende Juni 2025 – und die harte Kernkapitalquote von 17,4 Prozent. Auch bei den Banken-Awards von FINANCE schnitt die NordLB im Sommer gut ab als „Aufsteiger des Jahres“ im Firmenkundengeschäft.
NordLB zahlt bislang keine Dividende
Das Halbjahresergebnis „unterstreicht die Stärke und Tragfähigkeit unseres Geschäftsmodells“, zitierte die Mitteilung den CEO der Landesbank aus Hannover, Jörg Frischholz. Es dürfte auch nicht ohne Folgen für die weitere Entwicklung der Bank bleiben. Denn bereits früher flammte die Frage auf, ob und wann die Anteilseigner eine Dividende erhalten – zuvorderst also das Land Niedersachsen mit seinem Gesamtanteil von rund 58 Prozent.
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Das genügt der rot-grünen Landesregierung in Hannover aber nicht. Nach Medienberichten will sie die Anteile der Sparkassen von zusammen gut 24 Prozent übernehmen und so ihren Anteil auf rund 82 Prozent erhöhen. Dieses Vorhaben dürfte angesichts der guten Halbjahreszahlen teurer werden. Und je nach Ausgang der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt am 6. September auch politisch komplizierter. Denn das Bundesland ist ebenfalls mit gut 6 Prozent an der Bank beteiligt.
NordLB wächst auch bei Firmenkunden
CFO Jasper Hanebuth stellte in der Halbjahresbilanz den Bereich Structured Finance als maßgeblichen Grund für das Wachstum heraus. Daneben entwickelte sich auch das Firmenkundengeschäft mit einem Ergebnis von 228 Millionen Euro sehr solide, im Vorjahreszeitraum waren es 222 Millionen. Allerdings: Während das Zinsergebnis auf 198 Millionen Euro anzog, ging das Provisionsergebnis um gut 8 Prozent auf 33 Millionen Euro zurück. Der Gewinn vor Steuern in diesem Segment belief sich auf 107 Millionen Euro.
Für das Gesamtjahr rechnet die Bank mit einem Anstieg des Vorsteuerergebnisses. Hanebuth wies darauf hin, dass die Bank in allen ihren Marktsegmenten „eine stabile Geschäftsentwicklung“ beobachte.
Raphael Arnold ist Redakteur bei FINANCE. Er studierte in Gießen und Alexandria (Ägypten) Geschichte, Geografie und Arabisch. Schon vor und während des Studiums schrieb er für verschiedene Tageszeitungen. Bei den Nürnberger Nachrichten absolvierte er ein Volontariat und arbeitete im Anschluss in deren Wirtschaftsredaktion. Danach war er über 13 Jahre für den US-Investment News Service OTR Global als Researcher und Projektmanager tätig. Beim Juve Verlag verantwortete er bis Oktober 2024 knapp acht Jahre lang die Österreich-Publikationen.
