KPMG prüft seit 2018 die Bilanzen von Grenke. Fehler hat der Prüfer darin keine gefunden, doch der Hedgefonds Viceroy sieht das anders.

KPMG

FINANCE+ 23.09.20
Banking & Berater

Das haben KPMG und EY bei Grenke geprüft

Die schweren Vorwürfe gegen Grenke werfen auch ein Schlaglicht auf die aktuellen und früheren Prüfer des Leasing-Spezialisten, KPMG und EY. Was genau haben sich die beiden in den Bilanzen von Grenke angesehen?

Seit Tagen tobt ein spektakulärer Kampf zwischen dem Hedgefonds Viceroy und dem Finanzdienstleister Grenke: Zunächst hat Viceroy die Aktie des MDax-Unternehmens mit heftigen Vorwürfen zu angeblichen Bilanzungereimtheiten und Intransparenz zum Absturz gebracht, wenige Tage später hat Grenke zum Gegenschlag ausgeholt und versucht, die Vorwürfe zu entkräften.

Überzeugt scheinen die Aktionäre aber noch nicht, denn das Papier der Baden-Badener hat sich bisher nur leicht erholt. Zu schwer wiegt wohl die Tatsache, dass Viceroy in der jüngeren Vergangenheit schon einige Male ins Schwarze getroffen hat: Der Hedgefonds hatte auf die Bilanzmanipulationen bei Steinhoff und Wirecard hingewiesen – und zieht in seinem Research sogar Parallelen zwischen Wirecard und Grenke.

Grenke: EY und KPMG haben uneingeschränkt testiert

Dass Viceroy Grenke Ungereimtheiten in der Bilanz vorwirft, die teils mehrere Jahre zurückreichen, wirft auch ein Schlaglicht auf die Wirtschaftsprüfer: Ihnen hätten Unstimmigkeiten, sofern es wirklich welche gegeben hat, auffallen sollen. Fakt ist: In den vergangenen Jahren hat Grenke von seinen Prüfern EY und KPMG stets ein uneingeschränktes Testat erhalten. Das bedeutet: Wesentliche Ungereimtheiten scheinen den Prüfern nicht aufgefallen zu sein.

Was hinter den Kulissen ablief – ob es beispielsweise Diskussionen zwischen Vorstand und Prüfern gegeben hat – verrät ein solches Testat nicht. Auch wollten sich KPMG und EY auf FINANCE-Anfrage wegen ihrer Verschwiegenheitspflicht nicht zu Grenke äußern. Dennoch gibt es in den Bestätigungsvermerken der Prüfer einige kryptische Hinweise darauf, welche Themen sie sich genauer angesehen haben. Die große Frage ist: Haben die Prüfer auch jene Sachverhalte unter die Lupe genommen, die Viceroy jetzt anprangert?

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