Roever Broenner Susat Mazars wächst durch die Übernahme von Dr. Steiner & Co.

Roever Broenner Susat Mazars

01.09.16
Banking & Berater

Roever Broenner Susat Mazars übernimmt Konkurrenten

Vor einem Jahr erst fusionierten Roever Broenner Susat und Mazars. Jetzt hat die neue WP-Gesellschaft den Konkurrenten Dr. Steinberg & Partner übernommen. Sie zielt damit auf den Hamburger Mittelstand.

Die Konsolidierung am Wirtschaftsprüfermarkt geht in die nächste Runde: Die WP-Gesellschaft Roever Broenner Susat Mazars hat verkündet, dass sie mit der Hamburger Gesellschaft Dr. Steinberg & Partner zusammengeht. Roever Broenner Susat Mazars übernimmt 4 Partner und 100 Mitarbeiter von dem auf Schifffahrt spezialisierten Wirtschaftsprüfer. Damit sitzen am Standort Hamburg von Roever Broenner Susat Mazars künftig 16 Partner und 300 Mitarbeiter.

Nach der Übernahme wird die WP-Gesellschaft voraussichtlich 1.100 Mitarbeiter und einen Umsatz von 122,5 Millionen Euro haben. Damit liegt sie auf Platz neun der größten deutschen Wirtschaftsprüfer. Es ist ein weiterer kleiner Sprung für die WP-Gesellschaft, die erst im Juni 2015 aus der Fusion von Mazars mit Roever Bronner Susat entstanden ist.  

Roever Broenner Susat Mazars will den Hamburger Mittelstand

Mit der Übernahme von Steinberg & Co. will Roever Broenner Susat Mazars nun seine Position im Kampf um Mittelstandsmandate insbesondere in Hamburg stärken. Steinberg & Co. ist auf die maritime Wirtschaft spezialisiert – eine Industrie, in der auch Mazars früher stark vertreten war.   

Nachdem aber durch die Fusion mit Roever Broenner Susat die damalige Mazars aus dem Netzwerk Moore Stephens ausgetreten war, lag dieser Bereich zuletzt brach. Die Konkurrenz um die Hamburger Unternehmen dürfte groß sein, denn auch die Big Four KPMG, PwC, EY und Deloitte sind dort mit großen Standorten vertreten.

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Übernahmen im Wirtschaftsprüfermarkt. Für die sogenannten Next Ten – die zehn kleineren WP-Gesellschaften nach den Big Four – sind solche Übernahmen die einzige Möglichkeit, um weiter zu wachsen. Der Wirtschaftsprüfermarkt in Deutschland ist sehr stark umkämpft, die Konkurrenz um die Mandanten ist groß, fast alle großen Mandate liegen in der Hand der Big Four.

KPMG, PwC, EY und Deloitte beherrschen den Markt

Eine Chance, den Markt neu zu verteilen, sollte eigentlich eine neue EU-Regelung sein, nach der die Unternehmen gezwungen sind, ihren Abschlussprüfer nach zehn Jahren neu auszuschreiben. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein kleinerer Prüfer ein Dax-Mandat gewinnt, geht allerdings trotz der Rotationspflicht gegen Null: Da die Prüfung eines großen Mandats sehr viele Kapazitäten in der einer WP-Gesellschaft bindet, können diese Leistungen nur KPMG, PwC, EY und Deloitte bieten. Sie werden die Mandate aller Voraussicht nach unter sich verteilen.

Eine kleine Chance auf größere Mandate haben die kleinen WP-Gesellschaften durch die Joint-Audit-Regelung, nach der es möglich ist, dass Unternehmen ihre Wirtschaftsprüfer 24 Jahre lang behalten, wenn sie sich von mehr als einer Gesellschaft prüfen lasen. Doch kaum ein Prüfer glaubt, dass Unternehmen tatsächlich davon Gebrauch machen werden. Jost Wiechmann, Partner bei Roever Broenner Susat Mazars hat dem selbst eine Absage erteilt: „Eine Verlängerung von vier Jahren wird kein überzeugendes Argument sein“.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

Noch nie war der Wettbewerb der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungshäuser so hart wie derzeit. Wer schnappt sich die lukrativsten Mandate, wer wächst am stärksten und wer hat die beste Strategie? Bleiben Sie auf dem Laufenden mit unseren Themenseiten zu den Big Four und den Next Ten.