APAS-Chef Ralf Bose steht unter Beschuss: Warum hat er noch kurz vor dem Kollaps mit Wirecard-Aktien gehandelt?

BAFA

FINANCE+ 14.12.20
Banking & Berater

Warum hat APAS-Chef Bose Wirecard-Aktien gekauft?

Der Chef der Prüferaufsicht APAS hat noch kurz vor dem Kollaps mit Wirecard-Aktien gehandelt. Besonders befremdlich sind die Zeitpunkte, zu denen er die Aktien gekauft und wieder verkauft hat.

Die Aufklärung des Wirecard-Skandals ist um eine Posse reicher: Wie bei einer Sitzung im Ausschuss des Bundestags bekannt wurde, hat Ralf Bose, Chef der Prüferaufsicht APAS, noch kurz vor dem Wirecard-Kollaps mit Aktien des Zahlungsdienstleisters gehandelt.

Wie Teilnehmer der Sitzung gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagten, habe Bose die Aktien am 28. April 2020 gekauft und am 20. Mai wieder verkauft. Bose selbst äußerste sich auf FINANCE-Anfrage nicht zu den Details, er verwies lediglich auf ein Statement des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), dem die APAS untersteht. Darin sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, dass ihn diese Nachricht „befremdet“ habe. „Wir werden mit den Beteiligten sprechen”, hieß es weiter. Dabei werde geprüft, ob Regeln eingehalten worden seien und ob es Konsequenzen geben müsse.

Besonders irritierend ist der Zeitpunkt, zu dem Bose die Aktien gekauft haben soll: Am Tag des mutmaßlichen Kaufs, dem 28. April 2020, hatte KPMG den lange erwarteten Sonderbericht veröffentlicht, den Wirecard in Auftrag gegeben hatte, um alle Vorwürfe auszuräumen. Der 74-seitige Bericht war eigentlich ein vernichtendes Urteil für Wirecard, doch aufgrund der Länge und Komplexität der Materie setzte sich diese Erkenntnis erst nach und nach durch.

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