CFOs werden immer mehr in die IT eingebunden. Aber viele beklagen sich über ihr eigenes mangelndes Verständnis.

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07.07.15
CFO

Viele CFOs verstehen zu wenig von IT

Viele Finanzchefs beklagen laut einer Studie ihr eigenes mangelndes Verständnis für den Bereich IT. Darunter leidet nicht nur die Kommunikation mit den IT-Verantwortlichen im Unternehmen. Auch in anderen Bereichen gibt es Nachholbedarf.

CFOs tragen oft aus historischen Gründen die Verantwortung für die Unternehmens-IT: Klassische Finanzthemen wie das Rechnungswesen waren früher eng mit der EDV verbunden. Doch in den vergangenen Jahren haben sich immer mehr technische Möglichkeiten ergeben. Wohl auch deshalb bemängeln mittlerweile viele CFOs ihr eigenes Verständnis für die IT, wie eine weltweite Studie der österreichischen Niederlassung der Unternehmensberatung Ernst & Young (EY) ergeben hat. 44 Prozent der befragten CFOs sind demnach der Meinung, dass ihr IT-Verständnis mangelhaft sei.

Das mag überraschen, immerhin gaben gleichzeitig 71 Prozent der 650 befragten CFOs an, sie würden immer stärker in IT-Themen eingebunden. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Finanzverantwortlichen die Themen vollständig durchdringen. „Finanzchefs sind typischerweise 40 Jahre oder älter und somit noch nicht aus der Generation der Digital Natives“, sagt Gunther Reimoser, Partner bei EY. Die Themen in der IT seien sehr komplex und viele CFOs durch ihre betriebswirtschaftliche Ausbildung nicht ausreichend für Soft- und Hardwarethemen ausgebildet.

CFOs brauchen bessere Kennzahlen von ihren CIOs

Gerade deshalb wäre eine enge Kommunikation zwischen den Informatikexperten und ihren Finanzchefs umso wichtiger. Doch diese lässt oft zu wünschen übrig. „In diesem Bereich gibt es Hemmschwellen durch fehlendes Verständnis“, sagt Reimoser. Chief Information Officers (CIOs) verlieren sich seiner Beobachtung nach oft in den Details der IT und beliefern den zahlengetriebenen CFO oft nicht mit den KPIs, die der Finanzer sich eigentlich wünscht.

In diesem Punkt sieht EY-Experte Reimoser die IT-Leiter in der Pflicht: „CIOs müssen die Kennzahlen besser filtern, strategischer denken, um den Finanzchef so zu unterstützen.“ Dazu gehöre es unter anderem, zu berechnen, wie viel das Unternehmen für jeden in ein IT-Projekt investierten Euro wieder zurück erhält. „Projekte werden aber viel zu oft nicht nachbetrachtet“, sagt Reimoser.

Doch auch die Finanzchefs sollten mit Blick auf das IT-Thema selbstkritisch sein. CFOs sollten aufhören, die IT als reinen Kostenfaktor zu betrachten, findet Reimoser. Die Investitionen rentierten sich teilweise erst später.

Kaum CFOs auf IT-Kongressen

Finanzchefs, denen die IT unterstellt ist, empfiehlt Reimoser, sich stärker mit dem Thema auseinanderzusetzen. „Auf IT-Kongressen findet man fast keine CFOs“, beobachtet er. Durch das Modethema Digitalisierung bewege sich aber gerade in diesem Bereich viel. „Trotzdem beschäftigen sich meistens eher die CEOs mit der den Chancen der IT.“ Wenn Finanzchefs nicht aufpassen, entgleitet ihnen der Einfluss auf das Ressort womöglich.

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