Allianz-Manager Jörg Helten wird im Juli neuer Finanzchef des ADAC.

ADAC

08.05.19
CFO

ADAC holt neuen CFO von der Allianz

Fast ein Jahr lang musste der ADAC ohne CFO auskommen. Jetzt holt der Konzern Jörg Helten von der Allianz. Seine Vorgänger waren nicht lange auf ihren Posten.

Der ADAC hat nach fast einem Jahr Vakanz einen neuen CFO gefunden: Wie das Unternehmen bekanntgegeben hat, wird Jörg Helten zum 1. Juli dieses Jahres den Posten bei der Europäischen Gesellschaft (SE) übernehmen. Der 46-Jährige soll neben Marion Ebentheuer und Mahbod Asgari im Vorstand tätig sein.

ADAC-CFO Jörg Helten folgt auf Ralf Spielberger

Helten bringt rund zwanzig Jahre Berufserfahrung aus Finanz- und Vertriebsfunktionen mit, davon mehr als zehn Jahre in Führungspositionen in Deutschland, China und der Schweiz. Er ist seit 2004 für den Versicherungskonzern Allianz tätig, war unter anderem auch Finanzvorstand der Allianz-Lebensversicherung in China.

Zuletzt zeichnete er für die Schweizer Niederlassung der Allianz für unternehmensweite Transformationsprogramme verantwortlich, parallel dazu hat der Vater eines Sohnes einen Executive MBA in Business Engineering an der Hochschule St. Gallen absolviert.

Helten folgt auf Ralf Spielberger, der im Juni vergangenen Jahres seinen Abschied vom ADAC verkündet hatte. Er ist mittlerweile CFO und Chief Operating Officer des Thieme-Verlags. Spielberger war nur etwas mehr als zweieinhalb Jahre Finanzchef des Konzerns, zuvor hatte Thomas Kagermeier die ADAC-Finanzen nicht einmal ein Jahr verantwortet. Sein Vorgänger Stefan Weßling hingegen war 13 Jahre lang Finanzchef.

ADAC kämpft mit Unruhe seit Preisvergabe-Skandal

Mit der Verpflichtung von Helten soll sich das CFO-Karussel beim ADAC etwas langsamer drehen. Begonnen hatte die Unruhe 2014 mit dem Skandal um manipulierte Preisvergaben, wonach weitere gravierend Compliance-Mängel ans Licht kamen.

Die ADAC SE ist der operative Arm des bekannten Automobilclubs, der ein eingetragener Verein ist. Der Verein ist mit rund 58 Prozent an der SE beteiligt, weitere 25,1 Prozent hält die ADAC Stiftung.

In der Geschäftsführung des Vereins gibt es ebenfalls einen Neuzugang zu vermelden: Dieter Nirschl wird im August als dritter Geschäftsführer neben Lars Soutschka und Oliver Weissenberger Teil des hauptamtlichen Führungsteams. Der promovierte Jurist verantwortet im Verein künftig die Bereiche Mitgliedschaft, Juristische Zentrale und Verbraucherschutz.

ADAC will sich wandeln

Nirschl und der designierte ADAC-CFO Helten sollen den Konzern fit für die Zukunft machen. Der ADAC will sich vom reinen Pannenhelfer zum Mobilitätshelfer weiterentwickeln, der verschiedene Dienste anbietet. 

Aktuell verdient der ADAC einen Großteil seines Geldes mit Versicherungen. Das Unternehmen ist auch in anderen Geschäftsfelder aktiv, beispielsweise in der Finanzdienstleistung, in der Luftfahrt oder im Zeitschriften- und Buchgeschäft.

Im Jahr 2017 hat der ADAC einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro erwirtschaftet. Der Vorsteuergewinn lag bei 126 Millionen Euro. Neuere Geschäftszahlen aus dem Jahr 2018 hat der ADAC noch nicht vorgelegt.

jakob.eich[at]finance-magazin.de