Wechselt nach Berlin: Fraport-Managerin Aletta von Massenbach

Fraport AG

18.05.20
CFO

BER und Washtec setzen auf Finanzchefinnen

Die Berliner Flughäfen machen Aletta von Massenbach zur neuen CFO. Auch beim SDax-Unternehmen Washtec übernimmt mit Kerstin Reden eine Frau die Finanzgeschicke.

Kurz vor der Fertigstellung des Langzeitprojekts Hauptstadtflughafen ist zumindest der Vorstand der unter finanziellem Druck stehenden Flughafengesellschaft wieder komplett: Wie der Flughafen Berlin-Brandenburg (FBB) am Freitag mitteilte, übernimmt Aletta von Massenbach ab dem 1. September die Position der Finanzgeschäftsführerin. Sie folgt auf Heike Fölster, die das Unternehmen nach knapp sieben Jahre bereits im Februar 2020 verlassen hatte und seitdem als CFO für die Deutsche-Bahn-Tochter Station & Service tätig ist.

Mit Aletta von Massenbach übernimmt eine erfahrene Expertin in der Flughafenbranche: Sie kommt vom Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport, wo sie derzeit das globale Geschäft verantwortet. Zudem sitzt sie in diversen Aufsichtsräten von ausländischen Airports, an denen Fraport Anteile besitzt.

Von Massenbach ist schon sehr lange für Fraport tätig: Die Juristin durchlief im Jahr 1997 ein Management-Trainee-Programm bei Fraport und war seitdem in unterschiedlichen Positionen für den Flughafenbetreiber tätig: So übernahm sie unter anderem die Leitung verschiedener internationaler Flughafenprojekte und war bei Übernahmen, Betriebsaufnahmen und Firmengründungen unter anderem auf den Philippinen, Portugal, Russland oder Spanien involviert. Zwischen 2015 und 2016 leitete sie die Flughäfen im türkischen Antalya und in Bulgarien.

Neue BER-CFO kennt Flughafen Berlin bereits

Von Massenbach übernimmt beim BER, der im Oktober endlich eröffnen soll, in schwierigen Zeiten. Jüngst wies die Gesellschaft für das Jahr 2019 einen Konzernverlust von rund 96 Millionen Euro aus. Für das laufende Jahr haben Bund, sowie die Länder Brandenburg und Berlin eine Kapitalerhöhung von 300 Millionen Euro zugesagt, um den Flughafen während der Coronakrise zu unterstützen. Den mittelfristigen Finanzierungsbedarf beziffert FBB bis 2024 auf rund 790 Millionen Euro. Allerdings hatte der „Tagesspiegel“ über eine Studie berichtet, die schon jetzt einen deutlich höheren Kapitalbedarf prognostiziert.

Aletta von Massenbach könnte in ihrer neuen Aufgabe als BER-CFO jedenfalls zugutekommen, dass sie nicht zum ersten Mal mit Berliner Flughafen in Berührung kommt. Bereits zwischen 1997 und 1999 sollte sie sich als Projektmanagerin um die Privatisierung der Berliner Flughäfen kümmern, einschließlich des Baus eines neuen Hauptstadtflughafens. Aus dem damaligen Projekt Berlin-Brandenburg International (BBI) ist der Flughafen BER entstanden.

Überraschender CFO-Wechsel bei Washtec

Auch beim Fahrzeugwäsche-Spezialisten Washtec kommt es zu einem CFO-Wechsel. Dort soll ab 1. August Kerstin Reden den Posten als Finanzchefin übernehmen. Sie kommt für Axel Jaeger, der das Unternehmen auf eigenen Wunsch zum 31. Mai 2020 verlassen wird. Wohin es Jaeger zieht, ist nicht bekannt.

Die 50-jährige Finanzmanagerin Reden kommt vom Tech-Hardware-Hersteller Smartrac, wo sie seit 2017 als Finanzvorstand die Bereiche Finanz- und Rechnungswesen, Personal und IT verantwortet. Ihre berufliche Karriere startete die promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin als Audit-Managerin bei Deloitte. Im Jahr 2008 wechselte sie für drei Jahre als Head of Group Accounting zum Mainzer Unternehmen Schott. Nach einem abermaligen, zehnmonatigen Gastspiel bei Deloitte wechselte sie im Mai 2012 zu Smartrac.

Weiterhin Unruhe im Washtec-Vorstand

Der neuerliche Wechsel bei Washtec kommt überraschend. Finanzchef Axel Jaeger hatte Ende 2019 noch bei FINANCE TV angekündigt, dass nun Schluss sein soll mit der Unruhe im Vorstand. Es hatte in den vergangenen Jahren relativ häufige Wechsel gegeben. Nun verlässt Jaeger den Konzern selbst nach gerade mal zwei Jahren im Amt. Sein Vorgänger Rainer Springs kam hingegen noch auf über drei Jahre. Während der zweimonatigen Übergangsphase übernimmt Washtec-CEO und CTO Ralf Koeppe zusätzlich die CFO-Aufgaben. Er ist erst seit elf Monaten im Unternehmen.

Reden wird das SDax-Unternehmen, bei dem es im vergangenen Jahr nicht rund lief, wieder in die Spur bringen müssen. Im vergangenen Geschäftsjahr 2019 mussten die Augsburger einen Gewinneinbruch hinnehmen. Bei einem nahezu unveränderten Umsatz von 437 Millionen Euro in 2019 sackte der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Vergleich zum Vorjahr um knapp 30 Prozent auf 36,3 Millionen Euro ab. Ein Sparprogramm soll helfen, die Probleme in den Griff zu bekommen. Nun kommt allerdings Corona dazwischen. Eine Prognose für das laufende Jahr wagt Washtec deshalb erstmal nicht.

martin.barwitzki[at]finance-magazin.de

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