Bernhard Günther wird neuer CFO des Energiekonzerns Fortum.

Fortum

18.12.20
CFO

Bernhard Günther wird CFO der Uniper-Mutter Fortum

Innogy-CFO Bernhard Günther wechselt als Finanzvorstand zum finnischen Energiekonzern Fortum. Auf den Posten geholfen hat ihm wohl auch ein Aufsichtsratsmandat.

Einen der bekanntesten deutschen CFOs zieht es nach Finnland: Wie der bei Helsinki ansässige Energieriese Fortum bekanntgegeben hat, wird der scheidende Innogy-Finanzchef Bernhard Günther neuer Finanzvorstand des Konzerns. Der 53-Jährige tritt die neue Position Anfang Februar 2021 an und folgt auf Timo Karttinen, der das Amt seit diesem Sommer interimistisch innehat.

Fortum-CEO und Bernhard Günther kennen sich

Der durch einen Säureanschlag gezeichnete Günther wird somit CFO eines großen europäischen Energieversorgers, der auf einen Börsenwert von rund 20 Milliarden Euro kommt. Fortum ist in Deutschland nicht unbekannt: Jahrelang lieferten sich die Finnen eine Übernahmeschlacht mit dem deutschen Versorger Uniper. Inzwischen hat sich Fortum eine Dreiviertelmehrheit an der ehemaligen E.on-Tochter gesichert.

Nach erheblichen Startschwierigkeiten einigten sich die beiden Unternehmen zuletzt auf eine gemeinsame Strategie. Diese sieht auch vor, dass bis Ende 2023 jährlich Synergien von mehr als 50 Millionen Euro gehoben werden sollen. Bis 2025 sollen es sogar bis zu 100 Millionen Euro werden. Diese Integration voranzutreiben, dürfte auch maßgeblich dem künftigen Fortum-CFO Günther zukommen.

Günther kennt Uniper sehr gut: Er sitzt bereits seit einiger Zeit im Aufsichtsrat des MDax-Konzerns, ebenso wie Fortum-Chef Markus Rauramo. „Ich bin daher überzeugt, dass Fortum sehr von seiner Erfahrung profitieren wird“, wird Rauramo zitiert. „Bei unserer gemeinsamen Tätigkeit im Aufsichtsrat von Uniper habe ich seine Versiertheit und seine stets analytische und konstruktive Herangehensweise schätzen gelernt, weswegen ich sicher bin, dass Bernhard hervorragend zu Fortum passen wird.“

CFO Günther war 20 Jahre bei RWE-Einheiten

Anfang Dezember war offiziell bekannt geworden, dass Günther die Kapitel RWE und Innogy nach über 20 Jahren Ende dieses Jahres schließen wird. Während seiner Laufbahn bei RWE verantwortete er verschiedene Finanzbereiche. Darüber hinaus agierte er in Personalunion als CFO bei der Trading-Tochter von RWE sowie des Spin-offs Innogy.

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Dr. Bernhard Günther, Innogy SE

Von 1993 bis 1998 ist Günther in der Unternehmensberatung McKinsey tätig, zuletzt als Projektleiter, anschließend wechselt Günther zu RWE. Die ersten zwei Jahre arbeitet er als Abteilungsleiter des Konzerncontrollings und wechselt 2001 als Bereichsleiter für Unternehmensplanung und Controlling zu RWE Power. 2005 wird er zum Bereichsleiter Konzerncontrolling von RWE befördert.

2007 bis 2008 ist Günther Geschäftsführer und CFO der RWE Gas Midstream. In dieser Position verantwortet er die Bereiche Finance & Reporting, Project Controlling & Valuation, Back Office, IT, Integration & Organisation, Legal & Compliance, sowie Risk. Darüber hinaus vertritt er in Personalunion als Geschäftsführer sowie CFO der RWE Trading in den Jahren 2007 und 2008 die Bereiche Finance & Reporting, Project Controlling & Valuation, Back Office und IT.

Günthers Laufbahn im RWE-Konzern geht weiter. Von 2008 bis 2012 leitet er als Geschäftsführer und CFO der RWE Supply& Trading die Bereiche, Finance, Risk, Back Office, Project Valuation & Control, IT, Legal & Compliance sowie Business Change Management . Im Juli 2012 steigt er in den Konzernvorstand auf und wird im Januar 2013 zum Finanzvorstand ernannt. Im Zuge der Aufspaltung des Energiekonzerns wird Günther im April 2016 CFO der RWE-Tochter Innogy, in der vor allem das Geschäft mit erneuerbaren Energien gebündelt wird. Die RWE-Finanzen übernimmt nach dem Innogy-IPO im Oktober des gleichen Jahres Markus Krebber. Im Dezember 2020 wird bekannt, dass Günther im Februar 2021 CFO der Uniper-Mutter Fortum wird.

zum Profil

Das Projekt der Abspaltung der Nachhaltigkeitstochter Innogy hat Günther als Finanzvorstand maßgeblich vorangetrieben. Im Jahr 2016 gelang der Börsengang des Stromerzeugers. Im Zuge der Abspaltung musste RWE Kapitalmarktschulden im Wert von 11 Milliarden auf Innogy übertragen.

Das Mammutprojekt hatte eine kurze Halbwertszeit. Nur zwei Jahre später stand fest, dass Innogy keine eigenständige Zukunft haben wird und stattdessen zerschlagen werden sollte: Innogy ist Teil eines komplexen Deals zwischen E.on und RWE

Seit Mitte dieses Jahres ist die Verschmelzung von Innogy mit dem Energieriesen E.on abgeschlossen. Günther hatte stets betont, dass er nach Abschluss des Deals eine neue Aufgabe außerhalb des RWE-Konzerns suchen werde. Seine Erfahrung bei großen Integrationsprojekten kann er nun auch bei Fortum und Uniper einbringen.

jakob.eich[at]finance-magazin.de

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