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Björne Drechsler wird CFO von Ekotechnika

Björne Drechsler wechselt von Gea zu Ekotechnika. Bei dem deutsch-russischen Landmaschinenhändler muss der neue CFO auch das operative Geschäft ankurbeln.
Ekotechnika

Ekotechnika bekommt wieder einen CFO: Björne Drechsler wird zum 1. März als Finanzvorstand bei dem deutsch-russischen Landmaschinenhändler antreten, wie das Unternehmen heute mitteilte. Zuletzt hatte Stefan Dürr die Firma als Alleinvorstand geführt. Wolfgang Bläsi, der sechs Jahre für die Finanzen von Ekotechnika und der Schwestergesellschaft – dem Milchproduzenten Ekosem Agrar – zuständig war, hatte den Agrarkonzern im vergangenen September verlassen. 

Björne Drechsler kommt vom deutschen Maschinen- und Anlagenbauer Gea und kennt sich in der russischen Agrarwirtschaft bestens aus: Bei dem MDax-Konzern war der diplomierte Wirtschaftswissenschaftler zwölf Jahre lang als Geschäftsführer und CEO für Gea Farm Technologies Russia tätig. Die russische Tochtergesellschaft stellt vor allem Maschinen für Milchproduzenten her. In den vergangenen 18 Monaten hatte Drechsler, der fließend russisch spricht, zudem für den Gesamtkonzern den Bereich Equipment Sales in Russland und Zentralasien geleitet.

Ekotechnika kämpft sich nach Schuldenschnitt langsam zurück

Bei Ekotechnika baut man auf Drechslers Branchenerfahrung – nicht nur im Hinblick auf die Finanzen, sondern auch auf mögliche neue Absatzkanäle: Ekotechnika importiert westliche Landmaschinen nach Russland und verkauft sie dann an russische Landwirte.

2014 war das Geschäft in Folge der Russland-Sanktionen, die die EU nach der Annektierung der Halbinsel Krim verhängte, und durch den Verfall des russischen Rubels stark eingebrochen. Die Folge: Ekotechnika konnte den Schuldenberg von 60 Millionen Euro nicht mehr tragen. CFO Bläsi musste einen umfangreichen Schuldenschnitt mit den Gläubigern der Mittelstandsanleihe aushandeln. 

Inzwischen hat sich das Geschäft wieder etwas stabilisiert, wie ein Blick auf die heute veröffentlichten vorläufigen Zahlen zeigt: Der Konzernumsatz legte im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/2016 um 7 Prozent auf 117,2 Millionen Euro zu. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte auf 5,3 Millionen Euro, nachdem es im Vorjahr mit -1,2 Millionen Euro noch negativ ausfiel. Im Vorkrisenjahr 2012/2013 hatten Umsatz und Ebit allerdings noch bei 212 Millionen beziehungsweise 16,9 Millionen Euro gelegen. Den vollständigen Konzernabschluss legt Ekotechnika am 2. Februar vor.

Die Schwestergesellschaft Ekosem Agrar wird dagegen im Vorstand weiterhin von CEO Stefan Dürr alleine geführt. Der Milchkonzern hatte im vergangenen Frühjahr in der Folge der Schieflagen der Schwestergesellschaft und der Tochter Ekoniva seine zwei Mittelstandsanleihen im Gesamtvolumen von 130 Millionen Euro bis 2021 beziehungsweise 2022 verlängert. Innerhalb dieser Galgenfrist will Ekosem die Investitionsphase abschließen und den Cashflow ausreichend hochfahren, um die Bonds dann zurückzahlen zu können.

desiree.backhaus[at]finance-magazin.de

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