Die Restrukturierung der Ekotechnika kann beginnen. Die Bondholder geben dem Debt-to-Equity-Swap grünes Licht.

Ekotechnika

07.05.15
Finanzierungen

Ekotechnika-Investoren akzeptieren Debt-to-Equity-Swap

Ekotechnika-CFO Wolfgang Bläsi kann sein Sanierungsprogramm wie geplant angehen. Die Bondholder stimmten dem Restrukturierungsprogramm in allen Punkten zu, akzeptieren den Debt-to-Equity-Swap – und kommen dabei glimpflicher davon als ursprünglich erwartet.

Durchbruch für die Sanierung von Ekotechnik: Nachdem vor zwei Wochen die Wirtschaftsprüfer von PwC dem von CFO Wolfgang Bläsi vorgeschlagene Restrukturierungsmodell ihren Segen gegeben haben, haben bei der Gläubigerversammlung nun auch  86 Prozent der Bondholder zugestimmt.

Damit ist der Weg frei für den geplanten Debt-to-Equity-Swap sowie die finanziellen und operativen Restrukturierungsmaßnahmen. One Square Advisory um den Bond-Restrukturierer Frank Günther wird die gemeinsame Vertretung der Anleihegläubiger übernehmen. Für das Münchener Beratungshaus stimmten 94 Prozent der anwesenden Gläubiger.

Gegenantrag von Ekotechnika-Gläubiger Pfitzke findet Gehör

Der Versammlung war eine Überraschung vorangegangen. Einen Tag vor der Versammlung erklärte das Ekotechnika-Management seine Unterstützung für den Gegenantrag des Bondholders Markus Pfitzke. Der Antrag basiert im Wesentlichen auf dem von Bläsi vorgeschlagenen Konzept, sieht jedoch beim geplanten Debt-to-Equity-Swap neue stimmberechtigte Vorzugsaktien (Serie A) für die Anleihegläubiger vor.

Die Vorzugsaktien sollen die bisherigen Bondgläubiger gegenüber der Mitgesellschafterin Ekotechnika bei etwaigen Gewinn- oder Liquidationsüberschüssen bevorzugen. Die Überschüsse sollen dabei im Verhältnis 62,5 zu 37,5 zugunsten der Gläubiger aufgeteilt werden. Dies soll so lange gelten, bis die Anleihegläubiger bis zu 75 Prozent ihrer ursprünglichen Forderungen zurückbekommen haben. Dadurch verspricht sich Pfitzke ein „deutlich höheres Wertaufholungspotential“ für die Anleihegläubiger als in dem ursprünglich vom Unternehmen vorgeschlagenen Konzept. Das Pfitzke-Modell erhielt eine Zustimmung von rund 86 Prozent.

Die teilnehmenden Anleihegläubiger machten insgesamt gut 40 Prozent der ausstehenden Mittelstandsanleihe von 60 Millionen Euro aus. Damit war das gestrige Treffen im Gegensatz zur ersten Gläubigerversammlung im März beschlussfähig. Damals waren lediglich 3,5 Millionen der 60 Millionen Euro vertreten. Die Ekotechnika-Mittelstandsanleihe notiert inzwischen wieder bei 13 Prozent vom Nennwert – Ende März war das Papier bis auf unter 5 Prozent abgestürzt. Dies entsprach damals in etwa den Recovery-Aussichten, die der ursprüngliche Sanierungsplan den Investoren in Aussicht gestellt hatte.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de