CFO Michael Klatt verlässt den 1. FC Kaiserslautern zum Jahresende.

Andreas Erb

24.10.19
CFO

CFO-Abgang verschärft Krise beim FCK

Nach sechs Aufsichtsräten hat nun auch der Finanzchef des 1. FC Kaiserslautern das Handtuch geworfen. Ohne Michael Klatt drohen die finanziellen Probleme zu eskalieren.

Inmitten der angespannten Lage beim 1. FC Kaiserslautern verliert der Verein nun auch noch seinen Finanzchef: Michael Klatt hat eine zentrale Rolle bei den Sanierungsbemühungen des Fußball-Drittligisten gespielt, wirft nun aber zum Jahresende das Handtuch – und das „wissend, dass weiterhin große Herausforderungen vor dem Klub liegen, die ich in meiner Amtszeit nicht mehr lösen konnte“, wie Klatt selbst einräumt.

Wie es in einer Mitteilung des 1. FC Kaiserslautern heißt, geht Klatt auf eigenen Wunsch. In den vergangenen Wochen waren bereits sechs Aufsichtsräte zurückgetreten, und auch der am Jahresende auslaufende Vertrag von Sportchef Martin Bader wurde nicht verlängert. Der 51-jährige Betriebswirt Klatt war eine der letzten Konstanten bei dem taumelnden Traditionsklub aus der Pfalz.

Klatt hat den FCK für Investoren geöffnet

In seiner vierjährigen Tätigkeit bei den Pfälzern kämpfte Klatt praktisch durchgängig mit den erheblichen finanziellen Problemen des FCK – durchaus mit Erfolg. Allein seit Jahresbeginn gelang es dem CFO, eine Finanzlücke von 12 Millionen Euro zu schließen. Seine Arbeit sicherte den Roten Teufeln die Lizenz für die Saisons 18/19 und 19/20, und Klatt sorgte auch dafür, dass die „Betze-Anleihe“ im August 2019 planmäßig zurückgezahlt werden konnte. Viele Beobachter im Umfeld des Vereins hatten hingegen mit einem Ausfall und daran anschließend mit einer Insolvenz gerechnet. Klatt gelang es jedoch, verschiedene Geldquellen anzuzapfen, um die für die Tilgung nötigen 6,7 Millionen Euro zu mobilisieren. Dazu zählte auch eine Crowdfunding-Kampagne.

Klatt sorgte auch für die Ausgliederung der Profiabteilung – die einzig noch verbliebene Chance des FCK, an frisches Eigenkapital zu gelangen, um die tiefen Finanzlöcher zu schließen, die die lange sportliche Talfahrt gerissen hat. Dies ermöglichte Klatt, den Klub für externe Investoren zu öffnen. Er führte die Verhandlungen mit dem Luxemburger Investor Flavio Becca, der 25 Millionen Euro in den FCK pumpen will, im Verein aber auf Widerstände stößt. Mit Klatts Rückzug wird auch der Einstieg von Becca ungewisser.    

Kein Klatt-Nachfolger vor Dezember

Das nun entstandene Führungsvakuum wird wahrscheinlich noch bis in den Dezember andauern: Dann soll auf einer verschobenen Mitgliederversammlung ein neuer Aufsichtsrat gewählt werden, der dann einen Nachfolger für Klatt bestimmt.

Dass es damit nicht getan sein wird, stellt der stellvertretende Beiratsvorsitzende Bruno Otter in seinen Abschiedsworten an Klatt klar: „Als Architekt der Ausgliederung hat er für den FCK ein neues Kapitel mitgeschrieben, welches nun noch weiter mit Leben gefüllt werden muss.“

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