Marcus Wassenberg verlässt überraschend das Friedrichshafener Tochterunternehmen von Rolls-Royce.

Robert Hack, Rolls-Royce Power Systems

16.04.19
CFO

CFO Marcus Wassenberg verlässt Rolls-Royce Power Systems

Ex-Senvion-CFO Marcus Wassenberg verlässt Rolls-Royce Power Systems überraschend. Sein Vertrag wurde gerade erst verlängert.

CFO Marcus Wassenberg verlässt Rolls-Royce Power Systems (RRPS). Wie das Unternehmen aus Friedrichshafen mitteilte, hat er „den Aufsichtsrat gebeten, ihn aus privaten Gründen mit Wirkung zum 15. April von seinem Vorstandsamt zu entbinden“. Sein Vertrag wurde erst im März bis 2022 verlängert. Eine Nachfolgeregelung wurde noch nicht gefunden, wie das Unternehmen auf Anfrage von FINANCE mitteile.

Marcus Wassenberg war seit 2015 Finanzchef bei den Friedrichshafenern. Er folgte damals auf Dieter Royal. Wassenberg leitete das Ressort Konzerndienstleistungen, unter anderem mit den Bereichen Controlling, Finanzen, IT-Anwendungen und Recht. Er hatte auch die Funktion als Arbeitsdirektor und Geschäftsführer der Rolls-Royce Power Systems-Tochter MTU inne.

Rolls-Royce Power Systems ist einer von drei Geschäftsbereichen des britischen Konzerns Rolls-Royce und Hersteller von Großdieselmotoren sowie Antriebs- und Energiesystemen. Das Unternehmen besteht aus drei Sparten: MTU, MTU Onsite Energy und Bergen Engines AS. Im vergangenem Jahr erwirtschaftete es einen bereinigten Umsatz von 3,9 Milliarden Euro, etwa 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Das entspricht rund 23 Prozent des Umsatzes im gesamten Rolls-Royce-Konzerns.

Wassenberg begleitete Transformationsprozess bei RRPS

Der Finanzchef begleitete bei Rolls-Royce Power Systems gleich zwei Transformationsprogramme. Der Anbieter für Antriebssysteme entschied sich 2015 für ein Modernisierungsprogramm, um sich gegen einen volatilen Markt und ein herausforderndes regulatorisches Umfeld zu wappnen. Das Programm wurde 2018 abgeschlossen.

Der Finanzchef war ebenfalls an der darauf folgenden Entwicklung der Strategie PS 2030 und der „gemeinsam mit Betriebsrat und Gewerkschaft IG Metall ausgehandelten Standort- und Beschäftigungssicherung“ beteiligt. Im Zuge einer umfassenden Restrukturierung des Mutterkonzerns Rolls-Royce flammten erst vergangenen Herbst bei der Friedrichshafener Belegschaft Sorgen um einen weiteren Stellenabbau auf.

Wassenberg kam von Senvion

Der gebürtige Grevenbroicher hatte vor seiner Zeit bei Rolls-Royce Power Systems mehrere CFO-Positionen inne. Die prominenteste davon war die Station als Finanzchef bei dem gerade erst in die Insolvenz gerutschten Windanlagenbauer Senvion.

Er hatte damals den Posten als interner Kandidat rund einen Monat nach dem Abgang von Derrick Noe übernommen. Im September 2014 verließ er den Windanlagenbauer, der sich bereits damals in schwieriger Lage befand.

sarah.backhaus[at]finance-magazin.de