(v.l.n.r.) VW-Marken-CFO Arno Antlitz und Audi-Finanzchef Alexander Seitz sollen die Plätze tauschen. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll der CFO-Tausch parallel zur Berufung des BMW-Managers Markus Duesemann zum Audi-Chef bei der VW-Aufsichtsratssitzung am Freitag verkündet werden.

Volkswagen AG/Audi AG/Collage FINANCE

14.11.19
CFO

CFO-Tausch zwischen Volkswagen und Audi

Volkswagen und Audi tauschen wohl ihre Finanzvorstände. Der bisherige VW-Marken-CFO Arno Antlitz soll nach Ingolstadt gehen, während Audi-Finanzchef Alexander Seitz nach Wolfsburg zurückkehrt. Die Hintergründe sind komplex.

Der Volkswagen-Konzern mischt seine Finanzvorstände durch: Der CFO der Marke Volkswagen Pkw, Arno Antlitz, und Audi-Finanzchef Alexander Seitz tauschen die Plätze. Wie die F.A.Z. unter Berufung auf Konzernkreise heute berichtet, soll der Wechsel im Zuge der Aufsichtsratssitzung am morgigen Freitag verkündet werden. Der CFO-Wechsel soll im nächsten Jahr vollzogen werden und steht im Zusammenhang mit der Berufung des früheren BMW-Vorstands Markus Duesemann zum Audi-Chef zum 1. April 2020, was ebenfalls am Freitag bestätigt werden soll. „Wir äußern uns grundsätzlich nicht zu Spekulationen“, kommentierte VW die Medienberichte zu dem bevorstehenden CFO-Tausch.

Alexander Seitz intensivierte Audi-Sparprogramm

Für Seitz, der als Vertrauter der VW-Eigentümerfamilien Piech und Porsche gilt, wäre der Wechsel zur Konzernmutter eine Heimkehr: Der 57-Jährige war vor seiner Tätigkeit für Audi von 2005 bis August 2017 bei Volkswagen. Er verbrachte mehrere Jahre in Brasilien als Mitglied der Geschäftsführung von Volkswagen do Brasil und war auch Co-Generalmanager des chinesischen Auto-Joint-Ventures zwischen VW und SAIC in Shanghai. Im September 2017 übernahm Seitz das CFO-Amt bei Audi von Axel Strotbek.

Seinem Nachfolger würde er ein Unternehmen im Umbruch übergeben: Seit Anfang des Jahres forcieren Seitz und Audi-CEO Bram Schot die laufenden Spar- und Veränderungsprogramme. Ein „Audi Transformationsplan“ soll den unter Überkapazitäten in der eigenen Produktion und den Nachwehen der Diesel-Krise leidenden Ingolstädter Autohersteller wieder auf Kurs zu bringen. Bis 2022 will Audi 15 Milliarden Euro einsparen.

Der Weg dorthin ist aber noch weit: Aus dem Bericht zu den Q3-Zahlen der VW-Tochter geht hervor, dass seit Beginn des Transformationsprogramms im Jahr 2018 bisher 3,3 Milliarden Euro eingespart worden seien. Damit müsste Audi in den verbleibenden drei Jahren 11,7 Milliarden Euro oder fast 4 Milliarden Euro pro Jahr sparen, um das ambitionierte Ziel zu erreichen.

Warum soll Arno Antlitz nach Ingolstadt?

Zu den Gründen für den absehbaren Tausch zwischen Antlitz und Seitz gibt es verschiedene Berichte. Während die einen darauf abzielen, dass ein komplett neues Management in Ingolstadt für einen Neuanfang stehen soll, berichtet die FAZ von Meinungsverschiedenheiten zwischen Antlitz und dem mächtigen VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh. Ein Wechsel weg von der VW-Kernmarke zur Tochter nach Ingolstadt würde nach dieser Lesart diesen angeblichen Konflikt entschärfen.

Wie Seitz ist auch Antlitz ein VW-Urgestein. Er arbeitet bereits seit 15 Jahren bei den Wolfsburgern und verantwortet seit dem Jahr 2010 die Bereiche Controlling und Rechnungswesen der Marke Volkswagen. Davor war der Wirtschaftsingenieur und Doktor der Unternehmensführung bei der Unternehmensberatung McKinsey. Seine Schwerpunkte dort waren Strategie, Organisations- und Kostenoptimierung in der Automobil- und Zulieferindustrie. Dies sind genau jene Felder, die bei Audi derzeit im Fokus stehen.

dominik.ploner[at]finance-magazin.de