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CFO Ulrich Zimmermann verlässt Hawesko

Fast zwei Jahrzehnte war Finanzchef Ulrich Zimmermann für den Weinhändler Hawesko tätig. Ende Juli verlässt er das Unternehmen.
Hawesko

Ulrich Zimmermann legt sein Amt als Finanzvorstand bei dem Weinhändler Hawesko Ende Juli nieder. Die Trennung sei im gegenseitigen Einvernehmen erfolgt, teilten die Hamburger mit. Die Suche nach einem Nachfolger sei bereits eingeleitet. Bis auf Weiteres übernehme CEO Thomas Hermelink die Verantwortung für die Finanzen.

Für Zimmermann beginnt somit nach 18 Jahren bei Hawesko ein neuer Abschnitt. Der 1962 geborene Hamburger war 1998 als Bereichsleiter Finanzen und Beteiligungscontrolling zu dem Unternehmen gekommen. Anfang 2007 stieg Zimmermann zum CFO auf, nachdem sein Vorgänger Sven Ohlzen Hawesko verlassen hatte.

In den vergangenen zehn Jahren ist Hawesko unter Zimmermanns Finanz-Ägide stark gewachsen. Der Umsatz ist zwischen 2006 und 2015 von 302 Millionen Euro auf fast 480 Millionen Euro angeschwollen, bei einer Gewinnmarge von zuletzt 5,6 Prozent (bezogen auf die Einkünfte vor Zinsen und Steuern). In den vergangenen drei Jahren sind die Erlöse aber quasi stagniert. Zu Hawesko gehören Weineinzelhändler wie Jacques’ Wein-Depot aber auch Großhändler wie Wein Wolf.

Finanzchef Ulrich Zimmermann war in M&A-Schlacht involviert

In Zimmermanns Amtszeit fiel auch der Übernahmekampf zwischen dem langjährigen Konzern-Chef Alexander Margaritoff (der inzwischen verstorben ist) und dem heutigen Aufsichtsratsvorsitzenden Detlev Meyer.

Die M&A-Schlacht hatte sich zum Jahreswechsel 2014/15 über mehrere Wochen hingezogen. Meyer kritisierte seinerzeit die hohe Ausschüttungsquote und dass sich Hawesko Expansionschancen entgehen ließe. Gründersohn Margaritoff hatte sich vehement dagegen gewehrt, seinen 30-Prozent-Anteil an Meyer zu veräußern. CFO Zimmermann stellte sich offiziell auf die Seite seines Chefs. Letztendlich knickte Margaritoff ein und verließ Hawesko im Juni 2015.

CFO Zimmermann blieb danach an Bord. Aus dem Unternehmen ist zu hören, dass Zimmermanns hoher Einsatz nach dem feindlichen M&A-Deal ihm hoch angerechnet wurde. Seit der Übernahme hat Zimmermann die Neuausrichtung maßgeblich begleitet. Hawesko will sich künftig zentraler aufstellen und die Tochtergesellschaften enger an die Holding binden. Gleichzeitig will der Konzern auch im Ausland wachsen.

jakob.eich[at]finance-magazin.de

jakob.eich@finance-magazin.de | + posts

Jakob Eich ist Redakteur der Fachzeitungen FINANCE und DerTreasurer des Fachverlags F.A.Z Business Media, bei dem er auch sein Volontariat absolviert hat. Eich ist spezialisiert auf die Themen Digitalisierung im Finanzbereich und Treasury. Durch seine Zwischenstation bei der Schwesterpublikation „Der Neue Kämmerer“ ist 1988 geborene Journalist auch versiert beim Thema Kommunalfinanzen. Erste journalistische Erfahrungen hat der gebürtige Schleswig-Holsteiner in den Wirtschaftsmedien von Gruner+Jahr sowie in der Sportredaktion der Hamburger Morgenpost gesammelt.

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