Chefwechsel bei Hannover Finanz: Goetz Hertz-Eichenrode (links) wird neuer Vorstandssprecher, Andreas Schober wechselt im Herbst in den Beirat.

Hannover Finanz (Montage: FINANCE)

22.05.17
Deals

Chefwechsel bei Hannover Finanz

Das Private-Equity-Haus Hannover Finanz verkleinert seinen Vorstand. Der bisherige Vorstandschef Andreas Schober wechselt in den Beirat, für ihn rückt der 40-jährige Goetz Hertz-Eichenrode auf.

Führungswechsel bei der Beteiligungsgesellschaft Hannover Finanz: Der seit 2009 amtierende Vorstandssprecher Andreas Schober wechselt zum November dieses Jahres in den Beirat des Mittelstandsinvestors. Eine Sprecherin der Hannover Finanz bestätigte gegenüber FINANCE einen Bericht der „FAZ“ vom Samstag. Der 62-jährige Schober war insgesamt 29 Jahre lang in verschiedenen Positionen für Hannover Finanz tätig, davon 21 Jahre im Vorstand.

Schobers Nachfolger als Vorstandssprecher wird der 40-jährige Goetz Hertz-Eichenrode, Sohn des Firmengründers und langjährigen Hannover-Finanz-Chefs Albrecht Hertz-Eichenrode. Der neue Vorstandschef lernte sein Handwerk bei verschiedenen Private-Equity-Häusern und wechselte 2009 zur Hannover Finanz, wo er seitdem einer von drei Vorständen ist. Der Vorstand wird nun auf zwei Personen verkleinert, zweiter Vorstand neben Hertz-Eichenrode bleibt Jürgen von Wendorff. Eine Ebene darunter agieren insgesamt acht Partner, die gemeinsam mit dem Vorstand das Investmentkommittee bilden. 

Andreas Schober leitete kürzlich noch Exit an ZF Friedrichshafen

Schober hat erst kürzlich noch einen wichtigen Exit begleitet: Ende März verkauften die Niedersachen ihre Minderheitsbeteiligung an dem Sensorikspezialisten Astyx an den Großkonzern ZF Friedrichshafen. Goetz Hertz-Eichenrode war dagegen zuletzt vornehmlich bei Neu-Investments aktiv, beispielsweise bei der Übernahme der Hotelkette Achat im vergangenen Dezember.

Die Hannover Finanz gehört zu den ältesten deutschen Private-Equity-Häusern. Insgesamt umfasst das Portfolio der Hannoveraner rund 30 Portfoliounternehmen. In den vergangenen Jahren ist das Portfolio geschrumpft, da eine Reihe alter Beteiligungen verkauft wurde, die Niedersachsen bei Neu-Investments dafür aber vergleichsweise zurückhaltend agierten. Die Konzentration auf weniger, dafür aber größere Beteiligungen ist auch Folge des zunehmenden Wettbewerbs am deutschen Private-Equity-Markt, der auch große Marktteilnehmer wie Hannover Finanz dazu zwingt, ihre Ressourcen auf die vielversprechendsten Dealgelegenheiten zu konzentrieren.

Auch bei Hannover Finanz laufen die Geschäfte gut

Am 30. Mai wird die Hannover Finanz die Geschäftszahlen für 2016 vorstellen. 2015 hatte der PE-Investor so viele Firmen verkauft wie nie zuvor und damit ein Rekordergebnis erzielt. Auch für 2016 wird wieder ein gutes Ergebnis erwartet, vor allem wegen des Ausstiegs bei dem Autozulieferer Schlemmer im vergangenen Mai. Der Verkauf an 3i dürfte einer der größten und erfolgreichsten Exits der Firmengeschichte gewesen sein.

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de

Weitere Deals und Personalia aus den Reihen der Finanzinvestoren finden Sie auf unserer Themenseite Private Equity.