Deutsche Wohnen

09.08.16
CFO

Deutsche Wohnen macht Corporate-Finance-Chef zum CFO

Der MDax-Konzern Deutsche Wohnen hat einen neuen Finanzchef: Philip Grosse hat sich offenbar in der Abwehrschlacht gegen die Vonovia-Übernahme verdient gemacht.

Die Deutsche Wohnen hat einen neuen Finanzchef: Philip Grosse ist seit 2013 im Konzern, zuletzt als Leiter der Bereiche Corporate Finance und Investor Relations. Davor war er für das Kapitalmarktgeschäft der Credit Suisse in Deutschland und Österreich verantwortlich. Grosse tritt die CFO-Stelle beim zweitgrößten deutschen Wohnkonzern im September an und bekommt zunächst einen Dreijahresvertrag, wie die Deutsche Wohnen mitteilte.

Offenbar hat Grosse sich in der Abwehrschlacht gegen den großen Konkurrenten Vonovia verdient gemacht. Der größte Versuch einer feindlichen Übernahme in Deutschland der vergangenen Jahre fiel genau in die Zeit Grosses als Corporate-Finance- und Investor-Relations-Chef.

Philip Grosse ist der späte Ersatz für Andreas Segal

Vonovia hatte den Deutsche-Wohnen-Aktionären am 1. Dezember 2015 angeboten, die eigenen Aktien in Vonovia-Papiere zu tauschen. Das Ziel des Managements der Vonovia war, einen Giganten unter den Wohnungskonzernen zu schaffen.

Doch Vonovia-Chef Rolf Buch gelang es nicht, die Deutsche-Wohnen-Aktionäre zu überzeugen – auch, weil das Management des kleineren Wettbewerbers um CEO Michael Zahn klar und unablässig gegen den Deal argumentierte: Das Angebot an die Aktionäre sei zu niedrig, außerdem vernichte die Transaktion Wert. Diese Argumente herauszuarbeiten, war ein wesentlicher Teil von Grosses Aufgaben.

Die Deutsche Wohnen hat keinen CFO mehr, seit Andreas Segal Ende 2015 überraschend zurücktrat. Kurze Zeit später wird Andreas Segal zum neuen CFO des Immobilienkonzerns Buwog ernannt. Der ehemalige CFO war vom 2014 übernommenen Wettbewerber GSW gekommen. Seit seinem Rücktritt als Finanzchef hat der frühere CFO und jetzige CIO Lars Wittan das Ressort mit abgedeckt.

bita.mohammadi[at]finance-magazin.de