Vesta Energy

06.11.18
CFO

Ex-BP-Manager wird CFO bei Wintershall Dea

Bislang war noch offen, wer nach der Fusion von Wintershall und Dea die Finanzen leiten wird. Nun steht fest: Der Konzern ernennt Paul Smith und setzt damit auf externe Expertise.

Der neu entstehende Öl- und Gaskonzern Wintershall Dea hat den letzten unbesetzten Posten im fünfköpfigen Vorstand bestimmt: Paul Smith wird die Rolle als Finanzvorstand übernehmen. Das teilten die Eigentümer der beiden Häuser, die Wintershall-Mutter BASF und der Dea-Eigentümer Letter One, am heutigen Dienstag mit. Die Ernennung des neuen CFOs wird wirksam, wenn der Zusammenschluss der beiden Wettbewerber Dea und Wintershall abgeschlossen ist, was für das erste Halbjahr 2019 erwartet wird.

Damit ist der Posten des Finanzchefs die einzige Position in der obersten Führungsebene, die durch einen externen Manager besetzt wird. Welche Rolle Dmitry Avdeev, aktueller CFO von Dea, übernehmen wird, ist nicht bekannt. Dirk Elvermann, bisher Finanzchef bei Wintershall, wird zum Closing des Deals wieder zu BASF zurückkehren, wie ein Sprecher von Wintershall mitteilte. Elvermann war erst im Dezember 2017 in den Wintershall-Vorstand berufen worden.

Wintershall Dea setzt auf CFO mit Branchenerfahrung

Der neue CFO Paul Smith ist ein ausgewiesener Experte in der Öl- und Gasbranche: Er ist seit über 25 Jahren in diesem Sektor tätig. Die ersten 15 Jahre seiner Karriere verbrachte er in verschiedenen Funktionen bei dem Ölkonzern BP. In dieser Zeit war er unter anderem CFO der Einheit Trinidad und Tobago.

Später war er für den kanadischen Konzern Talisman Energy mit Sitz in Calgary tätig, der an den Ölkonzern Repsol verkauft wurde. Smith leitete den strategischen Bewertungsprozess, der zu dem Deal führte. Die vergangenen zwei Jahre verbrachte er als Finanzvorstand und Executive Vice President für das Corporate Development bei Vesta Energy, einem privaten Öl- und Gaskonzern ebenfalls in Calgary.

Paul Smith soll Wintershall Dea an die Börse führen

Der erfahrene Finanzchef wird bei dem neuen Explorations- und Produktionsunternehmen, das im Jahr 2017 zusammen einen Pro-forma-Umsatz in Höhe von 4,7 Milliarden Euro erzielte, das weitere Wachstum begleiten: Derzeit kommen beide Unternehmen zusammen auf eine tägliche Fördermenge von 575.000 Barrel Öläquivalent (BOE). Sie soll zwischen 2021 und 2023 auf 750.000 bis 800.000 BOE pro Tag gesteigert werden.

Ein weiteres Großprojekt des Finanzchefs wird der geplante Börsengang sein. Die Eigentümer BASF und Letter One wollen das Joint Venture mittelfristig an die Börse bringen. Das teilten die Unternehmen Ende September mit, als sie den Zusammenschluss von Dea und Wintershall bekanntgaben. Nach dem Zusammenschluss wird BASF zunächst 67 Prozent an dem neuen Unternehmen halten, Letter One die übrigen Anteile.

Wintershall besetzt drei Vorstandsposten

Die Verteilung der weiteren Vorstandsposten in dem neuen Unternehmen stand bereits bei Bekanntgabe des Zusammenschlusses fest. Der bisherigen Wintershall-Chef Mario Mehren wird CEO des neuen Unternehmens.

Die bisherige CEO von Dea, Maria Moraeus Hanssen, wird stellvertretende Vorstandsvorsitzende und COO. Außerdem werden Thilo Wieland, bisher Mitglied des Wintershall-Vorstands, und Hugo Dijkgraaf, Managing Director bei Wintershall Norge, zu dem Gremium dazugehören.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de