Kehrt jetzt Ruhe ein bei Heckler & Koch? Der Waffenhersteller hat in Björn Krönert einen neuen CFO gefunden.

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21.09.18
CFO

Heckler & Koch findet neuen Finanzvorstand

Der kriselnde Waffenhersteller Heckler & Koch hat einen neuen CFO gefunden: Björn Krönert kommt vom chinesischen Autozulieferer NBHX Trim. Auf ihn wartet eine Mammutaufgabe.

Heckler & Koch hat die Vakanz im Finanzressort geschlossen und einen neuen Finanzchef verpflichtet. Wie der Waffenhersteller mitteilte, wird im Oktober Björn Krönert die Nachfolge von Wolfgang Hesse antreten, der vor zwei Monaten überraschend hingeworfen hatte und seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern wollte.

Krönert kommt von dem chinesischen Autozulieferer NBHX Trim, wo er auch schon Finanzchef war. Zuvor arbeitete Krönert laut Unternehmensangaben als CFO für die Eisengießerei Gienanth. Im Vorstand von Heckler & Koch könnte damit nun endlich wieder etwas Ruhe einkehren. Schon im Mai war Jens Bodo Koch als Vorstandschef an Bord gekommen. Sein Vorgänger Norbert Scheuch hatte Heckler & Koch zuvor ebenso überraschend verlassen wie unlängst CFO Hesse. 

Finanzielle Lage bei Heckler & Koch ist angespannt

Die Aufgaben, die das neue Führungsduo bei Heckler & Koch bewältigen muss, sind enorm. Der Konzern verbrennt in hohem Maße Cash. Im März diesen Jahres musste ein Großaktionär dem Waffenhersteller zur Seite springen und mit einem zinslosen Überbrückungskredit über 30 Millionen Euro aushelfen.

Krönert wird nicht umhin kommen, den hohen Schuldenberg von Heckler & Koch abzutragen. Zum Jahresende 2017 war der Leverage – die Nettoverschuldung im Verhältnis zum Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) – laut der Ratingagentur Moody’s auf das 9,4fache angestiegen. Moody’s warnt davor, dass der Leverage bis zum Jahresende sogar auf über 10x Ebitda ansteigen könnte.

Heckler & Koch hat Rating gekündigt

Moody’s befürchtete deshalb einen Covenant-Bruch und senkte Ende Juni das Rating von Heckler & Koch daraufhin um einen Notch auf Caa1 – tief im spekulativen Bereich. Der Waffenhersteller kündigte daraufhin Mitte August die Zusammenarbeit mit Moody’s und dessen Wettbewerber Standard & Poors auf. Die Begründung: Die neue Finanzierung bedürfe keines Ratings mehr, da eine neue Anleiheemission nicht mehr geplant sei.

Heckler & Koch hatte im Sommer 2017 eine 220 Millionen Euro schwere Hochzinsanleihe durch zwei Darlehen über insgesamt 170 Millionen Euro sowie eine Kapitalerhöhung abgelöst. Die Eigenkapitalspritze kam von dem Unternehmer Andreas Heeschen.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de