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Hogan Lovells verliert Berliner Team an Morrison & Foerster

Hogan Lovells hat in Berlin neun Partner an die US-Sozietät Morrison & Foerster verloren. Unter ihnen ist auch der M&A-Experte Christoph Wagner.
Thinkstock / Getty Images

Der Telekommunikationssektor beschert dem M&A-Markt derzeit eine Großtransaktion nach der anderen – und bei einigen davon wäre die US-Kanzlei Morrison & Foerster gern dabei. Die Sozietät ist spezialisiert auf M&A-Deals im Bereich Technologie, Medien und Telekommunikation (TMT). In Deutschland ist der Kanzlei nun ein Coup gelungen – zumindest in personeller Hinsicht: Die Berliner Partner von Hogan Lovells schließen sich Morrison & Foerster an. Das deutsche Team besteht nach Angaben der Kanzlei aus neun Partnern sowie mehr als 20 weiteren Anwälten.

Unter den neuen Partnern bei Morrison & Foerster ist auch der M&A-Anwalt Christoph Wagner. Sein überraschender Abschied von Hogan Lovells vor wenigen Wochen hatte wilde Spekulationen ausgelöst. So kursierten Gerüchte, der Abgang könnte mit einem Gastbeitrag für die F.A.Z. in Zusammenhang stehen, in dem der Jurist Pläne des langjährigen Mandanten Deutsche Telekom zur Drosselung des Datenvolumens bei Internetzugängen kritisch bewertet hat. Hogan Lovells hatte damals auf Anfrage von FINANCE mitgeteilt, der Ausstieg sei „vereinbart“ gewesen. 

Die Abgänge der weiteren Partner kommen dagegen für Hogan Lovells anscheinend überraschender: Co-CEO David Harris sagte in einem Statement, die Berliner Partner hätten zum Zeitpunkt von Wagners Abschied zunächst gesagt, beim Unternehmen bleiben zu wollen. Nun hätten sie ihre Meinung geändert, der Wechsel sei jedoch formal noch nicht vollzogen. Den Verlust des Berliner Büros relativiert Harris: Dieses steuere weniger als 10 Prozent zum Gesamtumsatz in Deutschland bei. Zudem sei Berlin das kleinste Büro von Hogan Lovells in Deutschland.

Morrison & Foerster strebt TMT-Marktführerschaft an

Für Morrison & Foerster ist Berlin das dritte Büro in Europa, weitere Standorte unterhält die Kanzlei bereits in London und Brüssel. Das neue Berliner Team soll das Wachstum in Europa und weltweit vorantreiben. Laut Robert Townsend, Co-Chair der Global M&A Group von Morrison & Foerster und Mitglied des Executive Committee der Sozietät, soll die M&A-Praxisgruppe langfristig in wichtigen Technologie- und Finanzmärkten weltweit ausgebaut werden. „Unser Ziel in Deutschland ist nicht weniger als die Marktführerschaft bei TMT-Transaktionen. Mit Christoph Wagner und dem gesamten Team hochkarätiger Anwälte kommen wir diesem Ziel einen riesigen Schritt näher“, kommentierte er. M&A-Anwalt Wagner sagte, man schlage mit der US-Kanzlei „eine Brücke von Berlin ins Silicon Valley, die für unsere Mandanten in beide Richtungen mit Highspeed befahrbar ist.“

Als neue Partner mit den Schwerpunkten Corporate und M&A wechseln neben Christoph Wagner die Juristen Karin Arnold , Dirk Besse und Jörg Meißner sowie als weitere Partner Eckhard Bremer, Andreas Grünwald, Jens-Uwe Hinder, Thomas Keul und Hanno Timner. Jens-Uwe Hinder und Hanno Timner werden das Berliner Büro als Co-Managing Partner gemeinsam führen.

Berlin ist nach Singapur die zweite Neueröffnung eines Standorts in diesem Jahr. Das Berliner Büro ist die 17. Niederlassung der Sozietät weltweit.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

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Sabine Reifenberger ist Chef vom Dienst der FINANCE-Redaktion. Ihre redaktionellen Themenschwerpunkte sind Restrukturierung, die Transformation der Finanzabteilung und Finanzierungsthemen. Seit 2012 moderiert sie beim Web-TV-Sender FINANCE-TV. Außerdem verantwortet sie den Themenhub FINANCE-Transformation, die Distressed Assets Konferenz und das FINANCE CFO Panel. Die Politologin volontierte bei einer Tageszeitung und schrieb während des Studiums als freie Journalistin unter anderem für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland.

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