Der Holzverarbeiter Homann holt erstmals einen CFO an Bord.

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09.05.14
CFO

Homann Holzwerkstoffe: Neuer CFO, größere Mittelstandsanleihe

Der Holzplattenhersteller Homann hat Jan-Peter Nissen zum CFO berufen. Bislang verantwortete Geschäftsführer Fritz Homann die Finanzen in Personalunion. Auch am Kapitalmarkt geht Homann in die Offensive: Die Mittelstandsanleihe wird aufgestockt und das Handelssegment gewechselt.

Jan-Peter Nissen ist zum ersten CFO des Holzplattenherstellers Homann Holzwerkstoffe ernannt worden. Der 46-Jährige wird laut Mitteilung die Ressorts Finanzen, Controlling und IT in der Unternehmensgruppe verantworten. Bislang hat Geschäftsführer und Eigentümer Fritz Homann auch die Finanzen des Familienunternehmens gesteuert, wie FINANCE auf Nachfrage erfuhr.

Der neue Finanzchef Nissen hat bereits Erfahrungen als kaufmännischer Geschäftsführer großer Mittelständler gesammelt, heißt es seitens des Unternehmens. Er startete seine Karriere 1995 im Firmenkundengeschäft einer deutschen Großbank. 1999 wechselte der studierte Wirtschaftswissenschaftler in die Industrie.

Die personelle Verstärkung des Vorstands kommt nur wenige Wochen nach der umstrittenen Ratingherabstufung von Creditreform. Die Ratingagentur hatte die Bonitätsnote des Unternehmens von BB+ auf BB- gesenkt. Homann hatte darauf mit Unverständnis reagiert und die Ratingagentur attackiert: „Bei der Geschäftsführung herrscht Unverständnis, wir folgen der Einschätzung der Creditreform nicht“, sagte Homann damals. 

Mittelstandsanleihe weiter aufgestockt

Offenbar ließen sich die Investoren von der Herabstufung nicht abschrecken. Denn gleichzeitig mit der Personalie meldet Homann auch die Aufstockung der Unternehmensanleihe um weitere 25 Millionen Euro.

Damit hat die Mittelstandsanleihe, die ursprünglich im Dezember 2012 begeben wurde, nun ein Gesamtvolumen von 100 Millionen Euro. Sie trägt einen Kupon von 7 Prozent, läuft bis zum 13. Dezember 2017 und notiert derzeit bei knapp 101 Prozent, dem Kurs, bei dem auch die neuen Papiere platziert worden sind. Close Brothers Seydler begleitete die Transaktion als Sole Global Coordinator und Bookrunner, Conpair als Financial Advisor und die Deutsche Börse als Listing Partner.

Mit der Aufstockung wechselt das Wertpapier auch vom Entry Standard der Frankfurter Börse in den Prime Standard. Der Wechsel „wird den Bekanntheitsgrad unserer Unternehmensgruppe sowie unsere internationale Reputation weiter verstärken“, hofft der Unternehmer Homann.

Es ist nicht die erste Aufstockung: Im vergangenen Juni war die Anleihe bereits von 50 auf 75 Millionen Euro aufgestockt worden. Mit dem Emissionserlös plant Homann den polnischen Standort in Krosno an der Oder auszubauen sowie den deutschen Standort in Losheim im Saarland zu modernisieren.

Homann fährt Verlust ein

Neu-CFO Nissen erwartet eine knifflige Aufgabe. Im ersten Halbjahr 2013  verbuchte Homann einen Verlust von 5 Millionen Euro. Das zweite Halbjahr soll besser gelaufen sein, die offiziellen Zahlen werden aber laut einer Unternehmenssprecherin erst im Spätsommer veröffentlicht. Dann wird sich spätestens zeigen, vor welchen Herausforderungen der neue CFO Nissen steht.

anne-kathrin.meves[at]finance-magazin.de