CFO Christian Sailer ist nicht mehr Mitglied der A.T.U-Geschäftsleitung.

A.T.U

28.06.13
CFO

A.T.U degradiert CFO Christian Sailer

Der PE-Investor KKR verliert die Geduld mit der Führung der Werkstattkette A.T.U: Eine neue Geschäftsleitung soll die Refinanzierung nun stemmen. CFO Christian Sailer spielt bei dem Projekt offenbar keine exponierte Rolle mehr.

Die Werkstattkette Auto-Teile-Unger (A.T.U) hat ihren CFO Christian Sailer degradiert: Ebenso wie COO Christian Schmitz ist Sailer ab sofort nicht mehr Teil der Geschäftsführung, sondern soll sich als Prokurist zukünftig „ausschließlich auf das operative Geschäft konzentrieren“, wie A.T.U heute morgen mitteilte. Neuer Chef des Unternehmens ist Hans-Norbert Topp, der die Position von Manfred Ries übernimmt und gemeinsam mit dem ebenfalls neu bestellten Sanierungsspezialisten Detlef Specovius die anstehende Refinanzierung von A.T.U stemmen soll.

Den neuen CEO kündigt das Unternehmen deshalb als „ausgewiesene Führungspersönlichkeit mit weitreichender Erfahrung in den Bereichen General Management, Vertrieb sowie Finanzen und Controlling“ an. Bemerkenswert allerdings, dass Sailer weiterhin offiziell die Verantwortung für den Finanzbereich tragen wird – dann aus der zweiten Reihe heraus. A.T.U betonte gegenüber FINANCE, dass Sailer nach wie vor größtes Vertrauen entgegen gebracht würde, allerdings würden die aktuellen Herausforderungen „neue Schwerpunkte und neue Erfahrungen" erfordern.

Die Auswechslung und Umstrukturierung in der Geschäftsführung kommt zu einem Zeitpunkt, an welchem dem Finanzchef eigentlich eine Schlüsselrolle zufallen müsste: Bei A.T.U steht im kommenden Jahr eine umfassende Refinanzierung an – fast 600 Millionen Euro für die fällig werdenden Anleihen muss das Unternehmen dann aufbringen. Dass dieser Schritt gelingen wird, ist zweifelhaft. Im März senkte die Ratingagentur Moody’s die Bewertung der beiden Hochzinsanleihen des Unternehmens, über die fast die gesamte Fremdfinanzierung läuft, angesichts der schwachen Geschäftsentwicklung um eine Stufe auf Caa2 mit einem negativen Ausblick.

Schuldenschnitt wird in Fachkreisen nicht ausgeschlossen

Der PE-Investor Kohlberg Kravis & Roberts & Co (KKR), der seit 2010 Alleineigentümer von A.T.U. ist, sucht seit Längerem vergeblich nach einer Lösung der finanziellen Misere und hat JP Morgan als Investmentbank betraut. Auch einen Verkauf soll KKR in Betracht gezogen haben, derzeit gilt FINANCE-Informationen zufolge allerdings eine Wandlung der nachrangigen Anleihe über 150 Millionen Euro in Eigenkapital als wahrscheinlichste Option.

sarah.nitsche[at]finance-magazin.de