Deutsche Post DHL

24.06.16
CFO

Melanie Kreis wird CFO bei der Deutschen Post

Generationswechsel bei der Deutschen Post: CFO Larry Rosen geht, Personalchefin Melanie Kreis wird neuer Finanzvorstand. Rosen hatte zuletzt eine schwierige Zeit bei der Deutschen Post.

Zuletzt gab es immer wieder Gerüchte, jetzt ist es amtlich: Finanzchef Larry Rosen verlässt nach sieben Jahren im Amt die Deutsche Post DHL Group, seine Nachfolgerin wird Melanie Kreis. Rosen geht zum September 2016. Das hat die Deutsche Post heute verkündet.

Die 45-jährige Kreis kam 2004 zur Deutschen Post. Im April 2013 wurde sie zur Finanzchefin der Post-Tochter DHL, wo sie mit einem groß angelegten Effizienzprogramm glänzte. Dort sammelte sie auch M&A-Erfahrung, als sie DHL bei der Integration des britischen Logistikkonzerns Exel sowie dem Verkauf der Postbank betreute. Im November 2014 wurde sie zur Personalchefin des Deutsche-Post-Konzerns befördert und überzeugte dort, als es ihr gelang, mit vergleichsweise geringen Zugeständnissen eine teure Streikwelle zu beenden. Ihre Karriere begann die Physikerin als Beraterin bei McKinsey. Zwischendurch arbeitete sie bei dem PE-Investor Apax.

CFO Rosen trieb die Rendite der Deutschen Post in die Höhe

Rosen war acht Jahre CFO bei der Deutschen Post. Jetzt tritt er offenbar zurück, um mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Die Deutsche Post ist in seiner Zeit wesentlich effizienter und renditestärker geworden und ist dank ihm auf Kurs, die ambitionierten mittelfristigen Ziele zu erreichen.

Da überrascht es nicht, dass Aufsichtsratschef Wulf von Schimmelmann für Rosen Sätze übrig hat, die über die üblichen Floskeln in derartigen Fällen hinausgehen: „Unter Larry Rosens Führung wurde eine langfristig ausgerichtete Kapitalmarktstrategie erfolgreich umgesetzt und für das Finanzwesen der Gruppe Prozesse und Methoden eingeführt, die weltweit Maßstäbe setzen.“

2015 allerdings war für den abtretenden CFO kein Erfolgsjahr. 2015 musste der Konzern eine Gewinnwarnung ausrufen. Ein mit großen Hoffnungen gestartetes IT-Projekt in der Frachtsparte scheiterte, was der Deutschen Post einen Verlust von 345 Millionen Euro einbrachte und die Sparte systemseitig um Jahre zurückwarf.

Immerhin ist es Rosen gelungen, die Stimmung der Investoren ins Positive zu drehen: Er fädelte zunächst im März ein Aktienrückkaufprogramm ein und verkündete einen Tag später, das reduzierte Gewinnziel erreicht zu haben. Kurz darauf platzierte die Deutsche Post Anleihen über 1,25 Milliarden Euro, vor allem für die Stärkung der Pensionskasse.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de