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Michael Bücker soll das Firmenkundengeschäft der BayernLB voranbringen

Michael Bücker soll ab Februar das Mittelstandsgeschäft bei der BayernLB voranbringen.
BayernLB

In etwa zehn Tagen ist es soweit. Dann tritt Michael Bücker seine neue Position als Firmenkundenvorstand der BayernLB an. Bislang war der 50-jährige Vorstandssprecher der Commerz Real in Wiesbaden. Seit dem September 2009 verantwortete Bücker bei der Asset-Management-Tochter der Commerzbank in diesem Job unter anderem die Bereiche Personal, Unternehmensentwicklung, Kommunikation, Revision und Leasing. Besonders die Erfahrungen im Bereich Unternehmensentwicklung dürften ihm auch in seiner neuen Position als Firmenkundenvorstand der bayerischen Landesbank nützen. Hier will die Landesbank deutlich wachsen. Denn die Kapitalmarktorientierung vieler Unternehmen geht zulasten klassischer Instrumente, wie syndizierte Kredite.

Bücker ist ein ausgewiesener Kenner des Firmenkundengeschäfts. Auch darauf setzt offenbar sein neuer Arbeitgeber. Gerd Häusler, Vorstandsvorsitzender der BayernLB, beschreibt ihn als „kundenorientierten Team-Player mit profunder Kenntnis des bayerischen und deutschen Firmenkundenmarktes“. Ein Blick in Bückers Lebenslauf untermauert dies. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre in Münster ging Bücker zur Commerz- und Leasing in Hamburg. Seither verbrachte er den Großteil seiner Karriere im Commerzbankkonzern. 1995 wechselte er dann nach einem kurzen Abstecher bei der Deutschen Immobilien Leasing in das Firmenkundengeschäft der Commerzbank nach Frankfurt.

Roter Faden Firmenkundengeschäft

Seitdem zieht sich das Firmenkundengeschäft und auch die Region Süddeutschland wie ein roter Faden durch Bückers Lebenslauf. „Ich bin überzeugt davon, dass er der richtige Mann ist, um unsere ehrgeizigen Wachstumsziele besonders auch im Mittelstandsgeschäft zu realisieren“, sagt Häusler. Nach der Restrukturierung und der damit einhergegangenen deutlichen Schrumpfung der Landesbank ist das Mittelstandsegment ein strategischer Bereich, in dem nach Ansicht der Bank noch „selektives Wachstum“ möglich ist. Auf diese Strategie, die unter Bückers Vorgänger Jan-Christian Dreesen aufgebaut wurde, soll nun der neue Firmenkundenvorstand aufsetzen. Daher wird auch der Bereich strukturierte Finanzierungen in Bückers Verantwortung fallen.

Als Leiter Süddeutschland trug Bücker die Verantwortung für alle Aktivitäten der Commerzbank im strukturierten Finanzierungsbereich mit mittelständischen Kunden. 2005 wechselte er als Mitglied der Geschäftsleitung zur Gebietsfiliale München, wo er auch die Verantwortung für das Geschäft mit Firmenkunden in der Region übernahm. Ab 2008 war Bücker zudem Sprecher der Geschäftsleitung, bevor er 2009 dann als Sprecher des Vorstands zur Commerz Real nach Wiesbaden ging.

Bücker richtete Commerz Real neu aus

Zu seinen wichtigsten Aufgaben bei der Commerz Real zählte die Neuausrichtung des Unternehmens als Produktlieferant für das Privat- und Firmenkundengeschäft. Im August 2012 erfolgte dann im Rahmen der Konzernneuausrichtung die Eingliederung der Commerz Real in die Kernbank. Durch die Finanzkrise war die Bank in erhebliche Schwierigkeiten geraten. Sie musste mit Staatshilfen in Höhe von 18,2 Milliarden Euro gestützt werden. Auch hier gibt es Parallelen zu Bückers künftigem Arbeitgeber.

Denn auch die bayerische Landesbank war Ende 2008 auf der Höhe der Finanzkrise auf massive finanzielle Unterstützung des Freistaates angewiesen. Insgesamt flossen 10 Milliarden Euro an Eigenkapital und eine Garantie für Verluste aus dem Portfolio mit Asset-Backed-Securities (ABS) an die BayernLB. Im vergangenen November gelang eine erste Beihilferückzahlung von 350 Millionen Euro der inzwischen deutlich verkleinerten Bank. Mit der Bestellung des neuen Firmenkundenvorstands Bücker will die BayernLB wohl auch ein Zeichen setzen, dass sie im Firmenkundengeschäft zulegen will. Von Kollegen wird er zwar als ein Mann des klassischen Geschäfts beschrieben, der weniger kapitalmarktorientiert agiert. Bei weiterhin sinkenden Kreditvolumina wird Bücker jedoch verstärkt auf Kapitalmarktinstrumente wie Schuldscheine und Unternehmensanleihen setzen.

anne-kathrin.meves[at]finance-magazin.de

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