CFO Thomas Weyer soll den Flughafen München verlassen.

Flughafen München GmbH

01.03.21
CFO

Münchener Flughafen tauscht Vorstand aus

Umstrukturierung beim zweitgrößten deutschen Flughafen: Der Münchener Flughafen wechselt fast den gesamten Vorstand aus, darunter auch CFO Thomas Weyer.

Der Münchener Flughafen tauscht fast die komplette Führungsebene aus: CFO Thomas Weyer und Andrea Gebekken, Geschäftsführerin Commercial & Security, sollen das Unternehmen verlassen. Das erklärte der bayerische Finanzminister und Aufsichtsratschef Albert Füracker gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“. Nur der seit einem Jahr amtierende Vorstandschef und Arbeitsdirektor Jost Lammers soll bleiben. Er war vorher Chef des Budapester Airports.

Von beiden Vorständen laufen die Dienstverträge im September aus, beide werden nicht verlängert. Der 60-Jährige CFO Weyer will sich anderen Aufgaben widmen und habe von sich aus auf eine Fortführung seines Anstellungsverhältnisses verzichtet, ließ Füracker durchblicken. Über die Nachfolger der beiden will der Flughafen zeitnah entscheiden.

CFO Thomas Weyer ist seit über zehn Jahren bei FMG

Mit dem Abgang von CFO Thomas Weyer geht eine Ära zu Ende, schon seit 2008 ist er beim Münchener Flughafen für die Finanzen und Infrastrukturthemen verantwortlich. Davor war er als Geschäftsführer des Berliner Großflughafens BER an der Planung des Bauprojekts beteiligt. Bevor er in Berlin anfing, arbeitete der Diplom-Ingenieur für den Baukonzern Philipp Holzmann und den Infrastrukturkonzern Hochtief sowie bei dessen Flughafenbetreiber Hochtief Airport. Schon bei Hochtief Airport wirkte er bei Bauprojekten an europäischen Großflughäfen wie Athen, Düsseldorf und Berlin mit.

Andrea Gebekken ist seit Oktober 2016 beim Münchener Flughafen, dessen Anteile der Freistaat Bayern, der Bund und die Stadt München halten. Sie verantwortet dort das Endkundengeschäft, Sicherheitsfragen sowie das Qualitäts- und Projektmanagement. Vorher arbeitete sie laut ihrem Linkedin-Profil als Leiterin Regionalbereich Nord für die Deutsche Bahn. Davor war sie – wie ihr Vorstandskollege Weyer – bei Hochtief und Hochtief Airport tätig.

Münchener Flughafen will bis 2030 klimaneutral sein

Die Umstrukturierung des Vorstands könnte damit zu tun haben, dass die Gesellschafter den Flughafen auf die Zeit nach dem Ende der Coronakrise vorbereiten. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass der Münchener Flughafen im Betrieb bis zum Jahr 2030 klimaneutral werden will. Gelingen soll das auch mit Hilfe elektrisch betriebener Flugzeugschlepper vom Typ „Phoenix E“, die der Flughafen seit November testet. Aber die Anschaffung einer ganzen Flotte dieser Gefährte wäre eine teure Investition, für die in der aktuellen Lage eigentlich keine Mittel vorhanden sind.

Um die Klimaneutralität zu erreichen, will das Unternehmen die eigenen Emissionen um 60 Prozent reduzieren. Der Rest soll kompensiert werden, etwa durch die Entwicklung von Klimaprojekten im Umfeld des Flughafens.

2019 hatte der Münchener Flughafen mit 1,6 Milliarden Euro Umsatz und einem operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von rund 555 Millionen Euro ein Rekordjahr gefeiert. In die Coronakrise ging das Unternehmen mit einer Eigenkapitalquote von 43 Prozent. „Wir profitieren jetzt von der Substanz, die wir durch den erfolgreichen Betrieb unseres Flughafens geschaffen haben“, sagte CFO Weyer vor rund einem Jahr, als das Grounding des Flugverkehrs begann.

sarah.backhaus[at]finance-magazin.de