Neue Finanzchefs für Carl Zeiss

Zeiss Gruppe

13.07.18
CFO

Neue Finanzchefs für Carl Zeiss

Den Weggang des langjährigen CFOs Thomas Spitzenpfeil zu Schenck Process kompensiert die Carl-Zeiss-Gruppe über eine interne Nachfolgelösung. Christian Müller kommt von der Medizintechniktochter, die ebenfalls ein Eigengewächs befördert.

Zum Jahresende kündigte der langjährige Carl-Zeiss-CFO Thomas Spitzenpfeil nach acht Jahren seinen Abschied an. Die Nachfolge hat der Optikkonzern nun intern geregelt, was eine Kettenreaktion innerhalb der Gruppe auslöst.

Der bisherige Finanzchef der Medizintechniktochter Carl Zeiss Meditec, Christian Müller, wechselt zum Oktober in den Finanzvorstand der Konzernmutter. Für ihn rückt bei dem TecDax-Unternehmen Justus Felix Wehmer nach. Dieser wiederum war bisher CFO und Co-Leiter des Zeiss-Unternehmensbereichs Microscopy.

Wohin es Spitzenpfeil zieht, wurde heute ebenfalls bekannt. Er heuert zum Oktober beim Messtechnikspezialisten Schenck Process an, der im September vergangenen Jahres von dem Finanzinvestor Blackstone übernommen wurde. Dort folgt er auf Eric Jaschke, der dort den CFO-Posten nach dem Abgang von Finanzchef Othmar Belker interimsweise übernommen hatte und das Unternehmen zum Jahresende verlassen wird. 

Carl-Zeiss-CFO Christian Müller hat die Revision im Blut

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Dr. Christian Müller, Carl Zeiss AG

Nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre in Frankfurt am Main startet Müller seine Laufbahn bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft C&L Deutsche Revision AG in Frankfurt, einer Vorgängergesellschaft von PricewaterhouseCoopers. Sein Schwerpunkt liegt auf der Prüfung der Jahres- und Konzernabschlüsse von Unternehmen aus den Bereichen Maschinenbau und Chemie sowie der Automobilzulieferindustrie.

Im Jahr 1997 wechselt Müller in die strategische Holding des Mischkonzerns Viag in München. Dort leitete er zahlreiche Projekte im Bereich Revision und Risikomanagement und nimmt auf die Weiterentwicklung des Kontrollsystems des Konzerns erfolgreich Einfluss. Zudem wirkte er in dieser Zeit bei diversen M&A-Projekten mit. 1999 wechselt er in die Chemie-Sparte des Konzerns, der Degussa AG, und wird dort kaufmännischer Leiter eines Geschäftsbereichs.

Im Jahr 2002 kommt Müller als Leiter der Konzernfunktion Revision/ Risikomanagement zur Zeiss-Gruppe. Die Einführung eines konzernweiten systematischen Risikomanagementsystems, der Aufbau einer schlagkräftigen Konzernrevision sowie Projekte zur Verbesserung der Wirksamkeit und Effizienz von Prozessen und Systemen stehen im Mittelpunkt seiner Arbeit. Zudem ist Müller bei zahlreichen M&A-Projekten im Einsatz.

Im Jahr 2006 wechselt er in den Bereich Medizintechnik, wo er die Leitung der neu geschaffenen strategischen Geschäftseinheit (SBU) Chirurgische Ophthalmologie übernimmt. In diesem Rahmen hat Müller mehrere akquirierte Unternehmen in den Konzern integriert. Im Jahr 2009 steigt Müller zum CFO von Carl Zeiss Meditec auf. Das Unternehmen hat seinen Umsatz seitdem erheblich ausgeweitet. Im Oktober 2018 steigt Müller in den Vorstand der Konzernmutter Carl Zeiss auf und übernimmt dort den CFO-Posten von Thomas Spitzenpfeil. 

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Müller war seit 2009 CFO von Carl Zeiss Meditec, das zuletzt bei einem Umsatz von 1,2 Milliarden Euro einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 181 Millionen Euro erwirtschaftete. Die Carl-Zeiss-Gruppe verdiente im abgelaufenen Geschäftsjahr 770 Millionen Euro, bei einem Umsatz von 5,4 Milliarden Euro. 

Bei der Medizintechniktochter verantwortete Müller die Bereiche Finanzen und Controlling, Investor Relations, Recht und Steuern. Außerdem war er für den Service und das Qualitätsmanagement sowie für die Regulatorik verantwortlich.

Seine Wurzeln hat Müller in der Revision. 2002 kam er als Leiter Revision/Risikomanagement zur Carl-Zeiss-Gruppe. Zuvor arbeitete er in der Revision bei Degussa. Seine Karriere begann Müller bei der inzwischen zu PwC gehörenden Wirtschaftsprüfungsgesellschaft C&L Deutsche Revision.

Carl-Zeiss-Meditec-CFO Wehmer ist auch Eigengewächs

Der neue Meditec-CFO Justus Felix Wehmer ist mit Ausnahme einer kurzen Unterbrechung seit 2002 in verschiedenen Funktionen in der Carl-Zeiss-Gruppe tätig. Zuletzt war er als Co-Leiter für den Unternehmensbereich Microscopy verantwortlich, wo Carl Zeiss Mikroskopsysteme herstellt.

Davor war Wehmer kaufmännischer Leiter in den Unternehmensbereichen Industrial Metrology und Semiconductor Manufacturing Technology. Zwischendurch war er als Vice President Finance and Strategy und General Manager unter anderem für die Finanzen des Halbleiterkonzerns NXP Semiconductors Germany verantwortlich.

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Thomas Spitzenpfeil, Schenck Process GmbH

Nach seinem Studium arbeitet Thomas Spitzenpfeil zunächst in verschiedenen kaufmännischen Positionen für den Bosch-Konzern in Stuttgart. 1993 wechselt er zu VIAG nach München, wo er für zwei Jahre das Controlling des Aluminium-Bereichs leitet. Nach einer kurzen Station als Leiter des Werkscontrollings bei Kodak geht Spitzenpfeil im Jahr 1996 zur VAW-Aluminium  AG, bei der er verschiedene kaufmännische Führungspositionen wahrnimmt. 

Nach der Übernahme von VAW im Jahr 2002 durch Hydro Aluminium wird Spitzenpfeil CFO der Division Rolled Products der Hydro Aluminium GmbH, Bonn. Von 2004 bis 2010 leitet er das Finanzressort des österreichischen Zumtobel-Konzerns, bevor er Ende 2010 als Vorstandsmitglied und CFO zu Carl Zeiss nach Oberkochen wechselt, wo er acht Jahre für die Finanzen verantwortlich ist. Im Oktober 2018 wechselt Spitzenpfeil zum Messtechnikspezialisten Schenck Process und übernimmt dort den CFO-Posten.

zum Profil

Neben Wehmer wird auch Jan Willem de Cler in den Vorstand von Carl Zeiss Meditec einziehen. Für ihn wird das Vorstandsressort Personal und Mitarbeiterentwicklung geschaffen. De Cler leitet seit 2010 die chirurgische Ophthalmologie (Augenheilkunde) von Carl Zeiss Meditec.