Am 1. April dieses Jahres wird Christian Gieselmann neuer Finanzgeschäftsführer der Warsteiner-Gruppe.

Warsteiner

05.02.18
CFO

Neuer CFO soll Warsteiners Absatzkrise lösen

Der Warsteiner-CFO Carsten Rockholtz gibt seinen Posten nach nicht einmal einem Jahr wieder auf. Die anstehende Restrukturierung fällt nun in die Hände von Roland-Berger-Berater Christian Gieselmann.

Nicht einmal ein Jahr ist es her, dass Carsten Rockholtz die Finanzen der Warsteiner-Brauerei von dem zum Konkurrenten Bitburger abgewanderten Stephan Fahrig übernommen hat. Mit der Vorlage des neuen Zukunftsprogramms der Brauerei hat CFO Rockholtz nun verkündet, sein Amt Ende März dieses Jahres wieder niederlegen zu wollen.

Warsteiner führt für diesen Schritt private Gründe an. Rockholtz wechsele in den Beirat der Warsteiner-Gruppe und werde den Sauerländern weiter beratend zur Seite stehen, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Christian Gieselmann wird neuer Warsteiner-CFO

Die Nachfolge als kaufmännischer Geschäftsführer wird Anfang April Christian Gieselmann übernehmen. Der 46-Jährige kommt aus einer Unternehmerfamilie und war die vergangenen Jahre für Roland Berger tätig. Warsteiner hatte die Unternehmensberatung im Sommer ins Haus geholt, um das Zukunftsprogramm zu erarbeiten.

Dem neuen Warsteiner-CFO Gieselmann stehen herausfordernde Monate bevor. Der Craft-Beer-Trend stellt Deutschlands Brauerei-Größen vor Probleme. Der Bierkonsum der Deutschen ist zudem seit Jahren rückläufig, alleine im vergangenen Jahr ist dieser um 2,5 Prozent auf 93,5 Millionen Hektoliter zurückgegangen, wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat.

Warsteiner trifft die Entwicklung besonders hart. Der Absatz der Traditionsbrauerei ist seit Jahren rückläufig, auch 2017 ist dieser um 4,7 Prozent zurückgegangen. Der frühere Branchen-Primus Warsteiner ist mittlerweile nur noch die siebtgrößte Brauerei Deutschlands.

Trotz der operativen Schwierigkeiten sieht Rockholtz Warsteiner gut aufgestellt. Die Eigenkapitalquote liege über 50 Prozent, die Liquidität sei sehr hoch, sagte der scheidende CFO vor kurzem dem „Handelsblatt“. Umsatz- und Ergebniszahlen veröffentlicht Warsteiner seit einiger Zeit nicht mehr. Der letzte bekannte Umsatz aus dem Jahr 2015 betrug 500 Millionen Euro.

Der frühere Branchen-Primus Warsteiner ist mittlerweile nur noch die siebtgrößte Brauerei Deutschlands.

Warsteiner prüft Teilverkäufe

Um den Abstieg zu stoppen, sind entsprechend harte Einschnitte sind nötig. Bis zu 240 der 1.500 Warsteiner-Mitarbeiter müssen um ihren Job bangen, gab das Management vor wenigen Tagen bekannt. In den kommenden Wochen stehen CFO Gieselmann und der geschäftsführenden Gesellschafterin Catharina Cramer schwierige Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern bevor.

In den Plänen der Brauerei spielen außerdem Teilverkäufe eine Rolle. Warsteiner will im Zuge der Restrukturierung seine Distribution verkaufen und sich so auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Für die „Herforder Brauerei“ sucht Warsteiner einen Kooperationspartner. Sollte sich dieser nicht finden, steht Medienberichten zufolge ebenfalls ein Verkauf zur Debatte.

250 Millionen Euro fließen in Zukunftsprojekte

Eine weitere Säule der Restrukturierung sind Investitionen über insgesamt 250 Millionen Euro, die Warsteiner in den kommenden fünf Jahren tätigen will. Diese werden durch eine Innenfinanzierung zur Verfügung gestellt, sagte CFO Carsten Rockholtz im Gespräch mit dem „Handelsblatt“. Warsteiner wolle mit dem Geld vor allem die Technik und Entwicklung im Innovationslabor auf dem neuesten Stand halten.

jakob.eich[at]finance-magazin.de

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